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Kritik an Projekt Dragonfly

Google-Mitarbeiter protestieren gegen zensierte Suchmaschine für China

Veröffentlicht: 28.11.2018 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 28.11.2018 | Gelesen: 538 mal
Google-Gebäude

Erneut haben sich Mitarbeiter von Google gegen den eigenen Konzern aufgelehnt. In einem offenen Brief fordern über 300 Angestellte den Stopp des Projektes „Dragonfly”. Bei diesem handelt es sich um eine zensierte Version der eigenen Suchmaschine für China. Es würde einen Präzedenzfall schaffen, an dem sich andere autoritäre Staaten orientieren könnten, wie in dem auf medium.com veröffentlichten Brief zu lesen ist. Bereits in der Vergangenheit haben Google-Mitarbeiter ihre Bedenken über das Projekt geäußert. Mit dem offenen Brief schließt man sich nun den Forderungen von Amnesty International an.

Erst vor wenigen Wochen sah sich Google mit einem Mitarbeiterprotest konfrontiert, als tausende Angestellte des Konzerns auf der ganzen Welt ihre Arbeit niederlegten, um gegen den Umgang Googles mit Sexismusvorwürfen zu protestieren.

Dragonfly ermöglicht „Zensur und regierungsbestimmte Fehlinformationen” 

„Wir sind Tausende von Mitarbeitern, die ihre Stimme über Monate erhoben haben”, beginnen die Google-Angestellten ihren an das Unternehmen gerichteten offenen Brief. Doch trotz der Hinweise von Menschenrechtsorganisationen und investigativen Journalisten auf die Menschenrechte konnte die Führungsetage von Google noch keine zufriedenstellende Antwort liefern, so ist im Schreiben weiter zu lesen. „Bei unserer Ablehnung von Dragonfly geht es nicht um China”, wird darin klargestellt. „Wir lehnen Technik ab, die den Mächtigen dabei hilft, die Wehrlosen zu unterdrücken, wo auch immer.” Dragonfly würde Zensur und die Verbreitung von „regierungsbestimmten Fehlinformationen” ermöglichen. 

Außerdem würde man durch eine für China bereitgestellte zensierte Suchmaschine einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen, „welcher es Google erschweren würde, ähnliche Forderung anderer Länder abzulehnen.”

Mitarbeiter appellieren an die Werte Googles

„Viele von uns haben eine Arbeit bei Google mit Blick auf die Werte des Unternehmens angenommen, einschließlich seiner einstigen Position zur chinesischen Zensur und Überwachung, und der Abmachung, dass Google ein Unternehmen war, das bereit war, seine Werte über seine Gewinne zu stellen”, heißt es von den Mitarbeitern weiter. Nach einem Jahr voller Enttäuschungen glauben sie nun nicht mehr daran, dass Google diese Richtlinie weiterhin verfolgt. Aus diesem Grund habe man nun Stellung bezogen. „Google ist zu groß, um nicht verantwortlich gemacht zu werden. Wir verdienen es zu wissen, was wir erschaffen und wir verdienen ein Mitspracherecht bei solch wichtigen Entscheidungen”, beenden die Angestellten ihren Brief. Ob sich Google davon tatsächlich beeinflussen lässt, wird sich zeigen.

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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