Der frühe Vogel

PayPal erhöht Gebühren für Zahlungen zwischen Großbritannien und Europa

Veröffentlicht: 13.09.2021 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 13.09.2021
Logo des Zahlungsdienstes PayPal auf einem Smartphone

Der Brexit, also die Abspaltung des Vereinigten Königreichs von der Europäischen Union, hat auch für Nutzer des Zahlungsdienstes PayPal künftig Auswirkungen. Bisher war es so, dass die meisten Unternehmen aus dem Europäischen Wirtschaftsraum – also aus allen Ländern der EU sowie Island, Liechtenstein und Norwegen – eine Gebühr von 0,5 Prozent zahlen mussten. Trotz des Austritts gab es für britische Unternehmen bis jetzt keine Änderung. Doch dies soll sich ändern.

Nach Informationen von ecommercenews.eu sollen die Gebühren für Zahlungen, die zwischen dem Vereinigten Königreich und dem Europäischen Wirtschaftsraum getätigt werden, ab November auf 1,29 Prozent steigen. Dabei verweist das Portal darauf, dass diese Gebühr zumindest noch niedriger ist, „als der PayPal-Standard von 1,99 Prozent für den Rest der Welt“. Mit den geplanten Neuerungen stehe PayPal grundsätzlich nicht allein da: Auch andere Zahlungsdienste, wie die Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard hätten für den Herbst erhöhte Gebühren angekündigt. Dort sollen sich die Beiträge für Kredit- und Debitkarten sogar verfünffachen.

Der BBC gegenüber verwies PayPal darauf, dass man mit der neuen Gebührenstruktur die grenzüberschreitenden Gebühren vereinfachen wolle. „In einem hart umkämpften Markt wird es den Unternehmen leichter fallen, die Preise von PayPal mit jenen anderer Anbieter zu vergleichen und den Wert, den wir bieten, besser zu schätzen.“

Zahlungsdienst AliPay droht die Zerschlagung

Dem erfolgreichen, chinesischen Zahlungsdienst Alipay drohen weitreichende Veränderungen, denn er könnte zerschlagen werden. Konkret soll das Unternehmen, das unter das Dach des chinesischen Online-Unternehmens Ant Group zählt, sein Kreditgeschäft abspalten, schreibt die FAZ mit Verweis auf die Financial Times. Der Schritt wäre eine weitere Maßnahme, die die Regierung in China vornimmt, um die Tech-Konzerne des Landes stärker zu kontrollieren.

Im Rahmen dieser Zerschlagung solle Alipay außerdem dazu verpflichtet werden, die Nutzerdaten, die für Kreditentscheidungen die Basis bilden, „an ein neues Joint-Venture zur Kreditwürdigkeitsprüfung“ zu übergeben, heißt es weiter. Dieses Joint-Venture soll sich dabei in Teilen in Staatsbesitz befinden. Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass die chinesischen Behörden dem Konzern Ant Beschränkungen auferlegt: Erst im vergangenen Herbst wollte das Unternehmen eigentlich seinen Start an der Börse feiern, was durch die Regierung allerdings vereitelt worden sei und wiederum die Zahlen des Mutterkonzerns Alibaba belastete.

Befürchtete Pleitewelle blieb bisher aus

Nach dem coronabedingten Krisenjahr 2020 wurde von vielen eine große Pleitewelle befürchtet. Doch diese blieb zumindest im ersten Halbjahr 2021 aus. Und nicht nur das: Wie das Statistische Bundesamt laut einer Reuters-Meldung jüngst bekannt gab, ist die Zahl der Insolvenzen von Unternehmen im Vorjahresvergleich sogar um 17,7 Prozent auf 7.408 gesunken. 

Zu dieser Entwicklung hätten unter anderem staatliche Konjunkturhilfen beigetragen. Allerdings seien die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger deutlich gestiegen: Mit einem Wert von 31,8 Milliarden Euro lagen sie demnach fast doppelt so hoch. „Dieser Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten“, werden die Statistiker zitiert.

Über die Autorin

Tina Plewinski
Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#3 Karl Ranseier 2021-09-13 09:20
im ersten Halbjahr wurde ja auch die Ersthilfe noch nicht zurückgefordert . Da waren die Lager auch noch voller. Ich gehöre zu den vielen, die von den 9000€ jetzt 7000€ zurückspucken sollen, das wird manches Genick brechen. Die harten Zeiten fangen erst an. Aber wir sind im Wahlkampf, da ist keine Zeit für schwierige Themen.
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#2 Ungeimpfter 2021-09-13 09:18
Groß Britannien gehört, darunter auch das Vereinigte Königreich von England, gehört doch zu Europa. Lediglich aus dem EU-Konstrukt sind sie ausgestiegen.
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#1 David 2021-09-13 08:44
Wer zahlt denn innerhalb der EU nur 0,5% Gebühren bei Paypal. Ich dachte, die Minimum-Gebühre n bei maximalem Umsatz sind 1,5% bei Paypal innerhalb der EU? Jedenfalls gibt Paypal das auf seiner Seite unter gebühren an.
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