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Positiver Trend

Bundesnetzagentur verbietet 4,5 Millionen unsichere oder gefährliche Produkte

Veröffentlicht: 16.01.2020 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 16.01.2020
Verbot: Stoppschild vor Himmel

4,5 Millionen – so hoch ist die Zahl jener Produkte, die die Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr als unsicher einstufen und dementsprechend auch vom Verkauf ausschließen musste. Fast 80 Prozent dieser Waren – nämlich 3,5 Millionen Produkte – seien von der Online-Marktüberwachung und demzufolge vom digitalen Handel ausgeschlossen worden.

Verbotene Produkte hätten Notrufe stören können

Wie die Bundesnetzagentur in einer offiziellen Meldung auf ihrer Website schreibt, seien diese 3,5 Millionen verbotenen Geräte in der Lage gewesen, Funkstörungen bzw. elektromagnetische Unverträglichkeiten auszulösen. Aus diesem Grund hätten sie nicht innerhalb der EU verkauft werden dürfen. 

Als Beispiel nennt die Behörde etwa mehr als 600.000 Bluetooth-Lautsprecher und knapp 500.000 Störsender, die innerhalb der europäischen Grenzen weder betrieben noch verkauft werden dürfen: Durch ihren Einsatz könnte es zu Störungen innerhalb bestehender Kommunikationsdienste wie dem Mobilfunk oder auch GPS-Diensten kommen. In schlimmen Fällen hätte es demzufolge zu Störungen von Notrufen oder gar zur Verhinderung von Notsignalen kommen können. Auch kämen solche Geräte oftmals im Rahmen von Straftaten zum Einsatz.

Darüber hinaus habe die Bundesnetzagentur 2019 etwa 600.000 Produkte mit Vertriebsverboten belegt oder etwa Korrekturmaßnahmen eingefordert. Insgesamt 400.000 Produkte wurden als nicht konform eingestuft, weshalb ihnen bereits die Einfuhr nach Deutschland verboten wurde.

Fehlende CE-Kennzeichnung

Nach eigenen Angaben nahm die Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr wieder gezielt Online-Händler unter die Lupe, die Produkte in hoher Stückzahl online verkauften. „So konnten Anbieter von sogenannten Minispion-Detektoren – auch Wanzenfinder genannt – ermittelt werden. Die in millionenfacher Stückzahl angebotenen Geräte fielen vor allem durch formale Mängel, wie fehlender CE-Kennzeichnung oder fehlender deutscher Bedienungsanleitung auf“, schreibt die Behörde. 

Da viele Online-Kunden Produkte auch grenzüberschreitend bestellen, findet eine intensive Zusammenarbeit zwischen der Netzagentur und dem Zoll statt. Dieser nahm im vergangenen Jahr rund 13.000 Meldungen an die Netzagentur aufgrund verdächtiger Warensendungen vor. Zurecht, wie die Statistik zeigt, denn in mehr als 90 Prozent der Fälle habe die Behörde keine Freigabe der verdächtigen Produkte für den deutschen Markt erteilt. Von diesem Prozedere betroffen waren demnach rund 400.000 Produkte.

Positiver Trend, ABER …

Mit Blick auf die 4,5 Millionen Produkte, die 2019 durch die Bundesnetzagentur gesperrt wurden, könne ein positiver Trend ausgemacht werden. Wie Heise Online schreibt, lag die Zahl im Jahr zuvor nämlich mehr als doppelt so hoch – bei mehr als zehn Millionen Produkten. Trotz der positiven Entwicklung sei es allerdings ein Fehler, anzunehmen, dass in der Zwischenzeit weniger unsichere Produkte im Umlauf seien, kommentierte demzufolge ein Sprecher gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Über die Autorin

Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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