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Online-Einkauf

Marketing kleiner Händler erreicht die Kunden kaum 

Veröffentlicht: 08.12.2020 | Geschrieben von: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 08.12.2020
Unternehmer mit Kartons Schreibtisch

Bei vielen größeren Online-Händlern führte die Corona-Pandemie zu einer positiven Geschäftsentwicklung. Doch insbesondere kleinere Händler, vor allem, wenn sie neben dem Online-Handel ein stationäres Geschäft betreiben, profitierten oftmals nicht, wie etwa der Händlerbund in einer aktuellen Corona-Studie ermittelte

Diesen Trend bestätigt auch eine Untersuchung zum Konsumverhalten von Verbrauchern: So finden es 41 Prozent der Deutschen wichtig, kleine und lokale Händler in der Krise besonders zu unterstützen. Doch zwischen dieser Hilfsbereitschaft und den tatsächlichen Taten klafft eine Lücke, denn eingekauft wird bei den Großen, so die Ergebnisse einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens YouGov im Auftrag der Bild- und Videoplattform iStock, die OnlinehändlerNews vorliegen. Im Zeitraum vom 9. Bis zum 18. November 2020 wurden insgesamt 5.227 Personen aus Deutschland (2.158), Großbritannien (2.062) und Frankreich (1.007) befragt.

Verbraucher shoppen online vor allem bei Amazon & Co.

Die Hälfte aller, die bei einem kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU) geshoppt haben, tat dies in dem Bewusstsein, dies zu unterstützen. Doch unterm Strich habe insgesamt nur ein Fünftel der Befragten das eigene Kaufverhalten an den Wunsch, kleinere Firmen zu fördern, auch tatsächlich angepasst. In der Generation 55+ war dies noch am häufigsten der Fall: 58 Prozent dieser Gruppe erwarb Artikel bewusst bei kleinen Händlern. Ein Drittel der Verbraucher nutzte stattdessen jedoch noch häufiger Amazon und andere große Online-Plattformen für den Einkauf. 70 Prozent gaben an, dass sie dies vor allem aus Bequemlichkeit tun.

Ein weiterer Grund für weniger Käufe bei kleineren Online-Shops sei auch, dass deren Marketing nicht wirksam genug sei: 85 Prozent der Deutschen würden sich derzeit nicht persönlich dadurch angesprochen fühlen. 

Händler könnten Kommunikationspotenziale besser ausschöpfen

Jacqueline Bourke, Head of EMEA, Creative Insights bei iStock, glaubt allerdings daran, dass hier noch viel Potential ausgeschöpft werden könnte: „Kunden fühlen sich bei kleinen Unternehmen klar besser aufgehoben, geschätzt und persönlich adressiert. Dieser Vorteil und die Tatsache, dass fast jeder Fünfte (19 Prozent) angibt, mehr bei kleinen Unternehmen einzukaufen, wenn diese die Werte der Verbraucher besser widerspiegeln, bietet diesen viele neue Möglichkeiten.“ 

Als Anlaufstelle für visuelle Inhalte gibt iStock daher auch Tipps für eine optimierte Kundenansprache: Bei großen Händlern sei der Einkauf oftmals noch praktischer, kleinere Shops sollten deshalb beispielsweise verschiedene Liefer- oder Zahlungsoptionen bewerben, die Kunden ein komfortableres Einkaufserlebnis ermöglichen. Um die Generation der Baby-Boomer abzuholen, die sich weniger im digitalen Umfeld bewegen, rät der Bilderdienst, auch weiterhin auf traditionelle Out-of-Home-Kampagnen zu setzen. Für die jüngere Zielgruppen wäre stattdessen ein Fokus auf visuelle Kommunikation auf zahlreichen Kanälen wichtiger: So sei bei den Generationen X, Y und Z die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufs mit einem ansprechenden Auftritt dreimal höher. Thematisch würden neben Humor besonders Nachhaltigkeit und der Fokus auf Regionalität sowie Diversity vorteilhaft wirken. Auch die derzeitigen Pandemie-Situation kann aufgegriffen werden, etwa ein Fünftel wolle rund um Themen zu deren Einfluss auf das tägliche Leben angesprochen werden. 

Über die Autorin

Hanna Behn Expertin für: Usability

Hanna fand Anfang 2019 ins Team der OnlinehändlerNews. Sie war mehrere Jahre journalistisch im Bereich Versicherungen unterwegs, dann entdeckte sie als Redakteurin für Ratgeber- und Produkttexte die E-Commerce-Branche für sich. Als Design-Liebhaberin und Germanistin hat sie nutzerfreundlich gestaltete Online-Shops mit gutem Content besonders gern.

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