Neue Funktion

Sendcloud und Mollie wollen kostenpflichtige Retouren vereinfachen

Veröffentlicht: 14.06.2022 | Geschrieben von: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 14.06.2022
T-Shirt wird aus Paket gezogen

Damit Online-Händler künftig einfacher Retouren gegen Aufpreis anbieten könnten, wollen zwei Dienstleister bei Logistik und Zahlungsabwicklung unter die Arme greifen: Die Versandplattform Sendcloud und Zahlungsdienstleister Mollie haben sich zusammengetan, damit E-Commerce-Unternehmen einfacher Gebühren für zurückgeschickte Waren verlangen können. 

Realisiert werden könne das über eine Funktion namens „Paid Returns“, die im Retourenportal von Sendcloud aktiviert und über Mollie bezahlt werden kann. „Mit dem neuen Feature können Händler ihren Kunden automatisch und ohne Aufwand den Preis für das Rücksendeetikett in Rechnung stellen und ihnen zugleich einen reibungslosen Rücksendeprozess anbieten“, versprechen die beiden Dienstleister. 

So soll die Abwicklung kostenpflichtiger Retouren funktionieren

Um die Funktion zu nutzen, müssen Händler das Retourenportal von Sendcloud im Online-Shop integrieren. Auf diese Weise könne zunächst der Rückgabeprozess der Waren ermöglicht werden. Online-Händler benötigen einen Account bei Mollie, der sich aber auch im Zuge der Einrichtung erstellen lässt. Durch eine Verbindung des Retourenportals mit dem Mollie-Account wird die Paid-Returns-Funktion freigeschaltet. Es sollen sich genau steuern lassen, wem eine Rücksendung in Rechnung gestellt wird. 

Online-Shopper können über das Sendscloud-Retourenportal die Rücksendung erstellen und werden nach einer entsprechenden Eingabe zur Zahlungsseite weitergeleitet. Sobald die Zahlung akzeptiert wurde, steht ein Rücksendeetikett zum Download bereit. 

Kostenpflichtige Retouren – eine neue Ära?

Seit vielen Jahren wird Sinn und Zweck von zahlungspflichtigen Retouren diskutiert. Retouren bedeuten für Händler stets Mehraufwendungen: So gelten neben der Prüfung, Sichtung und Qualitätskontrolle zurückgesandter Waren die Porto- und Transportkosten der Retouren als größte Kostentreiber. Neu entflammt wurde die Debatte aktuell von Modehändler Zara. „Händler empfinden den Retourenprozess häufig als echtes Problem und kämpfen schon seit Jahren mit steigenden Retourenkosten. Mit der Ankündigung von Zara, Verbrauchern die Kosten für Rücksendungen in Rechnung zu stellen, scheint sich das Ende einer Ära abzuzeichnen“, meint Rob van den Heuvel, CEO und Co-Founder von Sendcloud. 

Andere große Branchenplayer glauben wiederum noch nicht an den Erfolg solcher Maßnahmen, wie beispielsweise Otto-Group-Vorstand Alexander Birken erst kürzlich bei der Bilanz-Konferenz betonte. Er halte diesen Service für selbstverständlich halte, man auch stationär keinen Aufpreis in einer Umkleidekabine zahle, wenn man ein Produkt anprobiere, aber nicht behalten wolle. 

Das Thema Retouren wird auch in Hinblick auf den Klimaschutz debattiert – was etwa auch neue StartUps auf den Plan ruft, die Verbraucherinnen und Verbraucher zunächst erstmal zu einem retourenärmeren Einkaufsverhalten animieren wollen.

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Über die Autorin

Hanna Behn
Hanna Behn Expertin für: Usability

Hanna fand Anfang 2019 ins Team der OnlinehändlerNews. Sie war mehrere Jahre journalistisch im Bereich Versicherungen unterwegs, dann entdeckte sie als Redakteurin für Ratgeber- und Produkttexte die E-Commerce-Branche für sich. Als Design-Liebhaberin und Germanistin hat sie nutzerfreundlich gestaltete Online-Shops mit gutem Content besonders gern.

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Kommentare  

#2 Peter 2022-06-15 08:38
Es muss ein Umdenken bei den Käufern aber auch bei den ganz großen Verkäufern erfolgen. Bei über 300 Mio Retouren im Jahr sind wir schließlich Europameister und das sollten wir uns ausnahmsweise mal nicht leisten.
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#1 Julian 2022-06-15 08:16
"Es soll[en] sich genau steuern lassen, wem eine Rücksendung in Rechnung gestellt wird."
Dazu wäre etwas mehr Erläuterung sehr interessant.

Am Ende muss man ja den Grund der Retoure einbeziehen, bspw. Artikel beschädigt = kostenlos und Artikel gefällt nicht = kostenpflichtig .

Gleichzeitig möchte ich ja aber auch nicht den Kunden verleiten den Artikel zu beschädigen,
weil er nicht gefällt und er aber nicht die Kosten tragen will.

Also muss ich ja bei der Darstellung schauen wie ich das löse, damit man eben nicht zeigt Option A: kostenlos, Option B: 5,95€
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