Jungspunde im E-Commerce: Wenn Heranwachsende den Online-Handel für sich entdecken

Veröffentlicht: 28.07.2017 | Geschrieben von: Christian Laude Test | Letzte Aktualisierung: 28.07.2017

Manche Menschen landen bereits in frühen Jahren im E-Commerce. Manche davon haben sogar schon einen eigenen Online-Shop. In der Juli-Ausgabe unseres Onlinehändler Magazins analysieren wir, wie es dazu kommen kann und mit welchen Hürden vor allem junge Online-Händler zu kämpfen haben.

Junge mit Hund

© LuckyImages - Shutterstock.com

Als heranwachsender Mensch steht jeder früher oder später vor der entscheidenden Frage, was man mit seinem Leben anfangen will. Ausbildung? Studium? Oder Zivil- bzw. Wehrdienst, um Zeit für die Entscheidung zu gewinnen und gleichzeitig Erfahrungen zu sammeln bzw. etwas Geld hinzuzuverdienen? Die Entscheidung ist dabei in den meisten Fällen so schwer wie einflussreich, ebnet sie doch den Weg für die nachfolgende Zeit im Leben. Einige wählen dabei sogar den direkten Einstieg ins Berufsleben – ohne jegliche „Umwege“ oder Abzweigungen.

Auch im Online-Handel kann es passieren, dass man als junger Mensch unversehens Geschäftsführer eines eigenen Shops ist – und das bereits in sehr jungen Jahren. Das entspricht jedoch nur bedingt dem klassischen Rollenbild, denn die meisten haben bei einem Shop-Betreiber wohl eher einen gesetzteren Menschen im Kopf, der bereits einige (Lebens-)Erfahrungen sammeln konnte, und nicht unbedingt einen „unerfahrenen“ Jungspund, der gerade mal der Schule entkommen ist.  

Gründe für den frühen Start

Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass man sich bereits als junger Mensch explizit dafür entscheidet, im Online-Handel als Shop-Betreiber tätig zu sein? Ein Grund kann dabei eine Eigenschaft sein, die vor allem junge Menschen auszeichnet: der Drang dahingehend, neue Sachen zu entdecken. Niklas Schmolke zum Beispiel ist gerade mal 19 Jahre alt, geschäftsführender Gesellschafter der „Necror UG“ mit Sitz in Krefeld, die seit 2014 am Markt ist und Game- sowie Voice-Server zur Verfügung stellt. Zum Vergleich: Laut Statista wurden im Jahr 2016 gerade mal fünf Prozent der StartUps in Deutschland von 18- bis 24-jährigen gegründet.

Schmolke selbst nennt als einen der Hauptgründe für den Einstieg in den Online-Handel „jugendliche Neugier“. Gleichzeitig wollte er seine „freie Zeit sinnvoll nutzen“. Während andere in seinem Alter also Computerspiele zocken, auf Partys das wilde Leben entdecken oder im Sportverein neue Rekorde brechen, entschied er sich für die wirtschaftliche Seite – was natürlich nicht bedeuten soll, dass man das nicht auch in irgendeiner Form gut miteinander kombinieren könnte.

Ein anderes Beispiel für einen jungen Online-Händler ist Benedikt Schickan. Er ist mit seinem Unternehmen „ESDownload“ seit 2016 aktiv und vertreibt damit Software-Lizenzen. Gleichzeitig macht er gerade sein Abitur und will sich danach selbstständig machen. Schickan meint wiederum zum frühen Einstieg in die E-Commerce-Welt: „Ich denke es ist nie zu früh um seine Ideen zu verwirklichen und mit dem entsprechenden Einsatz etwas aufzubauen. Von daher hat sich für mich nie die Frage nach meinem Alter gestellt. Auch Geschäftspartner konnte ich meist bereits in ersten Gesprächen von meiner Kompetenz überzeugen.“

Er betont dabei die Unterstützung seiner Freunde und vor allem auch seiner Familie. Ein Faktor, der eine sehr wichtige Rolle spielt, wenn junge Menschen den bedeutenden Schritt in die Selbstständigkeit wagen – und das nicht einmal nur in finanzieller Hinsicht. Auch wenn die Eltern in einem vollkommen anderen Bereich tätig sind, können sie dennoch zumindest mentale Unterstützung leisten und ihren Nachwuchs dazu ermutigen, auf dem richtigen Weg zu sein. Ohne diesen Support wäre der frühe Einstieg für die meisten wohl nahezu unmöglich – oder zumindest mit weitaus mehr Hindernissen verbunden.

Wie es zum jeweiligen Geschäftsmodell kam

Wieso haben sich die beiden gerade für das jeweilige Geschäftsmodell entschieden? Gewisse Einblicke konnte Schickan mit seinem Lizenz-Shop bereits durch frühere Jobs sammeln: „Mein Interesse am Handel allgemein wurde bereits recht früh durch einen Aushilfsjob in einem kleinen Computerladen bei uns im Ort geweckt und schon bald begann ich verschiedene Produkte auf Ebay.de anzubieten.“ Auch, oder vielleicht gerade bei jungen Menschen, kann der private Verkauf von Produkten beispielsweise bei Ebay also als Sprungbrett in den professionalisierten Online-Handel dienen.

Der klassische Weg, sein Hobby zum Beruf zu machen, scheint bei jungen Menschen das Leitmotiv für den frühen Einstieg in den Online-Handel zu sein. Man entwickelt bestimmte Interessen, und oftmals ist es eben auch so, dass diese nicht nur temporär vorhanden sind, sondern auch noch lange Zeit später, möglicherweise sogar bis ins hohe Erwachsenenalter. Aufgrund des frühen Interesses in den jeweiligen Bereichen werden bereits im jungen Alter Erfahrungen gesammelt – auch als Kunde. Dadurch ist es wiederum möglich, aus Kundensicht Erkenntnisse zu sammeln und genau diese Schwerpunkte dann später im eigenen Online-Shop zu integrieren.

Genau das eignet sich auch hervorragend dahingehend, um sich von anderen Mitbewerbern erfolgreich abzuheben. „Mein Ziel war es, ein besonders kundenahes Unternehmen in genau dieser Branche zu starten“, bestätigt Schmolke. „Dabei kam mir mit meinem jungen Alter die direkte Verbindung zu der Branche zugute, zumal ich selbst vor einigen Jahren Kunde bei diversen Anbietern gewesen bin und somit weiß, worauf es den Kunden ankommt.“ Darüber hinaus erkannte er an vielen Stellen der angebotenen Produkte Verbesserungspotenzial, welche er mit seinem eigenen Unternehmen angehen wollte.


Onlinehändler Magazin 07/2017

Hierbei handelt es sich um einen Auszug aus einem Artikel des aktuellen Onlinehändler Magazins. Im weiteren Verlauf geht es unter anderem um die Frage, welche Probleme auftreten können, wenn man bereits im jungen Alter in den Online-Handel einsteigt, und wie diese erfolgreich gemeistert werden können. 

Aber auch darüber hinaus finden Sie im Heft jede Menge Hintergründe zum Online-Handel. Wir erklären etwa, wie Online-Händler sich vor den gefürchteten DDoS-Attacken schützen können, welche Möglichkeiten sie bei der Lagerlogistik haben und wie sie Call-to-Action-Elemente richtig in ihrem Shop anwenden. Außerdem wagen wir einen Vergleich der beiden großen Marktplätze Amazon und Ebay und zeigen, wo die Unterschiede liegen.

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