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Interessenvertretung in der EU

Europäische Onlinehandels-Verbände vereinen ihre Kräfte

Veröffentlicht: 11.09.2019 | Autor: Patrick Schwalger | Letzte Aktualisierung: 10.09.2019
Hauptsitz der EU-Kommission

Die europäischen Onlinehandel-Dachverbände Ecommerce Europe und EMOTA (European E-Commerce and Omnichannel Trade Association) haben am 11. September verkündet, dass sie künftig gemeinsame Sache machen werden. Das bedeutet, das EMOTA in dem Verband Ecommerce Europe aufgehen wird. Die EMOTA-Mitglieder werden dann nach einer kurzen Übergangsphase ab 1. Januar 2020 die Vollmitgliedschaft bei Ecommerce Europe erhalten. 

Der Verband wird damit künftig aus mehr als 21 nationalen Mitgliedsorganisationen bestehen, die bislang nebeneinander in den beiden Dachverbänden organisiert waren. Insgesamt wird Ecommerce Europe nach dem Zusammenschluss die Interessen von über 100.000 Online-Shops aus ganz Europa vertreten und der einzige Verband auf europäischer Ebene sein, der sich ausschließlich auf Online-Händler konzentriert. Als deutsche nationale Mitgliedsorganisationen sind weiterhin der Händlerbund e.V. und künftig auch der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) die Vertreter der deutschen Onlinehandel-Branche im europäischen Dachverband und damit vor den Institutionen in Brüssel. 

Wie profitieren Online-Händler von Verbänden? 

In der politischen Interessenvertretung spielen Verbände eine ungemein wichtige Rolle und existieren in allen Branchen. Sie bündeln die Interessen ihrer Mitglieder und vertreten diese vor der Politik. Wenn sie es schaffen mit einer einzigen Stimme die Bedürfnisse Vieler auszudrücken, ist das ein wirksames Mittel in der Gestaltung günstiger Rahmenbedingungen für die jeweiligen Branchen. Das Spektrum der Verbände reicht dabei von Verbraucherverbänden (z.B. Verbraucherverband Bundeszentrale), Unternehmensverbänden (z.B. Verband der deutschen Automobilindustrie) bis hin zu Nichtregierungsorganisationen (z.B. Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen). 

Zusätzlich zu nationalen Verbänden besitzt fast jede Branche auch einen Dachverband auf europäischer Ebene für die Interessenvertretung gegenüber der EU. Diese Dachverbände sind dann aus nationalen Verbänden zusammengesetzt, die die Expertise und Ideen der nationalen Mitglieder dann auch auf EU-Ebene anheben und einbringen können. Durch den Zusammenschluss mit EMOTA wird Ecommerce Europe künftig eine noch gewichtigere Stimme in Brüssel vorbringen können und wichtiger Ansprechpartner bei der Gestaltung des rechtlichen Rahmens für den Online-Handel in Europa bleiben. Ziel ist es, so das Wachstum der E-Commerce-Branche weiter zu fördern und Händlern die Rahmenbedingungen zu ermöglichen, die ihnen steigende Verkäufe erlauben.

Über den Autor

Patrick Schwalger Experte für EU- und Bundespolitik

Patrick ist seit Mitte 2019 im OHN-Team und hat die wirtschaftspolitischen Entwicklungen rund um den E-Commerce fest im Blick. Auf seinen bisherigen Stationen in Köln, Maastricht und Brüssel war er in die politische Arbeit eines Bundesministeriums, zweier NGOs und innerhalb der EU involviert. Jetzt konzentriert er sich in unserem Leipziger Büro voll auf die Aufbereitung politischer Trends und Zusammenhänge.   

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