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Weiterverkauf über Ebay

Fragwürdige Händler tricksen mit kopiertem Amazon-Angebot

Veröffentlicht: 16.01.2019 | Autor: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 17.01.2019
Geöffnetes Amazon-Päckchen.

Ein Online-Händler hat sich bei uns gemeldet und von einer neuen Masche berichtet. Nicht schlecht gestaunt hat er, als er das Problem zum ersten Mal entdeckt hat: Da bieten andere Verkäufer sein Produkt auf Ebay an – und bereichern sich daran.

Dass ein anderer Händler ähnliche Produkte hat, klingt erst einmal eher üblich als verdächtig. Wären da nicht die überhöhten Preise, die identischen Produktfotos und Artikelbeschreibungen und der Fakt, dass es sich bei den Ebay-Verkäufern um Personen handelt, die nicht verifiziert sind. Der Amazon-Händler ist nämlich nicht nur Verkäufer, sondern auch Hersteller seines Produktes und arbeitet nur mit wenigen von ihm verifizierten Händlern zusammen.

Gekauft bei Ebay, verschickt durch Amazon

Doch wie läuft der Bestellvorgang ab, wenn die Ebay-Händler gar nicht verifiziert sind? Stutzig geworden ist der Hersteller, als er Ebay-Bewertungen gelesen hat: Manch ein Kunde gab verwundert an, dass seine Bestellung in einem Amazon-Päckchen ankam. Dieser Umstand legt das Geschäftsmodell der Ebay-Händler offen: Diese bieten die Waren des Amazon-Händlers zu einem teureren Preis an. Kauft ein Kunde das Produkt bei Ebay, wird eine Bestellung bei Amazon ausgelöst. Der Amazon-Händler bekommt ganz normal sein Geld und das Produkt wird direkt an den Käufer geschickt. Die Differenz streicht der Ebay-Händler als Gewinn ein.

Einen direkten finanziellen Schaden erleidet der Amazon-Händler durch diese Aktion also nicht. Dennoch stimmt ihn der mögliche Imageschaden unzufrieden: „Befremdlich ist jedoch, dass es für unsere Kunden so aussehen könnte, als würden wir versuchen, überhöhte Preise für unsere Artikel zu erzielen.”

Stecken Bots hinter der Kopier-Aktion?

Da teilweise das ganze Sortiment samt Produktfotos und Artikelbeschreibung kopiert wird, werden Bots, also automatisch agierende Programme, hinter der Aktion vermutet. Ob weitere Händler betroffen sind, ist uns zur Zeit noch unbekannt. Neben dem Imageschaden, den eine solche Aktion verursacht, steht hier natürlich noch der Schaden durch den Diebstahl der urheberrechtlich geschützten Bilder im Raum.

Noch mehr Händler betroffen?

Bisher ist noch unklar, ob es sich bei diesen Vorgehensweisen um Ausnahmefälle oder eine gängige Praxis handelt. Sollten auch Sie solche Aktivitäten beobachtet haben oder selbst betroffen sein, hinterlassen Sie uns einfach einen Kommentar.

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