Gebührenänderung zum 8. Juni

Amazon erhöht Versandkosten für FBA-Seller

Veröffentlicht: 08.04.2021 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 08.04.2021
Amazon-Lager

Deutsche Marktplatz-Händler, die das Fulfillment by Amazon (FBA) nutzen, müssen ab dem 8. Juni höhere Gebühren für den Versand zahlen, wie das Unternehmen im Verkäuferportal Seller Central mitteilt. Laut der Amazon-Agentur Revoic liegen die Preise in Deutschland im Schnitt dann um rund 8,34 Prozent höher.

So müssen Amazon-Händler zum Beispiel für ein Standardpaket von 2,9 Kilo im lokalen Versand (Programm Mitteleuropa oder PAN-EU) statt 4,57 Euro dann 4,77 Euro zahlen. Bei einem 9,9 Kilo schweren Standardpaket wären es dann schon 6,39 Euro statt wie bisher 5,55 Euro. 

„Amazon hatte die notwendigen Preiserhöhungen bereits angekündigt, aber aufgrund der angespannten Corona-Situation zunächst ausgelassen. Die Erhöhung der FBA-Versandkosten fiel zuletzt im April 2020 mit rund 9,4 Prozent für Deutschland sogar noch deutlicher aus“, sagt Revoic-Chef Stephan Bruns. „Seller müssen sich darauf einstellen, dass diese jährlichen Aufschläge inzwischen bei Amazon üblich sind.“

FBA-Händler müssen für Versand ins Ausland 12,8 Prozent mehr zahlen

Auch der Versand mit Amazon ins Ausland wird künftig deutlich teuer. Im Schnitt müssen Amazon-Händler dann für den Versand 12,8 Prozent mehr zahlen. Revoic zeigt in verschiedenen Tabellen sämtliche Kosten für die einzelnen Paketklassen in den verschiedenen Ländern.

Doch es gibt auch gute Nachrichten, zumindest für Amazon-Händler, die nur in Deutschland lagern: Der Gebührenaufschlag pro verkaufter Einheit sinkt von 50 auf 35 Cent. Bruns erklärt Amazons mögliche Strategie dahinter: „Diese Gebühr ist eher als Vorwand von Amazon zu sehen, Seller in die international ausgelegten Versandprogramme (Mitteleuropa und PAN-EU) zu bewegen, wo diese Gebühr nicht anfällt. Die internationale Lagerung bringt jedoch auch steuerrechtliche Konsequenzen mit sich. Vor diesem Hintergrund können kleinere Seller, die bisher nicht so international aufgestellt sind, die Entscheidung einer Internationalisierung vielleicht mit dieser Gebührensenkung noch etwas hinauszögern.“

Amazons Gebührenänderungen bedeuten insgesamt nicht nur mehr Kosten für die Händler, sondern auch höhere Preise für die Endkunden, vermutet Bruns. „Seller müssen nun jedoch noch mal genau nachrechnen, ob die eigene Kalkulation zukünftig noch stimmt.“

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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Kommentare  

#1 oejendorfer 2021-04-09 10:58
das sind ja paketpreise, die höher sind - teilweise- als das was wir als Händler - Geschäftskunden vertrag- mit Abholung bei DHL zu zahlen haben.
Oh, Oh,
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