Paketdienst wird digitaler

Hermes setzt künftig auf Benachrichtigungen via E-Mail

Veröffentlicht: 17.12.2019 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 17.12.2019
Schild des Paketdienstes Hermes

Wenn Kunden nicht zu Hause sind, landen in der Regel papierne Benachrichtigungskarten im Briefkasten. Diese geben Auskunft darüber, dass der Paketbote den Empfänger nicht erreichen konnte – und im besten Fall ist ein Hinweis vermerkt, bei welchem Nachbarn das Paket schließlich abgegeben wurde und abgeholt werden kann.

Die blauen Benachrichtigungskarten, die der Paketdienstleister Hermes bisher immer nutzte, scheinen allerdings bald der Vergangenheit anzugehören. Denn wie das Branchenportal Golem schreibt, setzt sich das Unternehmen künftig auch via E-Mail mit seinen Kunden in Verbindung. 

Kunden sollen neue Zustellversuche steuern können

Schritt für Schritt soll die papierne Variante der digitalen Kommunikation demnach weichen. Die Einführung der E-Mail-Kommunikation ist kein Spontanprojekt. Im Vorfeld soll es bereits Pilottests gegeben haben. Dabei räumt Hermes auch die Möglichkeit ein, Einfluss auf den nächsten Zustellversuch zu nehmen, diesem etwa ein anderes Datum zuzuweisen oder auch einen bestimmten Nachbarn bzw. Ablageort für den Paketempfang zu wählen.

„Das Ziel ist es, den gesamten Prozess des Paketempfangs mittels Technologie so transparent, flexibel und steuerbar wie möglich zu gestalten. Dass die elektronische Benachrichtigungskarte ein wichtiger Baustein dafür ist, spiegelt auch das erste Kundenfeedback wider“, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung.

Hermes verweist zudem darauf, dass die Verwendung der digitalen Benachrichtigungskarte nur wenige Klicks benötige und intuitiv sei. Für die Paketboten ergebe sich daraus auch „eine signifikante Zeitersparnis und Arbeitserleichterung“. Hinzu trete dann auch der Aspekt der Nachhaltigkeit.

Auch digitale Variante benötigt Sorgfalt  

Trotz der digitalen Neuerung scheint die Variante nicht fehlerfrei zu sein: Golem berichtet von einem Selbsttest im Berliner Umland, bei dem der Paketbote von Hermes in zwei Fällen „jeweils nur den Namen des Nachbarn, nicht aber die Hausnummer“ in die Benachrichtigungs-E-Mail schrieb. Die genaue Adresse, wo das Paket zu finden ist, habe nur auf der Papierkarte im Briefkasten gestanden – und das wiederum nur in einem der beiden genannten Fälle.

„Da viele Menschen nicht alle Nachbarn mit Namen kennen und diese in Eigenheimgegenden auch nicht immer am Briefkasten stehen, blieb uns weiterhin nur das Warten, bis der ehrliche Nachbar sich selbst meldete“, schreibt das Portal weiter.

Grundsätzlich setzt Hermes mit Blick auf die Kundenzufriedenheit und die Optimierung der Zustellung auf verschiedene digitale Ansätze: Dabei nennt das Unternehmen etwa die Einführung einer volldigitalen Tourenplanung oder die Nutzung einer intelligenten Software, die die Sendungsreihenfolge und Routenführung plant.

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