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Millionenbetrag: Uber zahlt Entschädigung nach Skandal um sexuelle Belästigung

Veröffentlicht: 23.08.2018 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 23.08.2018

Der Fahrdienst-Vermittler Uber will mehreren hundert Angestellten, die sich sexueller Belästigung und Diskriminierung ausgesetzt sahen, Entschädigungen von insgesamt sieben Millionen US-Dollar zahlen.

Uber-App auf einem Handy
© Mr.Whiskey / Shutterstock.com

Der Skandal um sexuelle Belästigung und Diskriminierung hat Konsequenzen für Uber: Wie Heise Online berichtet, wolle der Fahrdienst-Vermittler den betroffenen Angestellten – mehrere hundert an der Zahl – Entschädigungen zahlen. Laut einem Einigungsvorschlag, der noch von einem kalifornischen Richter abgesegnet werden muss, sollen 56 derzeitige und ehemalige Angestellte, die sexuell belästigt wurden, Entschädigungen in Gesamthöhe von 1,9 Millionen Dollar erhalten. Darüber hinaus will Uber weitere 5,1 Millionen Dollar an die 56 Angestellten und 431 weitere Beschäftigte zahlen. Sie seien diskriminiert worden und sahen sich enormen Druck ausgesetzt, heißt es.  

Der Prozess war von drei Uber-Mitarbeiterinnen angestoßen worden. Sie gaben an, aufgrund ihrer lateinamerikanischen Wurzeln weniger Geld als ihre männlichen Kollegen aus den USA oder Asien zu verdienen. Darauf meldeten sich zahlreiche weitere Mitarbeiter zu Wort, die von Diskriminierung, sexueller Belästigung oder auch unangemessenem Druck berichteten.

Uber steht immer wieder in der Kritik

Uber war im vergangenen Jahr immer wieder in die Kritik geraten, vor allem der inzwischen geschasste Unternehmenschef Travis Kalanick sorgte für zahlreiche Negativschlagzeilen. Inzwischen versucht das Unternehmen, sich unter Leitung des neuen CEO Dara Khosrowshahi neu aufzustellen und das eigene Image aufzupolieren. Doch in diesem Monat war davon noch nicht viel zu sehen: Das Unternehmen musste bei der Vorstellung seiner Geschäftszahlen für das zweite Quartal einen Verlust im dreistelligen Millionenbereich ausweisen (wir berichteten). Immerhin ging es in Sachen Umsatz steil bergauf: Dieser stieg um 63 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Zudem geriet das Unternehmen in London stärker unter Druck: Die britische Hauptstadt forderte einen Zulassungsstopp für Uber-Fahrer, Bürgermeister Sadiq Khan setzte sich dafür ein. Zuvor hatte die US-Metropole New York einen 12-monatigen Zulassungsstopp gegen Uber verhängt. Khan bezeichnete diese Maßnahme als wichtigen Schritt, um „den Londonern zu ermöglichen, ähnlich wie den New Yorkern, saubere Luft zu atmen und in einer weniger verkehrsreichen Stadt zu leben“.

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