EU-Kommission: Mit Android soll Google seine Marktmacht missbrauchen

Veröffentlicht: 20.04.2016 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 20.04.2016

Ob Facebook, Amazon oder sonstige namhafte Konzerne – immer wieder gibt es Vorwürfe, dass die großen Branchen-Spitzenreiter ihre Marktmacht ausnutzen. Auch Google war in der Vergangenheit immer mal wieder betroffen. Nun hat die EU-Kommission ihre Untersuchungen gegen den Suchmaschinenriesen ausgeweitet: Es geht um Android.

Google-Logo auf Smartphone

 d8nn / Shutterstock.com

Dass die EU-Kommission Google fest im Auge behält, dürfte hinlänglich bekannt sein. Denn die Behörde ist unter anderem dafür zuständig, dass der Wettbewerb innerhalb der Europäischen Union frei ist und alle Marktteilnehmer die gleichen Möglichkeiten und Chancen haben. Schon seit einiger Zeit ermittelt die EU-Kommission gegen Google. Der Vorwurf lautete in der Vergangenheit zum Beispiel, dass der US-Konzern seine Vormachtstellung ausnutzt und eigene Dienste vorzieht.

Google soll unter anderem Hersteller unter Druck setzen

Nun kommt ein weiterer Vorwurf hinzu, der das Wettbewerbsverfahren gegen Google sozusagen ausweitet: Ins Blickfeld der Kartellwächter ist nämlich das Smartphone-System Android gerückt, das mittlerweile rund drei Viertel der Marktanteile für sich beanspruchen kann. Google soll nach Informationen von Heise „seine marktbeherrschende Stellung missbräuchlich auszunutzen, indem das Unternehmen Herstellern von Android-Geräten und Mobilfunknetzbetreibern Beschränkungen auferlege“.

Darüber hinaus wächst die marktbeherrschende Stellung von Google stetig weiter, da bei den meisten Android-Geräten, die in Europa verkauft würden, die Google-Suche bereits von Anfang an auf dem Gerät vorinstalliert sei. Konkurrierenden Unternehmen würde auf diese Weise der Zugang zum Markt extrem schwer gemacht, wenn nicht sogar versperrt.

Google schränkt den Markt ein

EU-Kommissarin Margrethe Vestager kommentierte: „Unsere bisherigen Ermittlungen lassen darauf schließen, dass Google durch sein Verhalten den Verbrauchern eine größere Auswahl an mobilen Anwendungen und Dienstleistungen vorenthält“. Demnach setzt Google Hersteller unter Druck und zwingt sie, den Chrome-Browser vorzuinstallieren und die Google-Suche als Standardsuche einzustellen. Nur dann bekämen sie die Lizenzen bestimmter Google-Apps. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass Google bestimmte Hersteller daran hindert, Smartphones mit konkurrierenden Betriebssystemen zu verkaufen, die sich wiederum „auf den offenen Android-Quellcode stützen“, so Heise weiter.

Die EU-Kommission soll Google nun offizielle Beschwerdepunkte zukommen lassen haben. Dabei gehören die Untersuchungen hinsichtlich Android zu dem bereits genannten, größeren Verfahren, das sich auf die Ausnutzung der Googel-Marktmacht konzentriert.

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