Mögliche Geschäftsmodelle

Geld verdienen im Metaverse? Das planen Apple, Amazon, Google und Co.

Veröffentlicht: 10.03.2022 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 27.07.2022
Mann im Metaverse

Das Metaverse ist noch so wenig greifbar wie ein virtueller Gegenstand aus der realen Welt, die Expertenmeinungen ranken etwa von überschätzter Hype-Blase bis zu dem digitalen Zukunftstrend schlechthin. Spätestens durch Facebooks Umbenennung in Meta und entsprechende Pläne des Konzerns wird die Idee jetzt bekannter. Das Metaverse soll mittels entsprechender Augmented- und Virtual-Reality-Geräte die virtuelle und physische Welt vereinen, Nutzer sollen mit einem selbst erstellten Avatar dort unter anderem arbeiten, Freunde treffen, shoppen und Events erleben können.

Die Metaverse-Pläne von Amazon, Apple, Google, Meta und Microsoft

Anbieter könnten dabei im Metaverse unter anderem mit Gaming, Werbung, E-Commerce, E-Learning und E-Health Geld verdienen – oder mit dem Zahlmittel Kryptowährungen. Erste Unternehmen arbeiten schon mehr oder weniger verdeckt an Geschäftsmodellen rund ums Metaverse: Amazon sucht laut finanzen.net Gaming-Entwickler, Google und Apple entwickeln jeweils Augmented-Reality-Headsets und Microsoft will mit seinem Projekt Mesh digitale Team-Meetings mit Avataren realisieren. Auch Meta hat mit Horizon Workrooms eine Beta-Version eines digitalen Besprechungsraums gestartet.

Ibusiness stellt weitere mögliche Geschäftsmodelle vor. 

Gaming und Werbung im Metaverse

Online-Games wie Fortnite könnten als Vorbild für Geschäftsmodelle im Metaverse dienen. Nicht nur, dass es spezielle Gaming-Angebote auch im Metaverse geben könnte – in diesen Games könnten werbetreibende Unternehmen ihre Produkte und Marken einbauen. Beispiel: In Fortnite fährt das real existierende Ferrari-Modell 296 GTB durch die Spielewelt.

In der Gaming-Plattform Roblox können Nutzer eigene Computerspiele erschaffen und mit anderen Nutzern spielen. Dort bietet der Sneaker-Hersteller Vans zum Beispiel einen virtuellen Skatepark – auch solche Angebote wären im Metaverse reizvoll. 

Metaverse Commerce: Merchandise und virtuelle Grundstücke

Natürlich wäre auch der Handel mit virtuellen Alltagsprodukten möglich – aus E-Commerce wird Metaverse Commerce? Dabei reicht die Palette von den bereits erwähnten virtuellen Grundstücken über das Outfit des eigenen Avatars hin zu Fan-Artikeln und Markenware in eigenen Merchandise-Läden. Teils sind Marken wie Ralph Lauren oder Nike bereits auf bestehenden Plattformen vertreten, die amerikanische Football-Liga NFL hat auf Roblox dauerhaft einen offiziellen Fan-Shop für Merchandise-Artikel.

Virtuelles Banking und Finanzdienstleistungen 

Auch für mögliche Zahlformen und Währungen im Metaverse gibt es schon Vorbilder: In der 2020 gestarteten 3-D-Plattform Decentraland hat etwa die US-Bank JP Morgan eine eigene Dependance. Die Nutzer der Plattform können mit sogenannten Non-Fungible Token – digitale Echtheitszertifikate – virtuelle Grundstücke kaufen. Als Zahlungsmittel im Metaverse käme auch Kryptowährung in Frage. 

Metaverse: Hype oder Zukunft?

„Insbesondere Technologiekonzerne investieren derzeit stark in die Entwicklung des Metaverse, denn auch hier können Betreiber von Plattformen gewinnbringend Geschäftsmodelle schaffen“, erklärt Prof. Sabine Baumann von der Jade University of Applied Sciences Wilhelmshaven bei idw-online.de. Sie ist Expertin für digitale Geschäftsmodelle und sieht Potenzial für das Metaverse – wenn es einen klaren Mehrwert gegenüber Anwendungen der realen Welt bietet.

Zwar sind bisher ähnliche Projekte wie Second Life gescheitert, mittlerweile seien aber mehrere Generationen mit den virtuellen Welten von Computerspielen vertraut, die im Grunde selbst Metaversen sind. „Technologieunternehmen bringen sich in Stellung, um im Metaverse Claims abzustecken, Goldgräberstimmung macht sich breit. Beträchtliche Herausforderungen liegen noch in den Technologien, aber auch, wie erfolgreiche Geschäftsmodelle im Metaverse gestaltet werden können, ist noch nicht klar.“

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Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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