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Produktpiraterie als massives Problem für den Online-Handel

Handel mit gefälschten Produkten wächst

Veröffentlicht: 19.03.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 19.03.2019
Mann verbirgt eine Maske hinter seinem Rücken

Plagiate scheinen für Produktfälscher auch weiterhin ein lukratives Geschäft zu sein. Weltweit kämpft der Zoll mit einer wachsenden Flut an Fälschungen – die Zahl der unerlaubt hergestellten und daher beschlagnahmten Waren ist gestiegen.

Mittlerweile liege der Wert der gehandelten Fälschungen bei rund 460 Milliarden Euro und in der Europäischen Union bei rund 121 Milliarden Euro. Dies kommt fast sieben Prozent des Imports gleicht, schreibt Spiegel Online und verweist auf die Ergebnisse einer Studie der Organisation OECD und des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum.

Fälschungen als „Risiko für geistiges Eigentum“

Die Studienresultate beziehen sich dabei auf Angaben, die die internationalen Zollbehörden für das Jahr 2016 machten. „Den Berechnungen nach ist der Anteil gefälschter Waren am Welthandel seit 2013 um 0,8 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent gestiegen. Diese Zunahme fällt auf einen Zeitraum, in dem der Welthandel vergleichsweise schwach stieg“, heißt es.

Diese Entwicklung ist grundsätzlich mit Blick auf den EU-weiten und globalen Online-Handel bedenklich und geht „mit einem erheblichen potenziellen Risiko für geistiges Eigentum“ einher, heißt es vonseiten der Studienautoren. Insbesondere für Unternehmen, die mit kreativen Ideen und eigenen Innovationen aufwarten, seien entsprechende Produktfälschungen ein brisantes Thema.

Fälschungen können gefährlich werden

Wer dabei denkt, dass Fälschungen besonders außergewöhnliche Produkte wie teure Uhren oder Luxusgegenstände betreffen, der irrt. Denn die Produktpiraterie ist längst im Zentrum alltäglicher Konsumgüter angekommen: Gefälscht werden mittlerweile insbesondere Produkte wie etwa Schuhe und Kleidung, Lederartikel, Spielzeug oder auch Waren aus dem Bereich Kosmetik und Parfüms.

Produkte, die laut OECD-Studie häufig gefälscht werden

Besonders gefährlich für arglose Kunden sind aber solche Produkte wie etwa Elektroartikel, Batterien oder aber Medikamente und Kontaktlinsen. Wenn hier minderwertige Bestandteile und Inhaltsstoffe verwendet werden, besteht ein erhebliches Risiko für die Gesundheit der Käufer.

Dabei gehen die Fälscher sehr aggressiv vor, um immer neue Möglichkeiten und Gewinnpotenziale zu erschießen. Nicht einmal vor Waren wie Baumaterialien machen die Fälscher noch halt, schreibt Spiegel Online weiter. Obwohl die Studie aufzeigt, dass Fälschungen quasi aus allen Ländern der Welt stammen, können China beziehungsweise Hongkong noch immer als die größten Ursprungsländer ausgemacht werden. Betroffen sind dabei vor allem Unternehmen aus OECD-Ländern: Deutschland, Schweiz und Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan oder die USA.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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