Der frühe Vogel

Amazon mit Nettoverlust von fast 4 Milliarden Dollar

Veröffentlicht: 29.04.2022 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 22.06.2022
Paket mit Amazon-Klebeband

Der Einstieg ins neue Jahr ist Amazon alles andere als gelungen und hat die Analysten in Aufregung versetzt: Der Umsatz des Konzerns stieg um sieben Prozent auf 116,4 Milliarden Dollar. Es ist das schwächste Wachstum seit rund 20 Jahren. Der Betriebsgewinn sackte in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahr um deutliche 58 Prozent auf 3,7 Milliarden US-Dollar ab. Als Grund werden laut Heise Online „ungewöhnlichen Herausforderungen“ genannt, die nicht nur die Pandemie, sondern auch der russische Krieg gegen die Ukraine mit sich brächten, ließ Konzern-Chef Andy Jassy verlauten.

Alles in allem steht unterm Strich ein Nettoverlust in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar – was den seit Jahren andauernden Höhenflug von Amazon unterbricht, denn es ist der erste Netto-Quartalsverlust, den der Konzern seit dem Jahr 2015 einstecken muss. Schuld an dieser Entwicklung habe eine Wertkorrektur von Amazons Beteiligung am Autobauer Rivian in Höhe von 7,6 Milliarden Dollar.

Auch die Aussichten für das laufende zweite Quartal könnten besser sein: Amazon geht von Erlösen in einem Spielraum zwischen 116 Milliarden und 121 Milliarden Dollar aus. Dies entspricht einem Wachstum zwischen drei und sieben Prozent. Beim Betriebsgewinn könnte das Unternehmen den Prognosen gemäß sogar in die Verlustzone rutschen: Hier wird mit einem Wert zwischen minus einer und plus drei Milliarden Dollar gerechnet.  Anleger zeigten sich alles andere als begeistert. Die Aktie rutschte nach Bekanntwerden der Ergebnisse im nachbörslichen Handel um zeitweise zehn Prozent ab.

Twitter kann bei Nutzerzahlen wachsen

Kurz nach der angekündigten Firmenübernahme durch den Tesla-Chef Elon Musk hat auch Twitter seine Zahlen für das zurückliegende Quartal präsentiert. Aus dem ersten Quartal 2022 kann der Kurznachrichtendienst mit einem der stärksten Sprünge bei den Nutzerzahlen seit Jahren herausgehen: Insgesamt 229 Millionen aktive Nutzer lockte der Dienst täglich auf sein Portal, was in einem Drei-Monats-Zeitraum einem Anstieg von gut 14 Millionen Menschen entspricht.

Einen peinlichen Faupax musste Twitter indes ebenfalls mit Blick auf die Nutzerzahlen einräumen: Aufgrund eines Fehlers habe das Unternehmen seit dem Jahr 2019 stets leicht höhere Nutzerzahlen gemeldet, als diese eigentlich waren, heißt es bei Heise Online. „So hatte der Dienst für das Schlussquartal 2021 rund 217 Millionen tägliche Nutzer genannt. Nach der Neuberechnung waren es noch 214,7 Millionen.“

Der Quartalsumsatz kletterte im Vergleich mit dem Vorjahr um 16 Prozent auf 1,2 Milliarden US-Dollar, was die Analysten enttäuschte. Der Gewinn von 513 Millionen Dollar wurde durch einen Sondererlös in Höhe von 970 Millionen Dollar vor Steuern generiert, der sich aus dem Verkauf der Werbefirma MoPub ergab. Das operative Geschäft verzeichnete hingegen einen Verlust von 123 Millionen Dollar. Prognosen für die kommenden Monate gibt es demnach keine und auch bereits anvisierte Zielmarken wurden zurückgezogen – eine Einschätzung der Lage im Rahmen der Übernahme durch Musk ist dem Unternehmen offenbar zu heikel.

Apple darf sich über satten Gewinn freuen

Der iPhone-Hersteller Apple kann für Q1 eine stattliche Entwicklung inklusive Milliarden-Gewinn verzeichnen und zeigt damit, dass er den globalen Schwierigkeiten der Elektronik-Branche ein Stück weit trotzen kann. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum wuchs der Umsatz um neun Prozent auf 97,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn liegt laut einer dpa-Meldung bei der WirtschaftsWoche bei einem Plus von fast sechs Prozent und einem Wert von 25 Milliarden Dollar.

„Besonders stark war das Wachstum im Service-Bereich, in dem das Geschäft etwa mit Speicherdiensten, der App-Plattform, aber auch Musik- und Videostreaming gebündelt ist. Der Umsatz der Sparte wuchs um gut 17 Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar“, wird berichtet. Die Erlöse rund um das iPhone stiegen um 5,4 Prozent auf fast 50,6 Milliarden Dollar. Auch der Mac-Computer bescherte gute Zahlen und ging aus den ersten drei Monaten mit einem Umsatzzuwachs von 14,6 Prozent auf 10,4 Milliarden Dollar heraus. Mit dieser Entwicklung sticht Apple aus der aktuellen Lage des weltweiten PC-Marktes heraus, der nach Analysen von IDC um rund fünf Prozent nachgab.

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