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Ausgezählt

Juristen verzeichnen 160.000 Verstöße gegen die Datenschutzgrundverordnung

Veröffentlicht: 22.01.2020 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 22.01.2020
Verstöße gegen die Datenschutzgrundverordnung: DSGVO-Schriftzug neben einem Schloss

Die Datenschutzgrundverordnung ist noch keine zwei Jahre – genauer gesagt seit Ende Mai 2018 – in Kraft. Doch wie erwartet, hat sie bereits hohe Wellen in der Branche geschlagen. Eine der größten Rechtsanwaltskanzleien der Welt, DLA Piper, hat sich nun einmal genauer angeschaut, wie viele Verstöße bisher gegen die DSGVO gemeldet wurden.

Das Ergebnis: 160.000 Verstöße. Diese Zahl bezieht sich auf Meldungen im Zeitraum seit Inkrafttreten und auf alle 28 Mitgliedstaaten der EU sowie die Länder Liechtenstein, Norwegen und Island. Auch über die Höhe der verhängten Strafen kann die Kanzlei im Rahmen ihrer Recherchen Auskunft geben: Insgesamt verhängten die europäischen Datenschutzbeauftragten demnach Strafen in Höhe von insgesamt 114 Millionen Euro.

Deutschland landet bei den DSGVO-Strafen auf Platz 2

Der größte Anteil der Gesamtstrafe entfiel nach Angaben von Heise Online auf eine Strafe in Höhe von 50 Millionen Euro, die Google von französischen Datenschützern im Januar 2018 auferlegt wurde. Grund für das Bußgeld war unter anderem der Umstand, dass die Google-Nutzer nicht klar und verständlich darüber informiert wurden, wie ihre persönlichen Daten verwendet würden. Das Strafmaß sorgte damals für großes Aufsehen, da es die erste Strafe in dieser Größenordnung war.

„Frankreich führt vor allem dank dieser Strafe für Google laut DLA Piper die Rangliste der Länder mit den höchsten Gesamtsummen der Geldbußen an“, schreibt Heise weiter. Insgesamt seien dort DSGVO-Strafen in Höhe von 51,1 Millionen Euro verhängt worden. Mit großem Abstand folgt Deutschland auf dem zweiten Rang: Hierzulande habe die Summe bei 24,6 Millionen Euro und in Österreich bei 18,1 Millionen gelegen. Auf Platz vier landet zudem Italien mit 11,5 Millionen.

Wären die Strafen der britische Datenschutzaufseher, beispielsweise gegen die Hotelkette Marriott und sowie gegen die Fluggesellschaft British Airways noch berücksichtigt worden, wäre Großbritannien mit sage und schreibe 329 Millionen Euro sogar auf dem ersten Platz gelandet. Übrigens: Für Deutschland zählte DLA Piper eine Gesamtmenge an DSGVO-Verstößen von 37.636 Meldungen.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#1 Michael 2020-01-22 10:02
Juhuuuu. Die Sektkorken knallen und diese scheinheilige Art der Einnahmen sind auch in Zukunft gesichert.
(So lange die Mehrheit der Leute sogar trotz Hinweise freiwillig und gerne und mit "Mir doch egal" ihre Daten eh herausgeben ...)

Was mal interessant zu wissen wäre: Wie viele dieser 160.000 Verstöße konnte man gegen Behörden (erfolgreich) verhängen?

"Junge, was willst du mal werden, wenn du groß bist?"
"Ich möchte Pilot werden."
"Bist du verrückt? So viel Arbeit, so viel Verantwortung. Willst du viel Geld einfach verdienen, bewirb dich als Anwalt in der Abmahnindustrie . Ein krisensicherer Job"
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