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Rückblick: Der Online-Handel im Oktober 2017

Veröffentlicht: 01.11.2017 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 01.11.2017 | Gelesen: 1445 mal

Im Oktober fielen die Temperaturen zwar merklich, doch der Online-Handel kühlte nicht ab. Wir blicken auf die wichtigsten Themen des vergangenen Monats zurück.

Oktober-Schriftzug in Blättern
© Anton Watman – Shutterstock.com

Geschäftszahlen: Amazon gewinnt die Bilanz-Saison

Im Oktober haben wieder zahlreiche Unternehmen ihre Geschäftszahlen veröffentlicht. Die Otto Group verkündete ein E-Commerce-Umsatzwachstum von zehn Prozent. Auch Ceconomy konnte ein erfolgreiches Quartal vorweisen und seinen Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent steigern. Ebay hat mit einem Umsatzwachstum von 8,7 Prozent ebenfalls ein gutes Quartal hinter sich – mit dem Ergebnis konnte das Unternehmen die Börse aber nicht begeistern und musste einen Aktieneinbruch hinnehmen. Für mehr Begeisterung sorgte PayPal: Der Payment-Anbieter meldete reichlich Gewinne und übertraf mit den Ergebnissen die Erwartungen der Börse. Damit sind die Aussichten des Unternehmens überaus vielversprechend.

Unangefochtener Gewinner der Bilanz-Saison war aber Amazon: 43,74 Milliarden Dollar setzte das Unternehmen im dritten Quartal des Jahres um, der Gewinn liegt bei rund 256 Millionen Dollar. Für das Weihnachtsquartal hat Amazon eine Gewinnspanne von 300 Millionen bis 1,6 Milliarden Dollar angegeben – der Umsatz soll dann bei 55 bis 60,5 Milliarden Dollar liegen.

Neue und stärkere Kooperationen im Oktober

Im Oktober haben einige Unternehmen auch ihre Zusammenarbeit gestärkt oder neue Kooperationen geschlossen. PayPal verkündete zum einen, mit MasterCard nun weltweit zusammenarbeiten zu wollen, zum anderen wurde eine neue Kooperation mit PaketPlus gestartet, um Online-Händlern Versandmaterial zu günstigeren Konditionen bieten zu können.

Ebay hat unterdessen eine Kooperation mit Thalia geschlossen, um E-Books für Ebay-Plus-Nutzer zu bieten – damit will das Unternehmen wohl servicemäßig zum großen Konkurrenten Amazon und seinem Prime-Angebot aufschließen.

Nachrichten von den Marktplätzen

Apropos Ebay: Von den beiden großen Marktplätzen gab es wie gewohnt auch wieder einige News im Oktober. So hat Ebay die Ausschreibung für die ersten Händler-Awards, die der Marktplatz im kommenden Jahr verleihen wird, gestartet. Händler können sich ab sofort in sieben verschiedenen Kategorien für die Awards bewerben. Zudem gibt es durch die strukturierten Daten nun eine neue Suchfunktion auf dem Ebay-Marktplatz und das Unternehmen hat einen neuen Service gegen Produktfälschungen gestartet, der allerdings noch an Kinderkrankheiten leidet. Daneben hatte Ebay auch Ärger, weil es die Feilschen-Option plötzlich für Auktionsangebote in den USA freigeschaltet hatte.

Amazon sorgte unterdessen mit der Schließung seiner (Kunden-)Foren für reichlich Aufsehen und einige scharfe Reaktionen. Gegen Ende des Monats hat Amazon den Prime-Versand auf den B2B-Bereich ausgeweitet und bietet nun auch Geschäftskunden einige Vorzüge des Services. Unterdessen wurde bekannt, dass das Unternehmen mit deutschen Produkten den chinesischen Markt angreifen wolle – und damit die Konkurrenz zu Alibaba erhöhen will. Der chinesische Konkurrent hatte Amazon im Oktober übrigens in Sachen Wert überholt. In Deutschland testet Amazon unterdessen offenbar ein neues Design, mit dem die Prime-Mitgliedschaft noch stärker in den Fokus gerückt wird. Die Vorstellung von Amazon Key, einem Service mit dem Paketboten Zugang zur Wohnung der Empfänger erhalten sollten, schlug die größten Wellen.

Weitere News aus dem E-Commerce

Vor allem beim Thema Lebensmittel gab es einige neue Entwicklungen im vergangenen Monat: Rewe hat gemeinsam mit der Lufthansa ein Pilotprojekt gestartet, mit dem Reisende ihren Wocheneinkauf aus der Luft heraus durchführen können sollen. Einen Rückzieher hat dagegen Kaufland gemacht: Das Unternehmen hat seine Expansion nach Hamburg gestoppt – überaus kurzfristig, schließlich hatte Kaufland schon erste Mitarbeiter dafür angestellt. Real weitet seinen Lieferdienst unterdessen auf zehn Städte aus – unter anderem auch in Hamburg.

Große Nachrichten gab es auch von HelloFresh: Das Unternehmen wagt einen zweiten Versuch an die Börse. 350 Millionen Euro soll der Börsengang einbringen. Kurze Zeit später hat das Unternehmen sein Angebot durch smarte Automaten, die Snacks und fertige Gerichte enthalten, erweitert.

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