Der frühe Vogel

Dienst-Fahrrad und -Handy: Lieferando kündigt bessere Arbeitsbedingungen an

Veröffentlicht: 11.01.2022 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 11.01.2022
Lieferando-Fahrer auf einem Fahrrad

Der Essenslieferdienst Lieferando hat angekündigt, die Arbeitsbedingungen für seine Fahrer verbessern zu wollen. So ist der Basislohn zum Jahresbeginn von zehn auf elf Euro gestiegen. Dieser Lohn werde Lieferando zufolge „unabhängig davon ausgezahlt, wie viel die Kuriere ausliefern, ob sie auf eine Bestellung warten, krankgeschrieben oder im Urlaub sind“, berichtet die Tagesschau. Durch Liefer-Boni und Kilometerpauschalen sei ein Stundenlohn von bis zu 18 Euro möglich, heißt es weiter.

Zudem kündigte das Unternehmen an, seine Fahrer künftig mit einem Dienst-Fahrrad und einem Dienst-Smartphone inklusive Daten-Flatrate auszustatten. Ab Februar sollen alle Beschäftigten zwischen einem von Lieferando gestellten Fahrrad, einem Leasing-Rad oder dem eigenen Rad für Kurierfahrten wählen können. Die letzten beiden Optionen wolle Lieferando durch eine lohnergänzende Kilometerpauschale kompensieren. 

Ganz freiwillig trifft der Konzern diese Entscheidung vermutlich nicht: Im vergangenen Jahr hatte ein Fahrer geklagt, weil Lieferando ihm kein Fahrrad oder Handy zur Verfügung gestellt hatte, obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben sei. Das Landesarbeitsgericht Hessen gab dem Kläger recht, das Bundesarbeitsgericht bestätigte das Urteil. Lieferando war damit verpflichtet, ein Dienst-Fahrrad und Handy mit ausreichend mobilem Internet zur Ausführung der Arbeit zur Verfügung zu stellen. 

Lieferando zufolge wolle man durch die Verbesserungen den Branchenstandard erhöhen. Das Unternehmen bietet nach eigenen Angaben seit November 2021 unbefristete Verträge. Mit den Anpassungen erfüllt Lieferando die Forderungen von Arbeitnehmervertretern aber auch nur teilweise: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hatte im Sommer einen Stundenlohn von mindestens 15 Euro plus Zuschläge und einem 13. Monatsgehalt für Beschäftigte des Unternehmens gefordert.

Ikea verschickt vermehrt aus Einrichtungshäusern

Das schwedische Möbelhaus Ikea baut das Fulfillment über seine Einrichtungshäuser weiter aus, um Lieferzeiten zu verbessern. Bereits im vergangenen Jahr habe Ikea über die Hälfte seiner Bestellungen über die Einrichtungshäuser anstatt über Auslieferungszentren abgewickelt, berichtet die Internet World. Das Modell soll in diesem Jahr weitergeführt werden.

Dabei spielt auch Automatisierung eine Rolle: Ikea will Robotik, Automatisierung und Drohnen einsetzen. Zudem wolle Ikea den Click-und-Collect-Service ausbauen und mehr Filialen eröffnen. 30 neue Kundentreffpunkte in verschiedenen Formaten sollen so in diesem Geschäftsjahr entstehen.

Patentstreit: Nike klagt gegen Adidas

Der US-Sportartikelhersteller Nike sieht in den „Primeknit“-Schuhen von Adidas eines seiner Patente verletzt. Eine Untersuchung der US-Bundesbehörde ITC soll nun prüfen, ob Adidas das Schuhmodell weiter in den USA verkaufen darf, berichtet der Spiegel. Nike wolle ein Importverbot für die Schuhe seines Rivalen erwirken.

Die beiden Hersteller hatten vor fast zehn Jahren nahezu zeitgleich Strickschuhmodelle auf den Markt gebracht: Adidas die „Primeknit“-Modelle, Nike die „Flyknit“-Serie. Seit dem streiten sich die Hersteller um die Modelle. Nike wirft Adidas vor, seine Rechte an der „Flyknit“-Technologie zu verletzen. Adidas hält dagegen, dass man die „Primeknit“-Schuhe aus eigener Forschung und Entwicklung erarbeitet habe.

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.

Meistgelesene Artikel