Amazon, Google und Co.

Digitalsteuer soll in den Startlöchern stehen

Veröffentlicht: 18.03.2021 | Geschrieben von: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 18.03.2021
2021 und Münzenstapel

Schon länger ist eine stärkere Besteuerung der großen Tech-Unternehmen wie Amazon, Google, Facebook und Co. in Planung, laut Bundesfinanzminister Olaf Scholz soll eine entsprechende Lösung nun kurz bevorstehen. Die Erfolgsaussichten stehen dem SPD-Politiker zufolge gut, dass man bis zum Sommer eine globale Einigung erreichen könne.

„Jahrhundertreform“ Mitte des Jahres auf den Weg bringen

Die Chancen seien laut Scholz sehr groß, „dass wir Bewegung in die Sache bekommen“, wie er beim Stern zitiert wird. In gemeinsamen Gesprächen mit den EU-Kollegen konnte Einigkeit darüber erlangt werden, bis zum Sommer eine „Jahrhundertreform“ festzuzurren. Nachdem man lange Zeit global keinen Konsens für eine Mindestbesteuerung der großen Digitalkonzerne finden konnte, sollen sich nun die Präsidentschaften von G20 und G7 sowie die USA über eine baldige Lösung einig sein.

Eine angemessene Besteuerung der Unternehmen sei nicht nur fair, die Einnahmen würden auch dazu beitragen, die hohen Kosten der Coronakrise zu refinanzieren, so der Bundesfinanzminister weiter.

EU hält an eigener Lösung fest

Trotz einer möglichen zeitnahen Lösung auf globaler Ebene arbeitet die Europäische Union dennoch weiterhin parallel an einer EU-Digitalsteuer, die ab dem Jahr 2023 zusätzliche Einnahmen bringen soll. Während einer gemeinsamen Online-Sitzung zu Beginn der Woche wurden zusätzlich die Pläne für eine eigene europäische Bezahllösung bekräftigt. „Wir wollen das Bezahlen in Läden für Verbraucher überall leichter machen und Transaktionen im elektronischen Handel verfügbar, sicher und bequem machen“, betont EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis zu dem Vorhaben. Laut der Kommission ist der europäische Markt mit Blick auf die elektronischen Bezahllösungen zu zerstückelt – das wolle man ändern.

Über die Autorin

Corinna Flemming Expertin für: Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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Kommentare  

#2 Franz 2021-03-19 08:38
Die haben doch einen an der Waffel.
Deutschland das Land der Steuererfinder. ..
Verstehe ich es richtig, wir hier in DE dürfen dann das ganze 2 mal zahlen?

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Antwort der Redaktion

Hallo Franz,

nein, eine Doppelbesteuerr ung ist nicht geplant.

Die Digitalsteuer zielt vor allem auf große Konzerne ab und soll bewirken, dass diese ihre Einnahmen dort versteuern, wo sie ihren Gewinn machen und nicht am Firmensitz: https://www.onlinehaendler-news.de/digital-tech/unternehmen/134450-globale-digitalsteuer-bis-sommer

Mit besten Grüßen
die Redaktion
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#1 Sylvi 2021-03-19 08:08
"Eine angemessene Besteuerung der Unternehmen sei nicht nur fair, die Einnahmen würden auch dazu beitragen, die hohen Kosten der Coronakrise zu refinanzieren, so der Bundesfinanzmin ister weiter."
Genau,Digitalsteuer für die Großen heißt höhere Preise für die kleinen. Irendwie muß ja die Kohle wieder rein kommen. Und da fängt man am besten mitten in der Krise an.
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