Neue „Später bezahlen“-Funktionen

PayPal sagt dem Rechnungskauf den Kampf an

Veröffentlicht: 01.06.2021 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 31.05.2021
PayPal auf einem Smartphone

PayPal hat mehrere Erweiterungen seines „Später bezahlen“-Angebots angekündigt, die in den kommenden Wochen und Monaten in Deutschland ausgerollt werden sollen. Neben erweiterten Laufzeiten für die PayPal Ratenzahlung wird mit „Bezahlung nach 30 Tagen“ auch eine neue Option eingeführt, die PayPal-Kunden bald beim Einkauf zur Verfügung stehen soll. Der Zahlungsdienstleister verspricht Kunden damit „mehr Auswahl und Flexibilität beim Bezahlen“.

Für Händler sollen sich durch die neuen Optionen weitere Vorteile ergeben: So bieten sich PayPal zufolge Chancen auf größere Warenkorbwerte und höhere Konversionsraten – und das ohne zusätzliche Kosten oder Aufwände für die Händler. Denn die neuen Funktionen werden direkt über das PayPal-Konto der Kunden freigeschaltet. Um auf die flexibleren Bezahloptionen aufmerksam zu machen, können Händler künftig einen „Später bezahlen“-Button in ihrem Shop einbinden.

PayPal ermöglicht jetzt die „Bezahlung nach 30 Tagen“ 

Mit der „Bezahlung nach 30 Tagen“ bläst Paypal zum Großangriff auf den Rechnungskauf: Die Deutschen zahlen nach wie vor noch am liebsten per Rechnung beim Online-Kauf. Die neue Option „Bezahlung nach 30 Tagen“ soll die Vorteile des Rechnungskaufs mit dem Nutzererlebnis von PayPal kombinieren. Kunden sollen die Option künftig einfach bei der Bezahlung mit PayPal auswählen können, der Betrag wird dann automatisch 30 Tage nach dem Kauf per Lastschrift eingezogen.

PayPal behält sich vor, eine Kreditwürdigkeitsprüfung durchzuführen und die „Bezahlung nach 30 Tagen“ auch abzulehnen. Die neue Zahlungsoption sei weder für Händler noch für Kunden mit zusätzlichen Kosten verbunden. 

Mehr Flexibilität bei der PayPal Ratenzahlung

Bei der PayPal Ratenzahlung können Kunden künftig zwischen Laufzeiten von drei, sechs, zwölf und 24 Monaten wählen. Bisher hatte PayPal nur die Laufzeit von zwölf Monaten für eine Ratenzahlung angeboten. Die Ratenzahlung steht für Einkäufe zwischen 99 und 5.000 Euro zur Verfügung und erscheint im Rahmen des Bezahlprozesses automatisch nach dem Login in das PayPal-Konto. 

Der Antrag auf Ratenzahlung kann mit wenigen Klicks gestellt werden und wird in Echtzeit entschieden. Höhere Gebühren kommen damit nicht auf die Händler zu: Sie müssen die üblichen PayPal-Gebühren zahlen und keine gesonderte Integration für die Ratenzahlung vornehmen. 

Händler erhalten ihr Geld sofort

„Die Kundenansprüche an das Kauferlebnis beim Online-Shopping sind während der Pandemie gestiegen. Kunden erwarten einen reibungslosen und an ihre Bedürfnisse angepassten Kaufvorgang sowie Auswahl und Flexibilität – auch beim Bezahlen“, erklärt Jörg Kablitz, Managing Director PayPal Deutschland, Österreich und Schweiz. „1,5 Jahre nach dem Start von PayPal Ratenzahlung erweitern wir dieses Produkt um neue Funktionen und ergänzen das bestehende Angebot an Bezahlmöglichkeiten im PayPal-Konto. Unseren Kunden bieten wir damit mehr finanzielle Flexibilität, für unsere Händler entstehen hierdurch neue Chancen ihre Kundenzufriedenheit zu erhöhen und Potenziale zu realisieren.“

Wenn ein Kunde mit einer „Später bezahlen“-Option einkauft, müssen Händler nicht länger auf ihr Geld warten: PayPal überweist den Kaufbetrag direkt auf das Händlerkonto und übernimmt die Abwicklung der Ratenzahlung bzw. Bezahlung nach 30 Tagen. So will der Zahlungsdienstleister das Risiko für Händler minimieren.

Über den Autor

Michael Pohlgeers
Michael Pohlgeers Experte für: Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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Kommentare  

#3 Jens 2021-06-05 13:24
Ist doch eine Sache zwischen PP und dem Endkunden.
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#2 Nils 2021-06-02 16:01
Ohje. Und wenn der Kunde dann nicht zahlen kann, kommt bestimmt eine PP-Rücklast und man darf sich bestimmt mit dem Kunden dann gerichtlich einigen, denn die Ware ist dann schon lange weg. Käuferschutz wird dann sicherlich nicht greifen.

Ich biete gar keinen Rechnungskauf an, weil ich keine Lust habe, den Kunden (gerichtlich) hinterher rennen zu wollen - die meisten Kunden zahlen leider mit PP (haben aber manchmal auch gar keine Ahnung, "WIE" sie bezahlt haben, einige denken echt, sie hätten per Kreditkarte, Bankkonto oder wie auch immer gezahlt, dabei ist es dann "nur" PP gewesen).

Man wird leider immer gleich als ein nicht seriöser Händler hingestellt, nur wenige greifen im gleichen Zuge auch mal die Insolvenzen bzw. die sehr schlechte Zahlungsmoral der Kunden auf, die läßt leider immer mehr nach. Zahlung auf Rechnung ist aus meiner Sicht ein Relikt aus alten Zeiten. ;-)

Aber, Kunde ist ja König...

Danke für den Artikel, ich hoffe, PP stellt es nicht einfach ohne zu fragen um.

Herzliche Grüße
Nils
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#1 brrrrr 2021-06-01 11:15
auf keinen Fall wird diese Option hier eingerichtet.
Was in der Klamottensparte vielleicht längst etabliert ist,
nämlich hohe Rücktritts- und Rücksendequoten,
muss sich nicht in jedem Marktbereich austoben können.
Wer den gewollten Artikel nicht bezahlen kann, soll es lassen oder aufschieben.
Die (Privat-)Insolv enzzahlen werden bestimmt besser.
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