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Interview mit Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann

MediaMarktSaturn-Filialen sollen kleiner werden

Veröffentlicht: 10.12.2019 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 10.12.2019
MediaMarkt-Filiale

Nach gerade einmal sieben Monaten im Amt wurde der damalige Vorstandschef von Ceconomy, Jörn Werner, im Oktober schon wieder abgesägt, Bernd Düttmann wurde als sein Nachfolger vorgestellt – vorerst nur für zwölf Monate. Im Interview mit dem Handelsblatt hat Düttmann nun Einblick in seine Pläne für MediaMarktSaturn gegeben. Er kündigt tiefgreifende Veränderungen an, die vor allem das Filialgeschäft betreffen. „Heute ist die Atmosphäre in manchen unserer Märkte noch zu kühl“, so Düttmann.

Die Kunden würden im Geschäft „etwas erleben“ wollen, „sie wollen Spaß haben beim Einkaufen“. Um die Umsetzung soll sich Ferran Reverter kümmern, der die Media-Saturn-Holding führt. Zum einen soll das Sortiment angepasst werden. Man benötige etwa nicht 200 verschiedene TV-Geräte im Geschäft, „wenn es die richtigen sind, reichen auch 100“, so Reverter gegenüber dem Handelsblatt. Zum anderen soll sowohl in digitale Kompetenzen als auch Ausstattung der Mitarbeiter investiert werden. Jeder Mitarbeiter soll etwa künftig eine Smartphone-App nutzen, die Informationen zum gesuchten Gerät bereithält.

Kleinere Läden

Die wohl tiefgreifendste Veränderung betrifft aber die Größe der Filialen von Media Markt und Saturn. Man habe sämtliche Läden analysiert und sei zu dem Schluss gekommen, dass die optimale Größe bei 1.700 bis 1.800 Quadratmetern liege. Dieser Umbau dürfte ein umfangreiches Unterfangen werden, denn, so Reverter: „In Deutschland liegen wir im Schnitt bei rund 3.000 Quadratmetern. Das wird sicher nicht so bleiben. Aber wir können die Flächen nicht von heute auf morgen reduzieren. Wir haben dazu einen klaren Plan entwickelt, den wir in den kommenden Jahren schrittweise umsetzen werden.“ Man wolle trotzdem weiterhin große Flagship-Stores mit 3.500 Quadratmetern betreiben.

Die Verkleinerung der Geschäfte bedeute zudem nicht die Reduzierung der aktuell etwa 1.000 Filialen. Im Gegenteil wolle man weiter dort hingehen, wo man „weiße Flächen auf der Landkarte“ sehe und die Omnichannel-Strategie ausbauen. Die Konzernstruktur soll künftig dagegen stärker zentralisiert werden, um Kosten zu sparen. „Wir kommen aus einer völlig dezentralen Welt: Marken, Länder – alle haben sehr eigenständig agiert“, erklärt Düttmann. Einkauf und Logistik sollen stärker zentralisiert werden, die Beteiligung an Fnac Darty stehe daher aktuell auf der Prioritätenliste weiter unten.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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