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Aufdringliche Werbung: Google verschickt „blaue Briefe“ an Webmaster

Veröffentlicht: 09.08.2017 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 09.08.2017 | Gelesen: 2077 mal

Google will mit einem eigenen Adblocker für seinen Chrome-Browser die Qualität der Werbung verbessern. Aufdringliche Werbung – etwa mit PopUps – soll ausgeblendet werden. Nun hat das Unternehmen Webmaster angeschrieben, die von der Maßnahme betroffen sein könnten.

Chrome Browser auf einem Smartphone

© Nuttapol Sn / Shutterstock.com

Google fordert derzeit Webmaster auf, aufdringliche Werbung wie PopUps, Autoplay-Videos mit Ton oder auch Vorschaltseiten von ihren Websites zu entfernen. Wie Heise Online berichtet, sollen rund 1.000 Webmaster einen entsprechenden „blauen Brief“ per Mail erhalten haben. Google warne die Webmaster davor, dass sie von dem geplanten Adblocker für den Chrome-Browser betroffen sein könnten. Ab 2018 soll aufdringliche Werbung in dem Browser blockiert werden.

Nun wurde bekannt, welche Websites von der Maßnahme betroffen sein könnten. Unter anderem seien die Seiten Forbes.com, der britische Independent, ZDNet, PCMag und Eurogamer angeschrieben worden. Google habe insgesamt mehr als 100.000 Websites erfasst. Rund ein Prozent dieser Seiten setzen demnach derart aufdringliche Werbung ein, dass Google sich dazu gezwungen sah, die Webmaster ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen. Heise Online zufolge sei nicht bekannt, ob auch deutsche Websites Warnungen erhalten haben.

Google will Fehlentwicklungen korrigieren

Der Chrome-Adblocker soll recht rabiat gegen Verstöße vorgehen: Es sollen nicht nur unzulässige Werbeformate blockiert werden – wenn eine Website einen von Google festgelegten Grenzwert für nervige Werbung überschreitet, soll der Adblocker alle Anzeigen auf der Website blockieren. Dazu zählen auch Werbeanzeigen, die von Googles Werbesparte selbst ausgespielt werden. Verleger haben bereits dagegen protestiert und werfen Google (wieder einmal) Marktmachtmissbrauch vor.

Angesichts der großen Verbreitung des Chrome-Browsers könnte die Komplettblockade von Werbung tatsächlich einen enormen Einnahmeverlust für die Webmaster mit sich bringen. Doch gleichzeitig sollte man bedenken, dass Google kein Interesse daran hat, die Werbung gänzlich aus dem Netz zu entfernen. Schließlich erwirtschaftet das Unternehmen den Großteil seines Umsatzes mit Werbung. Google handelt mit seinem Adblocker im Sinne der sogenannten Coalition for Better Ads („Koalition für bessere Werbung“). Diese will die Einnahmequelle „Werbung“ nicht beseitigen, sondern nur Fehlentwicklungen korrigieren.

Webmaster können im Ad Experience Report prüfen, wie es um ihre eigene Website steht. Ähnlich wie in der Google Search Console oder Google Analytics sammelt das Unternehmen hier Daten zur Website und bereitet sie für den Webmaster auf.

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