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Gut vorbereitet: Google steckte 500 Jahre Arbeit in die DSGVO

Veröffentlicht: 15.05.2018 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 15.05.2018

Viele Händler und Unternehmen aller Art haben aktuell alle Hände voll zu tun, um die hohen Standards und Anforderungen zu erfüllen, die die neue Datenschutzgrundverordnung mit sich bringt. Auch Google muss sich anstrengen.

Sanduhr
© Min C. Chiu – shutterstock.com

DSGVO – für Groß und Klein ein Kraftakt

Während sich die rechtskonforme Umsetzung der DSGVO-Vorgaben schon für kleinere Unternehmen als ein Kraftakt zeigt, nimmt sie für große Konzerne schier gigantische Ausmaße an. Deutlich wird dies unter anderem an den Zahlen, die Google nun preisgegeben hat: Wie Heise berichtet, hat das Unternehmen nämlich bereits Jahrhunderte an Arbeit in das Datenschutz-Projekt gesteckt:

„Wir haben 500 Menschenjahre Arbeit in die Vorbereitung gesteckt“, zitiert das Portal den Googles Datenschutzjustiziar Peter Fleischer. Allein 40 Jahre wurden benötigt, um etwa 1.110 vorliegende Produkte und Projekte zu überprüfen. Und noch eine Zahl dürfte zum Staunen anregen: Denn Google habe im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung 12,5 Millionen Verträge erneuern müssen, die sowohl mit Endverbrauchern als auch mit Geschäftspartnern wie etwa Website-Betreibern geschlossen wurden.

Auch beim Thema Datenschutz legt Google Wert auf Usability

Der Suchmaschinenriese habe den Online-Playern unter anderem auch „Werkzeuge zur Verfügung gestellt, damit sie selbst Einwilligungen etwa in Werbeschaltungen einholen könnten“, schreibt Heise weiter. „Erstmals seien auch direkt Kontrollmöglichkeiten für die Nutzer eingeflossen.“ Dabei habe Google Wert darauf gelegt, das Datenschutz-Update wie ein internes Google-Produkt zu behandeln und auch hier den Fokus auf eine einfache Verwendung zu legen. Doch nicht alle Bereiche habe der Konzern überarbeiten müssen, denn einige Datenschutz-Belange wurden nach Aussagen von Fleischer schon vor Jahren angegangen.

EU-Kommissarin wirbt für DSGVO

Kurz vor dem Stichtag Mitte Mai dürften aktuell noch zahlreiche Unternehmen dabei sein, die letzten Hürden zu stemmen und noch einmal volle Arbeitsleistung zu bringen – kein Wunder angesichts der drohenden Abmahnungen und Strafen. Da verwundert es schon, dass EU-Justizkommissarin Vera Jourová in einem Statement öffentlich sagte, dass sie nicht davon ausgehe, dass zum 25. Mai „alle in Europa vollständig bereit sind für die neuen Datenschutzvorgaben“. 

Zwar verwies sie laut Heise auf die weitverbreiteten „Ängste vor Abmahnwellen“, versuchte jedoch gleichzeitig auch die Panik zu verringern. Betroffene Unternehmen sollen dabei im Hinterkopf behalten, dass es Ziel der neuen DSGVO-Regeln sei, „die Privatheit zurück zu den Bürgern bringen“. Helfen dürften solche pauschalen Aussagen in der Praxis jedoch kaum.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#4 Bindhammer 2018-05-19 12:25
richtig es ist der größte Blödsinn aber das ist doch bei der EU bekannt das diese für Blödsinn steht, wie z.b. die Krümmung der Banane usw.
Man kann hier also nichts Anständiges erwarten.
Das sich die EU überhaupt erdreistet so etwas für alle Mitgliedsländer Verbindlich zu machen ist schon heftig und nimmt jedem Land die Freiheit über sich selber und somit Souveränität und das die Länder so etwas mit sich machen lassen ist eben auch bezeichnend.

