Stühlerücken

Dieter Bohlen wird Freenet-CEO, Zalando verstärkt sich bei Tech & Logistik und Facebook verliert Kreativ-Kopf

Veröffentlicht: 01.09.2021 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 01.09.2021
Personelle Wechsel in der Branche

Das Kommen und Gehen wichtiger Branchenprofis war auch im Monat August wieder groß. Wir haben uns umgeschaut und für die vergangenen Wochen die wichtigsten personellen Veränderungen für Sie zusammengefasst. Dieses Mal unter anderem mit dabei: Dieter Bohlen, Facebook, Zalando und Otto.

Dieter Bohlen wird CEO bei Freenet

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Als Popstar, Moderator und Rampensau ist Dieter Bohlen bekannt. Dass er nun die Rolle als CEO in der Freenet Group übernehmen soll, dürfte den ein oder anderen dann doch überraschen – und das völlig zurecht. Denn Dieter Bohlen wird als CEO beim Telekommunikationsspezialisten nicht etwa Firmenchef bzw. Chief Executive Officer, sondern Chief Entertainment Officer – also Unterhaltungschef. Ganz ohne Vorstandsmandat. Diesen Posten übernimmt er nach Angaben von Freenet ab Anfang September und soll in der Rolle als Werbegesicht und Entertainer die Dachmarke präsentieren.

„Als freenet Group können wir Kunden mit unseren unterschiedlichen Marken Mobilfunk, Internet und TV-Entertainment aus einer Hand bieten. Wir sind einer für alles im Access- und Entertainmentbereich – und davon können auch Kunden profitieren, sofern sie unsere Markenvielfalt kennen. Dieter Bohlen als unser neuer freenet CEO soll genau das fördern“, kommentiert Vorstandsvorsitzender Christoph Vilanek. „Dieter passt perfekt zur Marke freenet. Er ist genauso direkt und frei in der Ansprache, wie wir es in der freenet Group sind.“

Kreativ-Chef kehrt Facebook den Rücken

Mark D'Arcy war seit 2011 als Kreativ-Chef des Social-Media-Riesen Facebook tätig. Nachdem der Konzern kürzlich bereits seine globale Anzeigenleiterin Carolyn Everson verloren hat, schließt sich nun auch D'Arcy an, der zugleich auch als Global Business Marketing VP tätig war. „Ich habe beschlossen, dass es für mich an der Zeit ist, das Unternehmen zu verlassen“, zitiert W&V den Fachmann. „Es ist schwierig, die letzten zehn Jahre zusammenzufassen, aber ich bin sehr stolz auf die Teams, denen ich angehören durfte.“ 

D’Arcy leitete demnach ein weltweit agierendes Team aus kreativen Strategen in 18 Städten. Zudem unterstützte er Facebook dabei, den Bereich Facebook Creative Shop zu entwickeln, bei dem es darum geht, Marken bei ihrer Social-Media-Nutzung zu unterstützen.

Otto holt sich Retail-Spezialistin als Direktorin

Otto SabineJünger

Seit 1. August 2021 arbeitet Sabine Jünger als Direktorin Advertising Services beim Versandriesen Otto. Im Hintergrund hat das Hamburger Traditionshaus sein Retail-Media-Business umgebaut und dieses nun auch zum eigenen Direktionsbereich gemacht, um sich zukunftsfähig aufzustellen. „Retail Media ist nicht länger nur eine Werbe-Gattung, sondern neben dem Händler- und dem Marktplatz-Geschäft eine der drei Säulen unserer Plattform“, beschreibt Otto-Chef Marc Opelt die Vorgänge. „Retail Media ist ein riesiger Wachstumsmarkt, da wollen wir uns noch stärker einbringen.“ Jünger war in ihrer Laufbahn unter anderem beim Spiegel, Amazon und Pinterest tätig.

Gerry Weber mit neuer Chefin

Auf der Hauptversammlung des Modeanbieters Gerry Weber Mitte August wurde Angelika Schindler-Obenhaus für eine vorläufige Zeit von drei Jahren als CEO bestellt. Sie war seit Sommer 2020 bereits Mitglied des Vorstands der Gerry Weber International AG und stand Bereichen wie Design, Produktion, Beschaffung sowie Marketing/Kommunikation vor. Nun leitet sie auch den Vertrieb. „Wir haben mit unseren Führungskräften sowie unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Grundlage geschaffen, auf der eine erfolgreiche Zukunft gestaltet werden kann. Ich glaube sehr an eine erfolgreiche Zukunft der Gerry-Weber-Gruppe“, zitiert FashionNetwork Alexander Gedat, der ihre jetzige Stelle zuvor interimistisch übernommen hatte.

Zalando macht sich gleich in mehreren Bereichen fit

Großes Stühlerücken gab es auch bei Zalando: Der Moderiese hat sein Senior-Leadership-Team in gleich zwei Bereichen umgebaut – und zwar in den Schlüsselsektoren Technologie sowie in der Logistik. 

Zalando MegGreenhouse

Als Senior Vice President (SVP) Zalando Technology Foundation zeigt sich künftig Meg Greenhouse verantwortlich, die in den vergangenen Jahren bei Zalando schon sehr viel erreicht hat: Nachdem sie im Herbst 2017 als VP Corporate Technology anfing, habe sie es zusammen mit ihrem Team geschafft, die Technologie-Strategie von Zalando deutlich voranzutreiben, schreibt das Unternehmen. „Mit ihrer Hilfe wurden wichtige Kernbereiche neu aufgestellt, konnten interne Prozesse durch den Einsatz von Technologie vereinfacht und die Arbeitsumgebung für Zalando Mitarbeiter*innen verbessert werden.“

Zalando MasoodChoudhry

Die zweite wichtige personelle Änderung betrifft den Posten als SVP Logistics, den künftig Masood Choudhry innehaben wird. Besonders hervorgetan habe er sich bisher, da er wichtige Meilensteine, wie etwa das Mitgliederprogramm Zalando Plus oder die Expansion des internationalen Logistiknetzwerks, mit auf den Weg brachte. Als SVP Logistics wird er einem in ganz Europa agierenden Team von rund 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorstehen.

Über die Autorin

Tina Plewinski
Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#1 deutsch 2021-09-02 12:52
Nun stellt Euch doch mal vor... die neuen Posten würden Deutsch bezeichnet....
Direktor für Werbeservice (früher sagte man Chefin der Anzeigenverkäufer)
Wie profan das wäre......
und das bei einem deutschen Konzern, der mit allem Kohle scheffelt, was ihm in die Hände fällt.
Eigentlich beneidenswert, solange man die Hintergründe nicht kennt.
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