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Kartellbeschwerde

Spotify schaltet EU-Kommission wegen Apple ein

Veröffentlicht: 14.03.2019 | Autor: Melvin Louis Dreyer | Letzte Aktualisierung: 14.03.2019
Spotify auf Smartphone

Große Unternehmen haben oft auch eine große Marktmacht inne. Sie müssen sich daher immer wieder einmal Vorwürfe und Untersuchungen gefallen lassen – schließlich können mit derartig großem Einfluss auch große negative Konsequenzen einhergehen. Etwa, wenn dadurch der Wettbewerb behindert wird.

Auch Spotify hat einen fairen Wettbewerb im Blick und legte nun eine Beschwerde gegen Tech-Giganten Apple ein. Grund dafür seien Regeln, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren für seinen App Store eingeführt hat, wie Daniel Ek, Gründer und CEO von Spotify, in einer Mitteilung wissen lässt.

Apple verdient an Abo-Modellen mit

Ek wirft Apple vor, mit seinen Geschäftspraktiken die Auswahl für Kunden gezielt einzuschränken und innovative Entwicklungen auszubremsen. Im Fokus steht dabei besonders Apples Kostenpolitik: An das Unternehmen müssten App-Anbieter Beträge in Höhe von 30 Prozent der Erlöse zahlen – auch bei wiederkehrenden Zahlungen für Abos, wenngleich der Anteil hier ab dem zweiten Jahr auf 15 Prozent sinken würde, wie Heise weiß. Das gereicht Spotify und anderen Anbietern zum Nachteil: Fehle ein so großer Betrag, müssten die Kosten entsprechend umgelagert werden. Im Vergleich zu Apple Music, dem hauseigenen Streamingdienst von Apple, würde dies also zu einer künstlich erzeugten Teuerung des Premium-Dienstes von Spotify führen.

Gleichzeitig würde damit aber auch die Konkurrenzfähigkeit eingeschränkt werden, so Daniel Ek. Kunden würden dann vielleicht einen anderen Streaminganbieter vorziehen. Die „Apple Tax“, wie der Gründer die Abgabe nennt, fällt nur für digitale Leistungen an – Unternehmen wie Deliveroo oder Uber würden zum Beispiel nicht durch sie belastet werden.

Rückzug von Apples Bezahlschnittstelle

Spotify kann sich dem natürlich entziehen, indem es die Buchung seiner Premium-Option nicht über Apples Bezahlschnittstelle zulässt – wie es das Unternehmen laut Heise auch macht. Hier greife jedoch Apple wieder ein: Die Kommunikation von Spotify mit Kunden etwa werde eingeschränkt, teilweise dürften den Nutzern keine E-Mails gesendet werden und auch Upgrades von Spotify, welche die Nutzer-Erfahrung verbessern sollen, würden regelmäßig nicht zugelassen werden. Auch ließen sich Spotify und andere Musikstreaming-Dienste nicht mit Apples Sprachsteuerung Siri bedienen oder auf dem Homepod oder der Apple Watch verwenden – ein Vorteil für Apple Music, hier gibt es diese Probleme nicht.

Daniel Ek stellt aber auch klar, dass es hier nicht um Spotify und Apple im engeren Sinne ginge. Vielmehr sollten alle Beteiligten einem fairen Wettbewerb unterliegen dürfen und das gesunde Ökosystem, durch das man erst habe erfolgreich werden können, müsse unterstützt werden: „So, let me be clear that this is not a Spotify-versus-Apple issue. We want the same fair rules for companies young and old, large and small. It is about supporting and nurturing the healthy ecosystem that made our two companies successful in the first place“, so Daniel Ek in seiner Mitteilung.

Am Ende ginge es damit nicht darum, eine Sonderbehandlung zu erhalten. Wie es mit der Beschwerde bei der EU-Kommission weitergeht, wird sich in der kommenden Zeit zeigen.

Über den Autor

Melvin Louis Dreyer Experte für IT- und Verbraucherrecht

Melvin ist seit Mitte 2018 Teil des juristischen Redaktionsteams. Er hat schon während seines Rechtswissenschaft-Studiums leidenschaftlich gerne Beiträge verfasst und Fachwissen vermittelt. Jetzt berichtet er als Redakteur regelmäßig zu rechtlichen Neuigkeiten und Fragestellungen in der Welt des E-Commerce und verwirklicht damit nebenbei auch noch seine Interessen an Gesellschaft und Wirtschaft. 

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