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Kolumne: Hurra die Post ist da – der Empfänger leider nicht

Veröffentlicht: 05.07.2013 | Autor: Katja Naumann | Letzte Aktualisierung: 05.07.2013

Die Deutsche Post hat in den letzten Tagen mehrfach Schlagzeilen gemacht, unter anderem mit einer Firmenübernahme, der Einführung eines Rücksendeentgeltes und einer neuen Serviceleistung. Zwei Fragen stellen sich: „Wirkt sich das Rücksendeentgelt auf die Kunden aus? und Profitieren Kunden tatsächlich von einer neuen Serviceleistung?“

Paket bestellt, nach Hause gekommen und wieder nur eine kleine, gelbe Benachrichtigungskarte im Briefkasten? Dieses Szenario möchte die Post gerne ändern und die Lieferung zum Wunschtermin einführen. Mit der neuen Serviceleistung soll die Paketzustellung für die Kunden bequemer werden, allerdings stellt sich die Frage wie der Logistikriese das realisieren möchte. Geplant ist, dass die DHL ihre Kunden einen Tag vor der Auslieferung des Paketes per E-Mail über die Lieferung informiert und dann innerhalb eines Zeitfensters von vier Stunden liefert. Bei paket.de registrierte Kunden sollen darüber hinaus die Möglichkeit bekommen einen Wunschtermin anzugeben und den von DHL genannten Liefertermin, um bis zu vier Tage zu verschieben. Aber wie soll das realisiert werden oder die Situation des Kunden verbessern?

Natürlich ist es positiv für den Kunden zu wissen, dass am nächsten Tag ein Paket geliefert werden soll, aber in der Regel wird der angegebene Lieferzeitraum in der Arbeitszeit des Kunden liegen. Die Chance, dass er zu Hause ist und das Paket entgegen nehmen kann, wenn er nicht ohnehin frei hat oder aus anderen Gründen zu Hause ist, dürfte also gering sein. Andererseits haben auch die Paketzusteller einen normalen Arbeitstag und irgendwann Feierabend, sodass DHL es sicher nicht schaffen wird, die Zustellung aller Pakete auf die Zeit nach dem Feierabend ihrer Kunden zu legen und auch die Lieferung aller Pakete am Samstag ist eher unrealistisch. Die kleine gelbe Karte wird den meisten Kunden also sicher erhalten bleiben, als Information wo das Paket abgeholt werden kann. Die Post hat mit der Einführung des neuen Service allerdings eine weitere Serviceleistung in ihrem Portfolio, was zumindestens werbetechnisch keinen Nachteil darstellen dürfte.

Was passiert aber wenn die Pakete gar nicht zugestellt werden können und auch nicht abgeholt werden? Sie werden an den Versender zurückgeschickt. Bisher war dieser Service der Post kostenfrei, seit 01. Juli wird dabei jedoch ein Rücksendeentgelt in Höhe von 4 Euro erhoben. Diese Gebühr beschäftigte in dieser Woche viele Online-Händler, denn diese haben die neue Gebühr zu tragen und sind darüber sicher wenig erfreut. Sofort steht dabei die Frage im Raum, ob die Kosten durch den Online-Händler nicht auf die Kunden umgelegt werden können. Eine klare Rechtsprechung gibt es dazu allerdings noch nicht, sodass die Händler diese Kosten besser von Anfang an einkalkulieren. Am Ende tragen auf diese Weise alle Kunden die Kosten für das neue Rücksendeentgelt, gewinnen wird nur DHL.

Rückblickend auf die Woche lässt sich sagen, dass die Post zwar ihre neue Serviceleistung feiert, gleichzeitig aber neue Gebühren einführt. Ob Kunden tatsächlich von einer Lieferung zum Wunschtermin profitieren können, muss sich erst zeigen. Die Auswirkungen des Rücksendeentgeltes sind jedoch absehbar, immerhin gibt es Konkurrenten, die diesen Service weiterhin kostenlos bieten.

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