Der frühe Vogel

Wish brechen die Kunden weg – jetzt stehen Sparmaßnahmen an

Veröffentlicht: 16.08.2021 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 16.08.2021
Wish App auf einem Smartphone

Wish steckt offenbar in einigen Schwierigkeiten, das Geschäft des Billig-Marktplatzes läuft nicht rund, wie die aktuellen Geschäftszahlen des zweiten Quartals zeigen. Demnach sei der Umsatz des Kern-Marktplatzes im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent auf 378 Millionen Dollar gesunken. Die Zahl der aktiven Wish-Kunden lag im zweiten Quartal 44 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. In den vergangenen zwölf Monaten sank die Zahl der aktiven Käufer um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Besser sieht es dagegen in den Bereichen ProductBoost und Logistik aus: Wish verzeichnete bei ProductBoost – dem Werbesystem des Marktplatzes – einen Zuwachs von 11 Prozent auf 50 Millionen Dollar. Im vergangenen Jahr hatten die Händler ihre Werbemaßnahmen aufgrund der Coronapandemie zurückgefahren, das scheint sich nun zu beruhigen. Mit seinen Logistik-Dienstleistungen setzt Wish 126 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum um und erreichte einen Umsatz von 228 Millionen Dollar. 

Wish verzeichnete 31 Prozent höhere Umsatzkosten. Der Verlust des Unternehmens hat sich in den drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr verzehnfacht: Lag er im zweiten Quartal 2020 noch bei 11 Millionen Dollar, steht in diesem Jahr ein Minus von 111 Millionen unterm Strich. 

Nun will das Unternehmen einige Maßnahmen ergreifen, um wieder auf Kurs zu kommen. Wish habe bereits damit begonnen, die Werbeausgaben „deutlich zu reduzieren“, wie es im Brief an die Aktionäre zu lesen ist. Neue Kunden werde der Marktplatz kaum gewinnen, heißt es weiter – stattdessen gehe es nun darum, die bisherigen Kunden besser zu binden und zu mehr Interaktion zu bewegen.

Lidl muss Hanfprodukte aus dem Sortiment nehmen

Der Discounter Lidl hatte gemeinsam mit dem StartUp The Green Dealers Cannabis-Aktionsware auf den Markt gebracht. Doch nun musste Lidl die Produkte wieder aus dem Sortiment nehmen, berichtet der Spiegel. Einige Produkte würden derzeit kontrolliert werden, ein möglicher Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz stehe dem Bericht zufolge im Raum. Einem Sprecher der Staatsanwaltschaft Heilbronn zufolge werde untersucht, „ob die Produkte, die dort angeboten werden, THC oder CBD enthalten“.

Lidl arbeite eng mit den Behörden zusammen, um den Fall aufzuklären. Bislang handele es sich um einen Prüfvorgang und nicht um ein Ermittlungsverfahren. Lidl hatte 21 verschiedene Hanfprodukte von The Green Dealers – darunter Brownies, Kekse und Energydrinks – zeitweise angeboten.

Lieferando bietet seinen Fahrern unbefristete Verträge

Der Essenslieferdienst Lieferando bietet neuen Mitarbeitern ab sofort unbefristete Arbeitsverträge an. Auch den rund 10.000 bestehenden Fahrerinnen und Fahrern werde das Unternehmen unbefristete Anstellungen anbieten, berichtet Gründerszene. Damit wolle Lieferando nach eigenen Angaben einen neuen Branchenstandard setzen, heißt es. Die befristeten Verträge der Mitarbeiter seien in der Regel ohnehin verlängert, doch die neuen Verträge böten mehr Sicherheit.

Mit dem Schritt reagiert Lieferando auch auf Forderungen aus der Politik: Die Beschäftigungsbedingungen von Kurierfahrern werden seit geraumer Zeit kritisch beäugt, zuletzt haben die Entwicklungen um Gorillas die Diskussion wieder öffentlich entfacht.

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