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Händler sollten Einstellungen überprüfen

Amazon macht FBA-Händler zum Teil des weltweiten Versands

Veröffentlicht: 02.05.2019 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 08.05.2019
Amazon-Pakete in einem Regal

Mit dem FBA-Programm von Amazon können Händler ihre Produkte auch in andere Länder und Regionen versenden lassen. Doch zum heutigen Donnerstag hat das Unternehmen eine Änderung durchgeführt, die gegebenenfalls ein Eingreifen der Händler erfordert. Bisher konnten Händler den Auslandsversand ihrer Produkte auf 26 Länder bzw. Regionen beschränken. Doch ab heute werden die von den Händlern angebotenen Artikel Teil des weltweiten Versands. Die Option, den Versand auf 26 Länder bzw. Regionen zu beschränken, ist nur noch verfügbar, wenn die Option zuvor aktiviert wurde.

Amazon will Rechnungen im Namen der Händler ausstellen

Der Knackpunkt an der Umstellung ist aber, dass Amazon beim Export der Waren Rechnungen im Namen des Händlers ausstellt. „Mit der Nutzung des Export-Services von Versand durch Amazon ermächtigen Sie Amazon, für jede Sendung mit ‚Versand durch Amazon‘-Export in Ihrem Namen eine Handelsrechnung zu unterzeichnen“, heißt es in der Erklärung auf der entsprechenden Seite. Die Handelsrechnung bestätige zum einen die Korrektheit der Angaben zum Sendungsinhalt und ermögliche es zudem Dritten, zusätzliche Unterlagen für den Export auszufertigen.

Amazon FBA Änderung

Die Händler haben die Möglichkeit, auch beim weltweiten Versand Länder auszuwählen, in die sie ihre Waren nicht verschicken wollen. In jedem Fall sollten sich FBA-Händler mit dieser Einstellung auseinandersetzen, denn der Export in andere Länder könnte spätestens steuerrechtlich relevant werden. „Besprecht das mit Eurem Steuerberater, ob Ihr wollt, dass Amazon in Eurem Namen Rechnungen ausstellt“, lautet ein Rat in der Diskussion um das Thema in der Facebook-Gruppe Amazon SEO.

FBA-Händler wurden wohl überrascht

Sowieso scheinen viele Händler von dem Schritt überrascht worden zu sein: Häufig äußern sie, dass sie von der Umstellung offenbar nichts wussten. Ein Händler sei „durch Zufall“ über den Hinweis in den FBA-Versandeinstellungen gestolpert. Vermehrt wird den Händlern auch geraten, dass sie die Einstellung vorsichtshalber deaktivieren sollten – zumindest, bis sie den Sachverhalt mit einem Steuerberater geklärt haben.

Update: Das können Händler, die die 26-Länder-Option nutzen wollen, jetzt noch tun

Händler, die künftig die 26-Länder-Einstellung nutzen wollen, aber die Frist zur Umstellung verpasst haben, können den weltweiten Versand nutzen und alle Länder bis auf diese 26-Länder auswählen. Wie Amazon aus Nachfrage von OnlinehändlerNews erklärt, wird beim Versand in die EU keine Handelsrechnung durch Amazon im Namen der Händler ausgestellt, da diese lediglich für den Export in ein Drittland nötig ist.

Die Einstellung der Versandoptionen finden Händler im Seller Central in den Einstellungen (rechts oben) unter „Versand durch Amazon“. Weiter unten auf der Seite findet sich dann der Unterpunkt „Versandprogramme und Exporteinstellungen“.

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