Von der Auktionsplattform zum Online-Marktplatz

Ebay feiert seinen 25. Geburtstag

Veröffentlicht: 03.09.2020 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 03.09.2020
Ebay Logo in Berlin

Der Online-Marktplatz Ebay feiert seinen 25. Geburtstag und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Seit seiner Gründung im Jahr 1995 hat sich das Gesicht der Plattform stark gewandelt – stärker noch als bei so manchem Konkurrenten. Denn Ebay startete als reine Auktionsplattform im Netz und wandelte sich im Laufe der Zeit zu einem „normalen“ Online-Marktplatz.

Ebays Geschichte beginnt als AuctionWeb

Der Urknall des Ebay-Universums fand im Jahr 1995 statt: Pierre Omidyar, ein US-amerikanischer Programmierer iranischer und französischer Abstammung, startet eine Plattform namens AuctionWeb. Als erstes Produkt, das über die Seite gehandelt wird, gilt ein kaputter Laserpointer, der für 14,83 US-Dollar den Besitzer wechselt. Es dauert noch zwei Jahre, bis der Name Ebay zum ersten Mal auftaucht. Zu diesem Zeitpunkt verzeichnet die Plattform bereits 200.000 Auktionen pro Monat. Ein Jahr später wagt sich das junge Unternehmen an die Börse, die Ebay-Aktie notiert am 24. September 1998 erstmals an der Tech-Börse Nasdaq.

Heutzutage zählt Ebay rund 182 Millionen aktive Käufer weltweit, rund 18 Millionen davon auf seinem deutschen Marktplatz. Zu jeder Zeit, betont das Unternehmen, befinden sich 1,1 Milliarden Produkte auf dem Marktplatz. Der Außenumsatz des Marktplatzes (Gross Merchandise Volume/GMV) liegt weltweit bei etwa 27 Milliarden US-Dollar. Dass Ebay mittlerweile kein Auktionshaus mehr ist, zeigt auch die Zahl der Festpreisangebote: 88 Prozent aller Angebote werden zum Festpreis verkauft – der Anteil der Auktionen ist damit beträchtlich gesunken. Die „3, 2, 1… meins!“-Zeiten sind längst vorbei.

Die erfundene Gründungslegende

„Es begab sich an einem Tage im Jahr 1994, als Pierre Omidyar von seiner damaligen Verlobten – einer begeisterten PEZ-Sammlerin – darum gebeten wurde, eine Website zu erschaffen, über die sie sich mit anderen Sammlern und Fans der kultigen Bonbon-Spender austauschen könne. Als Omidyar sah, wie erfolgreich die Website war, baute er sie zum Marktplatz aus und gründete Ebay.“

Das ist die Legende, die man in dieser oder ähnlicher Form immer wieder liest. Diese Geschichte ist allerdings frei erfunden: Ein PR-Manager hatte sie sich im Jahr 1997 ausgedacht, um das Interesse der Medien zu wecken. Ebay hat längst bestätigt, dass die Geschichte erfunden ist – zelebriert wird die Gründungslegende trotzdem von dem Unternehmen, unter anderem finden sich in der Lobby der Deutschland-Zentrale in Kleinmachnow PEZ-Spender als Hinweis auf den PR-Stunt.

Ebay baut komplett auf seine Händler

Ebay ist seit jeher einer der größten Konkurrenten von Amazon. Während Amazon in vielen Märkten die Spitzenposition einnimmt, findet sich Ebay in der Regel an der Spitze des Verfolgerfeldes. Für Händler bietet der Ebay-Marktplatz einen großen Vorteil im Vergleich zu Amazon: Das Unternehmen bietet selbst keine Ware an, tritt also nicht als Konkurrent seiner Marktplatz-Händler auf. Ebay hebt diesen Fakt regelmäßig hervor und bezeichnet sich als „Unterstützer der Händler“.

Inzwischen bietet das Unternehmen zahlreiche Services für Händler und Kunden. Dazu zählen unter anderem:

  • Ebay-Garantie: Auszeichnung für Verkäufer mit herausragendem Service (Ein Monat Widerrufsrecht, Geld zurück mit dem Ebay-Käuferschutz, geprüfter Händler)

  • Ebay Plus: Premium-Mitgliedschaft für Kunden mit kostenlosem Versand, kostenlosem Rückversand und einem Premium-Kundenservice

  • Ebay Fulfillment: Logistik-Dienstleistungen zur Unterstützung der Händler

  • Diverse Verkäufer-Tools zur Unterstützung der Händler im Verkäufer Cockpit Pro

Die vergangenen Jahre waren von Umbrüchen geprägt

In den letzten Jahren gab es einige Umbrüche bei Ebay. So baute Ebay mit strukturierten Daten die Suche von einem listing-basierten Aufbau zu einem produkt-basierten Aufbau um und wurde seinem Konkurrenten Amazon damit etwas ähnlicher. 2015 wurde der Zahlungsdienst PayPal auf Drängen des Minderheiteneigners Carl Icahn abgespalten – Ebay verlor damit einen wichtigen Umsatztreiber seines Geschäfts, will sich in Zukunft aber mehr Flexibilität in Sachen Zahlungsarten verschaffen: Der Marktplatz übernimmt die Zahlungsabwicklung in Zusammenarbeit mit Adyen jetzt selbst. Ganz unkritisch wird diese Umstellung von einzelnen Händler bisher allerdings nicht gesehen. 

Um den Austausch mit den Händlern zu stärken, hat das Untrernehmen die Ebay Open nach Deutschland gebracht – die Veranstaltung bietet den Verkäufern Gelegenheit, sich über den Handel und Neuheiten auf Ebay zu informieren und sich mit dem Team auszutauschen. Diese Möglichkeit werden die Händler zweifellos auch in diesem Jahr wieder nutzen.

Auch nach 25 Jahren zeigt sich zumindest: Stillstand gibt es bei Ebay nicht.

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