Der frühe Vogel

Bewertungsbetrug: Amazon verbannt Hersteller von Marktplatz

Veröffentlicht: 18.06.2021 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 18.06.2021
Bewertungsbetrug auf Amazon: Viele Amazon-Pakete in einem Regal

Amazon ist dem Problem um gefälschte Bewertungen auf seinem Online-Marktplatz noch nicht Herr geworden. Immer wieder gibt es Fälle groß angelegten Bewertungsbetrugs, was nicht nur dem Image von Amazon selbst, sondern auch seriösen, konkurrierenden Händlern sowie den Kunden schadet. Dass Amazon im Kampf gegen solche Machenschaften allerdings nicht kleinbei gibt, könnte nun eine Aktion des Konzerns zeigen: Er hat den chinesischen Hersteller Ravpower von seiner Plattform verbannt und damit sämtliche Angebote entfernt.

Einen konkreten Grund für die Verbannung hat Amazon selbst nicht genannt. Wie das Fachportal Golem mit Verweis auf The Verge schreibt, hatte die Wall-Street-Journal-Journalistin Nicole Nguyen allerdings zuvor einen Bestechungsversuch durch den Tech-Hersteller Ravpower öffentlich gemacht: „Demnach enthielt ein von ihr bei Amazon bestelltes Ladegerät von Ravpower ein Kärtchen, das dazu einlud, eine positive Bewertung des Produkts zu verfassen. Im Gegenzug hätte sie vom Hersteller einen Geschenkgutschein im Wert von 35 US-Dollar erhalten“, heißt es. 

Gerade Hersteller aus China sollen solche Vorgehensweisen immer wieder verfolgen, um ihre Produkte mit vielen positiven Bewertungen zu füllen – obwohl dies ein Verstoß gegen die Richtlinien von Amazon darstellt. Da die Sperrung des Händlers zeitlich genau nach dem Beitrag des Wall Street Journals erfolgte, wird in der Branche ein direkter Zusammenhang vermutet. Es ist indes nicht das einzige Durchgreifen vonseiten Amazons: Bereits im vergangenen Monat habe der Marktplatzbetreiber die beiden chinesischen Tech-Hersteller Mpow und Aukey „nahezu vollständig aus seinem Angebot“ entfernt. Auch in diesen beiden Fällen wurde über Folgen von Bewertungsbetrug gemutmaßt.

Forderung nach Sonntagsöffnungen bis zum Ende des Jahres

Die Coronakrise hat durch die monatelangen Lockdowns tiefe Schneisen in den lokalen Handel geschnitten. Um das stationäre Parkett wieder in Schwung zu bringen und die Waren, die sich in den vergangenen Monaten aufgestaut haben, abverkaufen zu können, gibt es nun Rufe nach der Möglichkeit, Läden auch sonntags zu öffnen. „Kurzfristig sollte es gerade mit dem Blick auf einen kraftvollen Neustart nach der Pandemie allen Einzelhändlern offenstehen, zumindest die restlichen Sonntage in diesem Jahr ihre Türen für alle Kunden zu öffnen“, wird Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE, von der F.A.Z. zitiert

Untermalt wird die Forderung mit dem Verweis, dass auch andere Geschäfte, wie beispielsweise aus der Gastronomie oder auch Kinos und Theater an Sonntagen ihre Pforten öffnen dürften. Zudem seien Sonntagsöffnungen sogar in stark katholisch geprägten Staaten üblich.

In Deutschland gilt das Grundsatzverbot der Sonntagsarbeit, wobei es nur in eng definierten Fällen Ausnahmen gibt, beispielsweise im medizinischen Bereich, im Sicherheitsbereich oder der Grundversorgung. Besonders Arbeitnehmervertreter verweisen auf einen familiären Ausgleich nach der Arbeitswoche und wichtige Erholungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer, die durch Sonntagsarbeit nicht möglich wären.

Online-Schutz wird zu oft vernachlässigt

Es ist ein bisschen paradox: In Deutschland kennen sich die Menschen immer besser mit potenziellen Gefahren aus, die aus dem Internet kommen, dennoch werden wichtige Schutzmaßnahmen von einem Großteil der User nicht genutzt: Laut dem aktuellen Sicherheitsindex der Initiative „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN) sind sechs von zehn Internetnutzer (59 Prozent) zu nachlässig, wenn es um den Schutz bei Online-Diensten geht. 

Lediglich die Hälfte (50 Prozent) kontrolliert die Zugriffsrecht von Apps und weniger als jeder Dritte (31 Prozent) greift auf Passwortmanager zurück. „Wir sehen, dass das vorhandene Wissen zu selten in die Praxis umgesetzt wird. Hier müssen wir ansetzen und Menschen zum sicheren Handeln ermuntern“, zitiert t3n Christian Kastrop, Staatssekretär des Verbraucherschutzministeriums.

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