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Amazon: Rate bei Rechnungsmängeln bei Händlern zu hoch – Sperrung droht (Update)

Veröffentlicht: 09.02.2021 | Geschrieben von: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 09.02.2021
Amazon-Logo

Amazon erlegt seinen Händlern verschiedene Pflichten und Regeln auf – dazu zählt beispielsweise auch die Richtlinie für die Rechnungsstellung im B2B-Geschäft auf dem Marktplatz. Diese besagt: Bei Verkäufen an Amazon-Business-Kunden müssen Händler „innerhalb eines Werktages, nachdem die Versandbestätigung für die Bestellung erfolgt ist, eine gültige Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer für jede Bestellung vorlegen“, wie im Amazon-Verkäuferportal nachzulesen ist

Amazon prüft die Einhaltung dieser Vorgabe regelmäßig und erhebt eine sogenannte Rate an Rechnungsmängeln. Doch schien diese Quote bei vielen Händlern derzeit zu hoch und möglicherweise auch fehlerhaft berechnet worden zu sein – was zunehmend die Angst vor Kontensperrungen nach sich zog. Diese Bedenken konnten nun allerdings zerstreut werden. Wie ein Amazon-Sprecher im Gespräch gegenüber OnlinehändlerNews erklärte, habe es sich um einen kurzfristigen technischen Bug gehandelt. Dies sei bereits behoben worden und habe auch keine weiteren Auswirkungen. 

Was ist die Rate an Rechnungsmängeln bei Amazon?

Seit dem 20. März 2020 müssen Händler für alle Bestellungen, die von Amazon Business-Kunden getätigt werden, proaktiv Rechnungen in Seller Central hochgeladen werden. Die Rate an Rechnungsmängeln misst, wie zufriden die Kunden mit der Rechnungsstellung der Händler sind. Die Rate „stellt den Prozentsatz der Bestellungen dar, für die Sie bis Mitternacht am ersten Werktag nach dem Tag, an dem Sie den Versand bestätigt haben, keine Rechnung hochgeladen haben“, heißt es zur Erläuterung dieses Wertes im FAQ-Bereich. Sie wird „jedoch nur für Bestellungen berechnet, die im Zeitraum von 7 Tagen erstellt wurden, der vor 2 Wochen begonnen hat“. Die Rate kann im Seller Central unter dem Menüpunkt „Verkäuferleistung“ eingesehen werden.

Amazon empfiehlt, dass die Rate unterhalb von fünf Prozent liegt. Fällt sie aktuell noch höher aus, ist das nicht problematisch – das ändert sich spätestens ab dem 5. April 2021. Von diesem Zeitpunkt an sind alle Verkaufspartner verpflichtet, den Fünf-Prozent-Wert nicht zu überschreiten. Andernfalls „kann die Nichteinhaltung dieses Leistungsziels jedoch zur Deaktivierung des Kontos führen“, so Amazon auf der Hilfeseite. 

Genau diese Aussicht auf eine mögliche Kontensperrung hatte Händler in Alarmbereitschaft versetzt. In Verkäuferforen melden Händler Quoten von teilweise bis zu 50 Prozent – obwohl sie nach eigenen Angaben alle Rechnungen korrekt hochgeladen hatten. 

Ursache für zu hohe Raten ist womöglich ein technischer Fehler 

Die Ermittlung der Rechnungsrate wird dadurch beeinflusst, wann eine Rechnung hochgeladen wird. So sieht Amazon derzeit vor, dass beispielsweise am Montag zwischen 00:01 und 23:59 Uhr der Versand einer Bestellung bestätigt wird – entsprechend müsse am Dienstag bis 23:59 Uhr eine Rechnung für diese Bestellung hochgeladen werden, dies gilt werktags. Bei Eingang der Versandbestätigung am Freitag muss die Rechnung am Montag bereitgestellt werden. Einige Händler berichteten bereits, dass Amazon ein technisches Problem eingeräumt habe, wodurch möglicherweise die Zeitspanne, in der Rechnungen fristgerecht eingehen müssten, fehlerhaft bemessen wurde. 

Auch unabhängig von fehlerhaften Berechnungen empfinden Amazon-Verkäufer die neue Fünf-Prozent-Regelung als problematisch – so bleibt die Sorge, dass wegen eines gegebenenfalls auch selbst verschuldeten auch leicht verzögerten Hochladens einer Rechnung sofort das Konto gesperrt wird. Und dies könnte, trotz besserer Quote innerhalb von sieben Tagen, möglicherweise nicht gleich wieder freigegeben werden, so die Befürchtung. 

Dieser Artikel wurde mit Informationen von Amazon zu diesem Fall aktualisiert.

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