Millionenverlust im 1. Quartal 2022

Zalando rutscht in die roten Zahlen

Veröffentlicht: 05.05.2022 | Geschrieben von: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 05.05.2022
Zalando-Logo an Gebäude

Für Zalando lief es im vergangenen Quartal nicht ganz so rosig, wie im Vorjahr: Der Online-Modehändler machte 1,5 Prozent weniger Umsatz und kommt auf 2,2 Milliarden Euro. Drastischer sieht es allerdings im operativen Ergebnis aus, denn hier schreibt das Unternehmen Verluste. Das bereinigte Ebit betrug minus 51,8 Millionen Euro, heißt es in der Bilanzmitteilung. Zalando begründet das negative Ergebnis mit einer geringeren Bruttomarge, da man verstärkt in Werbemaßnahmen zur Kundengewinnung sowie in die Logistik investiert habe. Die Fulfillment-Kosten pro Bestellung hätten im Vergleich zum Vorjahr um etwa zehn Prozent zugenommen, unter anderem aufgrund der Probleme in den globalen Lieferketten.

Außerdem hat der Kauf von Mode derzeit angesichts des Ukraine-Kriegs sowie der Inflation und der hohen Energiepreise, die Privathaushalte finanziell belasten, offenbar weniger Priorität. „Das Hauptthema der Menschen ist es gerade nicht, Mode zu kaufen“, sagte Co-CEO Robert Gentz vorab gegenüber der Wirtschaftswoche. Auch die Lockerung von Coronamaßnahmen führte verstärkt zu einer Hinwendung zum stationärem Shopping. Man habe angesichts der aktuellen Herausforderungen damit gerechnet, nicht an die „außergewöhnlichen Ergebnisse“ im Vorjahresquartal anzuknüpfen, sagte Gentz in der Pressekonferenz zur Vorstellung der Quartalsergebnisse. In Q1/2021 hatte Zalando einen Gewinn von 93,3 Millionen Euro erzielt, das Umsatzwachstum lag bei 46,8 Prozent.

Das Plattform-Modell, das die Anbindung von Händlern beinhalte, sei eine wichtige Säule für das Geschäft: Der Anteil des Partnergeschäftes am Bruttowarenvolumen (GMV) betrage 32 Prozent, insgesamt beläuft sich das GMV im ersten Quartal auf 3,2 Milliarden Euro. 

Mehr Ausgaben für Kundenbindung und Logistik

Dennoch konnte der Konzern mehr aktive Kundinnen und Kunden gewinnen: Von Januar bis März stieg deren Zahl um 4,9 Prozent auf 49 Millionen an – in den letzten 12 Monaten kamen insgesamt 17 Prozent hinzu. Punkten konnte das Unternehmen auch mit einem Zuwachs bei den Plus-Mitgliedschaften, hier gab es ein Wachstum von 150 Prozent. Des Weiteren hätten die Besuchszahlen zugenommen und es gäbe mehr Interaktionen. Auch konnte die Anzahl jener gesteigert werden, die auf der Plattform pro Jahr über 500 Euro ausgeben. Für eine stärkere Kundenbindung investierte Zalando zudem in ein besseres Einkaufserlebnis in den Bereichen Beauty, Lounge, Designer und Pre-Owned.

Auf das derzeit herausfordernde Umfeld werde mit unterschiedlichen Maßnahmen reagiert. Neben Angebotsanpassungen wolle Zalando die Kosten pro Bestellung optimieren und kosteneffizienter wirtschaften. Konkret bedeute dies u. a. die Einführung von Mindestbestellwerten in unterschiedlichen Märkten, darunter auch in Deutschland. Robert Gentz führte aus, dass sich insbesondere bei niedrigpreisigen Artikeln ein kostenloser Versand nicht rechne, dennoch wolle man diese Waren weiterhin anbieten. Die steigenden Logistikkosten müsse man außerdem durch Aufschläge an jene Handelspartner weitergeben, die Zalando Fulfillment Solutions (ZFS) nutzen. 

Um schnellere Lieferzeiten anzubieten, werde zudem Kapital in den Ausbau des eigenen Logistiknetzwerks gesteckt, unter anderem wurde bereits mit dem Bau neuer Logistikzentren in Frankfurt (Deutschland), Bydgoszcz (Polen) sowie in der Region Paris (Frankreich) begonnen. 

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Prognose für das laufende Geschäftsjahr bleibt bestehen

Zalando bestätigte zudem, dass die Prognose für das Geschäftsjahr 2022 bei einem Bruttowarenvolumen (GMV) mit 16 bis 23 Prozent Wachstum und 12 bis 19 Prozent Umsatzwachstum jeweils „am unteren Ende“ liegen würde. Gleiches gilt für das operative Ergebnis, das zwischen 430 und 510 Millionen Euro liegen solle. Für Investitionen seien bis zu 500 Millionen Euro vorgesehen. 

Auch will Zalando mittelfristig das Partnergeschäft stärken. Dessen Anteil am Bruttowarenvolumen im Zalando-Shop soll bis 2025 bereits 50 Prozent betragen. 

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Über die Autorin

Hanna Behn
Hanna Behn Expertin für: Usability

Hanna fand Anfang 2019 ins Team der OnlinehändlerNews. Sie war mehrere Jahre journalistisch im Bereich Versicherungen unterwegs, dann entdeckte sie als Redakteurin für Ratgeber- und Produkttexte die E-Commerce-Branche für sich. Als Design-Liebhaberin und Germanistin hat sie nutzerfreundlich gestaltete Online-Shops mit gutem Content besonders gern.

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