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Inkognito-Modus: Google sammelt Daten und muss vor Gericht

Veröffentlicht: 15.03.2021 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 15.03.2021
Google Incognito-Modus

Im Inkognito-Modus von Google Chrome fühlt sich der Nutzer sicher. Keine Daten werden erhoben, das Surfverhalten wird nicht gespeichert, niemand kann nachverfolgen, auf welchen Webseiten man sich herumtreibt. Das ist allerdings ein Irrglaube, Google sammelt auch im Inkognito-Modus sehr wohl Daten – und muss sich dafür in den USA nun vor Gericht verantworten. Mehrere Nutzer haben Google nun deswegen verklagt. Google greife illegal in die Privatsphäre ein. Google wollte das Verfahren in den USA einstellen lassen, die zuständige Richterin Lucy Koh hat den Antrag abgelehnt, wie Heise berichtet.

Konkret geht es darum, dass Google über eigene Seiten und Webseiten Dritter Daten für Nutzerprofile auch im Inkognito-Modus sammelt. Google rechtfertigt sich damit, dass schon im Inkognito-Startbildschirm deutlich werde, dass trotzdem Daten gesammelt werden und die Nutzer damit (und mit der Zustimmung zu den Datenschutzbedingungen) in den Vorgang einwilligen. Richterin Koh setzt dem entgegen, dass der Eröffnungsbildschirm irreführend sei. Darüber hinaus sei dieser ohnehin unwirksam, da die Datensammlung gegen andere Gesetze verstoße. Genau das sei nun im Hauptverfahren zu klären.

Wie das Verfahren nun vonstatten geht – und ob es zu einer Sammelklage aller in den USA Betroffenen kommt, – ist noch offen. Klar ist aber, dass es für Google sehr teuer werden könnte. Die Kläger sind der Überzeugung, dass Millionen von Nutzern betroffen sind und setzen pro Nutzer eine Schadenersatzforderung von 5.000 US-Dollar an – insgesamt könnte sich die Forderung auf fünf Milliarden US-Dollar summieren. Google bestreitet die erhobenen Vorwürfe.

Mecklenburg-Vorpommern startet Kontaktverfolgung per Luca-App

Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat für etwa 440.000 Euro eine Landeslizenz für die Luca-App erworben. Die Gesundheitsämter des Landes sollen so mit der von der Luca-App genutzten Infrastruktur verbunden werden, berichtet der NDR. Alle acht Gesundheitsämter in Mecklenburg-Vorpommern seien seit dem vergangenen Donnerstag an das Luca-System angeschlossen, erklärte Digitalisierungsminister Christian Pegel. Mit der App können Besucher von Geschäften, Restaurants und öffentlichen Einrichtungen ihre Kontakte dokumentieren. „Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Bundesland, in dem die Luca-App flächendeckend genutzt werden kann“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Menschen ohne Smartphone können vor Ort per Hand in das System eingetragen werden. Etwa 3.000 Betriebe und Standorte in Mecklenburg-Vorpommern nutzen das System bereits.

Netflix will Passwort-Sharing bekämpfen

Das Teilen des Netflix-Accounts könnte künftig schwieriger werden. Mehrere Netflix-Nutzer berichten in sozialen Medien über Warnmeldungen, die der Streaming-Dienst ausgespielt hat. Man solle ein eigenes Konto anlegen, wenn man nicht zum Haushalt des Abonnements gehöre. Ist dies doch der Fall, so könne man dies per E-Mail oder SMS bestätigen. Netflix selbst bestätigte die Aktion gegenüber CNBC. Inwieweit die Aktion künftig auch weltweit durchgeführt wird und ob es überhaupt über den jetzigen Test hinaus geht, ist unklar. Klar ist, dass das Account-Sharing eine beliebte Art der Netflix-Nutzung ist: Marktforschern zufolge haben mindestens ein Drittel aller Netflix-Abonnenten ihre Zugangsdaten mit mindestens einer Person außerhalb des eigenes Haushalts geteilt.

Über den Autor

Christoph Pech
Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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