Der frühe Vogel

Olaf Scholz: Firmen sollen steuerfreie Einmalzahlung an Beschäftigte leisten

Veröffentlicht: 27.06.2022 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 27.06.2022
Olaf Scholz im Deutschen Bundestag

Die Belastungen durch die Inflation sind für viele Bundesbürger enorm. Um der Entwicklung entgegenzusteuern, fasst Bundeskanzler Olaf Scholz statt Lohnerhöhungen offenbar eine einmalige steuerfreie Zahlung von Unternehmen an ihre Mitarbeiter ins Auge. Dies berichtet Spiegel Online mit Verweis auf Berichte der „Bild am Sonntag“. 

Aus Regierungskreisen war demnach zu vernehmen, dass Scholz am 4. Juli bei der konzertierten Aktion einen entsprechenden Vorschlag an Arbeitgeber und Gewerkschaften herantragen wolle. Die Maßnahme ziele darauf ab, eine Lohn-Preis-Spirale sowie eine weitere Steigerung der Inflation verhindern. Ähnliches habe es bereits in den Sechzigerjahren gegeben: „Damals hatten Gewerkschaften zugesagt, sich mit Lohnforderungen zurückzuhalten, im Gegenzug unterstützte der Staat die Wirtschaft“, heißt es weiter.

Eine Einmalzahlung sei Lohnerhöhungen deshalb vorzuziehen, da im Kanzleramt davon ausgegangen werden, dass die aktuelle Inflation auf Angebotsengpässen basiere – und zwar nicht nur im Energiesektor, sondern auch mit Blick auf andere Waren. Zudem hätte die einmalige Zahlung den Vorteil, dass sie für Arbeitnehmer zeitnah zur Verfügung stehen könnte und Geringverdiener stark profitieren. Für Rentner und andere Gruppen, bei denen die Maßnahme nicht ankommen könnte, werde darüber hinaus über eine staatliche Einmalzahlung nachgedacht.

Netflix entlässt weitere Hunderte Mitarbeiter

Schwächelnde Zahlen und Kundenschwund hatten den Streaming-Dienst Netflix bereits vor Kurzem dazu getrieben, Mitarbeiter zu entlassen: Im Mai wurde bekannt, dass das Unternehmen rund 150 Stellen streicht. Nun sollen weitere Angestellte gehen. Wie t3n berichtet, sind dieses Mal wohl weitere 300 Beschäftigte betroffen, ein Großteil von ihnen in den USA. „Während wir weiterhin signifikant ins Geschäft investieren werden, haben wir diese Anpassungen gemacht, damit unsere Kosten im Verhältnis zu unserem langsameren Ertragswachstum stehen“, wird der Konzern zitiert.

Zu den Anpassungen zählt auch die Einführung einer neuen Abo-Option: einer günstigeren Abo-Variante, die neue Zielgruppen erschließen und sich durch die Einblendung von Werbung finanzieren soll. Spekulationen über ein entsprechendes Vorhaben gibt es seit Wochen, nun hat Netflix-CEO Ted Sarandos die Pläne auf dem Filmfestival in Cannes auch persönlich bestätigt. Er erklärte überdies, dass die bisherigen, teureren Abo-Zugänge auch künftig ohne Werbung verfügbar seien. Ein genauer Start des neuen Angebots wurde nicht verkündet.

Ebay startet „Allgäu bei Ebay“

Ebay hat einen neuen lokalen Online-Marktplatz ans Netz gebracht: „Allgäu bei Ebay“. Wie bereits bei den vergleichbaren Schwesternportalen soll auch diese den lokalen Handel unterstützen. Zum Start seien nach Unternehmensangaben mehr als 750 Händlerinnen und Händler am Projekt beteiligt, die ihre Angebote unter www.ebay-deine-stadt.de/allgaeu feilbieten.

„Mit dem neuen lokalen Online-Marktplatz wird ein Ort des Handels, aber auch ein Ort der Begegnung geschaffen. Nutzer*innen, die Geschäfte aus dem Allgäu online unterstützen möchten, finden dort eine breite Auswahl an Produkten, aber zukünftig auch weitere Informationen aus und über die Region wie z. B. Veranstaltungstermine“, heißt es in der offiziellen Meldung. Neben der lokalen Plattform sind die Angebote aber auch auf dem nationalen Marktplatz von Ebay verfügbar.

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Über die Autorin

Tina Plewinski
Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#5 Max Sonntag 2022-07-02 08:54
„Damals hatten Gewerkschaften zugesagt, sich mit Lohnforderungen zurückzuhalten, im Gegenzug unterstützte der Staat die Wirtschaft“

Tja, nur damals hatten wir Politiker, für die unsere Wirtschaft noch Priorität hatte. Heute setzt ein Wirtschaftsmini ster seine politische Agenda auf Teufel komm raus um und kümmert sich einen Dreck um unsere Wirtschaft.
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#4 matze 2022-06-29 23:10
@Ranseier: aber das ist populär..... und einfach. Durch den neuen Mindestlohn werden soviele Abgaben in des Bundes Hand gespült, da kann man ja für eine einmalige Zahlung auch darauf verzichten. Großzügig ... wow.... nordischer Spürsinn....

@JUS: sorry, so laut jammern nur die, die keine Aktien von denen haben. Da haste wohl nicht rechtzeitig umgeschichtet,, ,, und trauerst noch den Lunas nach ?

@TH: wenn Du echt alles so machst, wie Du es hier beschrieben hast, biste in 4 Monaten pleite.... Also warum dann hier noch kommentieren ? Wach auf, weniger mit mehr ist meist mehr mit weniger....setz t die Begriffe nur richtig (Umsatz, Spanne, Gewinn, Aufwand).
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#3 TH 2022-06-27 17:35
Eine Frechheit, dieser Vorschlag.
Für kleine Unternehmen ist das nicht zu leisten.
Auch wir leiden unter gestiegenen Beschaffungspre isen, können aber den Endkundenpreis nicht erhöhen, weil das Geld der Kunden knapp ist.
Woher soll das Geld für die (gnädigerweise) steuerfreie Einmalzahlung kommen?
Vielleicht sollte man lieber den Übergewinn bei den Energieunterneh men abschöpfen. Die Großen verdienen an den Krisen, die Kleinen leiden.
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#2 JUS 2022-06-27 09:46
Es ist schon abenteurlich in Deutschland.
Die Rüstungsindustr ie verdient Mill. € und der Rest möge steuerfreie Leistungen an die MA auszahlen. Dieses inkompetente politische Theater ist derart erbärmlich, man schüttelt nur noch mit dem Kopf.
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#1 Karl Ranseier 2022-06-27 08:23
Also eine weitere Idee mit OPM - "other peoples money".
Und eine weitere Idee, die den kleinen Selbstständigen zum Menschen n-ter Klasse macht. Wo kommt den die Einmalzahlung für die Eisdiele oder den Pizzabäcker her, die Herr "ich bekomme 20 Riesen im Monat und habe diverse Nebeneinkünfte" da so großzügig verteilen möchte?
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