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Berichte aus Branchenkreisen

Amazon soll mehrere Händler-Konten wegen Fake-Bewertungen gesperrt haben

Veröffentlicht: 06.06.2019 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 07.06.2019
Amazon-Logo auf einem Smartphone

Um Bewertungsfälschern das Handwerk zu legen und für glaubwürdige Rezensionen auf seiner Plattform zu sorgen, hat Amazon Deutschland erst kürzlich seine Richtlinien für Produktrezensionen stärker in den Fokus gerückt. Der Unterpunkt „Verstöße gegen unsere Richtlinien für Produktrezensionen von Kunden“ im Seller-Konto erklärt nun, dass Kundenrezensionen korrekt und vollständig sein müssen, nicht gekauft werden dürfen und natürlich tatsächlich von Kunden stammen müssen.

Wie die Internet World berichtet, soll Amazon am vergangenen Mittwoch mehrere Händler-Konten suspendiert haben. Dem Magazin liege eine E-Mail vor, in der über die Sperrung informiert werde. In dem Schreiben heißt es demnach: „Sie haben Kundenrezensionen für Ihre Produkte manipuliert. Dies verstößt gegen unsere Richtlinien.“

Auch Accounts von Bewertungsvermittlern gesperrt

Konkret untersagen die Richtlinien den Händlern

  • das Erstellen, Bearbeiten oder Veröffentlichen von Rezensionen oder Community-Inhalten zu eigenen Produkten oder Services,
  • das Erstellen, Bearbeiten oder Veröffentlichen von Rezensionen oder Community-Inhalten zu Produkten oder Services ihrer Konkurrenten,
  • das Anbieten von Kompensationen für Kundenrezensionen, sowie
  • das Anbieten von Kompensationen, darunter kostenlose oder vergünstigte Produkte, im Austausch für das Erstellen, Bearbeiten oder Veröffentlichen von Rezensionen oder Community-Inhalten.

Neben den Händler-Konten soll Amazon auch Accounts von Bewertungsvermittlern gesperrt haben. Andere Händler sollen zudem darüber berichten, dass einzelne Produkte gesperrt wurden und einer Prüfung unterzogen werden.

Amazon investiert „erhebliche Summen“

Amazon selbst will sich zu diesen Berichten nicht äußern. Ein Unternehmenssprecher betonte auf Nachfrage von Onlinehändler News aber, dass Amazon „erhebliche Summen“ investiere, um die Glaubwürdigkeit der Bewertungen zu schützen. „Selbst eine einzelne, nicht authentische Bewertung ist bereits eine zu viel“, so der Amazon-Sprecher weiter. „Wir haben klare Teilnahmebedingungen für Rezensenten und Verkäufer definiert und ergreifen bei einem Verstoß Maßnahmen, die eine vorübergehende Sperre, einen dauerhaften Ausschluss oder rechtliche Schritte beinhalten können.“

Um unechten Rezensionen vorzubeugen, setze Amazon Prüfteams und automatisierte Systeme ein. Nach Einschätzung des Unternehmens handele es sich bei 90 Prozent der nicht-authentischen Bewertungen um computergenerierte Rezensionen. Durch den Einsatz von maschinellem Lernen entwickeln sich die automatisierten Systeme immer weiter und können gefälschte Rezensionen demnach immer zuverlässiger erkennen.

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