Apps testen für 1.000 Euro im Monat?

Online-Drogenhandel: Behörden warnen vor betrügerischen Stellenanzeigen 

Veröffentlicht: 03.08.2022 | Geschrieben von: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 03.08.2022
Stellenangebote in der Tageszeitung mit Lupe

Nicht jedes Jobangebot, das verlockend klingt, ist es auch tatsächlich – darauf machen aktuell Polizei und Zoll aufmerksam. Dies gilt vor allem für jene Annoncen, in denen es heißt, man könne Apps testen und dafür bis zu 1.000 Euro im Monat verdienen. „Diese Angebote sind häufig kriminell. Sie dienen dazu, persönliche Daten zu stehlen und sie für kriminelle Zwecke einzusetzen“, heißt es in einer aktuellen Warnmeldung des Bundeskriminalamts, des Bayerischen Landeskriminalamts und des Zolls.

Die Sicherheitsbehörden sind im Zuge der Bekämpfung von Online-Drogenhandel auf die Betrugsmasche gestoßen.

App-Tester? Kriminelle sichern sich Zugang zu Bankkonten

Die vermeintlichen Arbeitgeber wollen über entsprechende Stellenanzeigen Testpersonen anwerben, die für sie Apps verschiedener Online-Banken ausprobieren sollen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, müssen die Testerinnen und Tester bei verschiedenen Geldinstituten tatsächlich Online-Girokonten eröffnen. Entsprechende Login-Daten wie E-Mail-Adressen und Passwörter werden dann entweder von den Betrügenden vorgegeben oder im Nachhinein von diesen eingefordert.

Angeblich soll es sich nämlich nur um Testkonten handeln – das jedenfalls machen die Kriminellen ihren Opfern weis. Allerdings wurden echte Bankverbindungen angelegt, die Täterinnen und Täter nun als Einzahlungskonten für Bestellungen im Online-Drogenhandel verwenden können. „So können sie die Herkunft von illegal erlangten Geldern verschleiern und sind für die Polizei nicht zu ermitteln. Denn deren Spur führt nur zu den regulären Kontoinhaberinnen und -inhabern – und damit zu denjenigen, die sich als vermeintliche App-Tester zur Verfügung gestellt haben“, schreiben die Behörden.

App-Tester geraten in den Verdacht der Geldwäsche

Die Kriminalämter weisen ausdrücklich darauf hin, dass jene, die die Angebote als App-Testerin oder -Tester angenommen haben, die Veröffentlichung persönlicher Daten im Netz riskieren. Die Daten könnten für Straftaten im In- und Ausland missbraucht werden – und Kontoinhaberinnen und -inhaber dadurch in den Fokus polizeilicher Ermittlungen geraten, etwa wegen des Vorwurfs von Geldwäsche.

Wer also im Netz oder in Zeitungen auf Jobsuche geht, sollte im Falle solcher Angebote darauf achten, ob der potenzielle Arbeitgeber auch tatsächlich seriös ist. Bei angeblich hohen Lohnzahlungen für simple Tätigkeiten sollten bereits die Alarmglocken läuten. Auch Rechtschreib- und Grammatikfehler in der Annonce können ein Anzeichen sein. Häufig erfolgt die Kontaktaufnahme zudem über Messenger-Dienste. „Geben Sie grundsätzlich nie sensible Daten wie Ausweispapiere, Kontodaten oder andere persönliche Daten im Internet preis, wenn die seriöse Nutzung dieser Daten nicht verifiziert werden kann“, rät die Polizei. Wer Opfer einer solchen Betrugsmasche geworden ist, sollte sich an die Polizeidienststelle wenden.

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