Die ordentliche Besteuerung der großen Global Player ist ja auch nicht ernsthaft angedacht, es dabei sehr viel wichtiger das vor allem die kleinen immer extremer Bluten dürfen und eben auch die Bevölkerung der EU für z.b. Banken haften sollen usw. obwohl eben auch Banken nur ein Geschäft ist und wer nicht Haushalten kann geht eben Pleite.
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#3 Emil 2018-05-19 00:21
es ist schon erstaunlich. Egal was man bei Google eingibt: DSVGO und irgendein Suchwort was nützlich erscheint: es erscheinen fast nur Anzeigen von Anwaltskanzleie n die Ihre Dienste anbieten wobei Sie deutlich unterstreichen, daß es schier unmöglich ist, die Vorgaben als Unternehmer alle selbst zu meistern und daß hohe Strafen drohen bei kleinsten Fehlern. Wer zahlt dem passiert nichts. Irgendwo kommt mir das von ganz woanders bekannt vor...

Kritische Stimmen sind rar, die meisten trauen sich auch gar nicht erst, etwas zu kritisieren. Und wenn kritisiert wird dann wird auch gleichzeitig immer gelobt. Oder noch schlimmer: gibt man z.B. DSGVO Horror ein landet man auf einer Website die genau das in der Überschrift stehen hat im weiteren Text jedoch nichts anderes als eine Lobrede über die DSGVO hält.

Es wird auch kein Hehl daraus gemacht, daß Klein- und Mittelständisch e Unternehmen (KMU) die Hauptleidtragen den sind und ich denke genau darum geht's: die großen Unternehmen sollen freie Hand bekommen, indem die KMUs zum großen Teil außer Gefecht gesetzt werden. Die Biggies haben das Geld, die Anwälte und IT Kräfte die sich um alles kümmern und können sich wie gewohnt der Steigerung des Umsatzes widmen.

Auch wenn das hier anders rüberkommt, aber mal ehrlich, wer glaubt denn wirklich daran, daß die Großunternehmen dadurch Schaden nehmen. Es wird hier lediglich die Spreu vom Weizen getrennt, diesmal jedoch auf eine Weise und in einer Härte wie sie noch nie da war. Ob die Gesellschaft das noch mitmacht? Das könnte einen echten Knall geben und alles in Chaos stürzen. Tolle Aussichten sind das...

... die ganze Sache wäre viel glaubhafter gewesen wenn man Vorlagen und Muster mit detaillierten Hinweisen für die verschiedenen Unternehmensart en zur Verfügung gestellt hätte, die dann jeder Unternehmer einfach übernehmen, studieren und sich dann daran halten könnte. Schließen verlangt die Politik etwas von uns, dann soll SIE auch etwas dafür tun und nicht umgekehrt. Aber nein: nur wer zahlt ist dabei.
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#2 Heidemann 2018-05-16 10:49
irgendwie scheint da Stolz mit anzuklingen - wieviel ""Katzenjahre"" Arbeit in den Änderungen steckte ?
man sollte es mal auch aus anderer Sicht sehen
Geldverbrennen einfach gemacht !
selbst bei dritte Welt Lohnniveau kommen da noch ein paar Millionen an allein Gehaltskosten zusammen - von Energie usw. garnicht zu reden - wenn wir das alleine nur vom Mittelstand bis zur Großindustrie /Monopole in Deutschland rechnet - wieviel Milliarden werden das wohl sein.
uns kleine rechne ich erst garnicht - wir können ja sowieso nur das nehmen was uns feilgeboten wird und hoffen dann ,das wir nicht zur Refinanzierung schon pleite gegangener Kanzleien dienen.
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wenn man nur ein paar Prozent davon - für die verfolgung der wirklichen Internetkrimina lität ausgebe - brauchte wir nicht immer mehr ""Schutz"" vor nicht´s - naja aber deswegen rüsten wir ja auch auf - anstatt ab !
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#1 Peter 2018-05-15 10:51
DSGVO: der größte Blödsinn, den die Menschheit je gesehen hat.
Aber die EU ist nicht in der Lage, Amazon, Ebay, Google und Co. gerecht zu besteuern. Ich wüsste Lösungen ...
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