Kaufland: Wachstum online & stationär durch Real-Übernahme

Veröffentlicht: 05.10.2016 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 04.08.2021
Kaufland übernimmt Real-Filialen & Online-Marktplatz: zwei Kaufland-Einkaufstüten mit Waren davor
Inhaltsverzeichnis

  • Online-Marktplatz Real.de wird zu Kaufland.de
  • Nach Übernahme: Rechtstexte auf real.de anpassen
  • Bundeskartellamt stellt Ermittlungen gegen Kaufland ein
  • Kauflands online Supermarkt-Lieferdienst
  • Real.de-Marktplatz seit März 2021 offiziell Kaufland

    Kaufland ist nun offiziell ein neuer Player im Online-Handel – und das Branding von Real damit in Zukunft nicht nur aus dem stationären Handel verschwunden. Ab dem 1. März 2021 wird das zur Schwarz-Gruppe gehörige Unternehmen zunächst als Betreiber des kompletten Online-Geschäfts der ehemaligen Metro-Tochter Real sichtbar sein. Damit geht auch die Umbenennung von real.de zu kaufland.de einher, seit Mitte April ist der Marktplatz vollständig auf kaufland.de integriert, gab das Unternehmen bekannt.

    Starke Verzahnung des Online- und Offline-Geschäfts

    Bereits im Juni 2020, als die Übernahme von Real durch die Schwarz-Gruppe bekannt wurde, hatte man die Umbenennung des Marktplatzes und die Integration in die bestehenden Strukturen von Kaufland geplant. Damals erklärte Rolf Schumann, Vorstand Digitalisierung der Schwarz-Gruppe, dass dem Unternehmen künftig die Kombination aus stationärem Geschäft und Online-Handel zusätzliche Möglichkeiten eröffnen werde. Diese Idee bekräftigte der Vorstand nun: „Die Integration auf kaufland.de ist für uns der Startschuss, um unsere Kunden des stationären Handels für die Angebote unseres Marktplatzes zu begeistern und – andersherum – unsere Marktplatz-Kunden für die Angebote unserer Kaufland-Märkte. Beide Welten werden sich ergänzen und damit einen echten Mehrwert für alle Kunden schaffen.“

    Ausbau des Kundenangebots und der Services für Händler

    Bislang war Kaufland nur im stationären Geschäft aktiv, auf der Webseite Kaufland.de fanden sich lediglich Informationen über Angebote in Märkten vor Ort – der Online-Einkauf war bislang nicht möglich. Das hat sich nun geändert: Kunden können auf dem Marktplatz schnell zwischen Angeboten des stationären und des Online-Handels wechseln. Das Portal bietet ihnen dann eine Auswahl von über 25 Millionen Artikeln aus über 5.000 Produktkategorien – darunter sind auch über 300.000 Artikel, die von Kaufland direkt vertrieben werden.

    Real.de zählte mit über 5.000 Händlern zu den größten deutschen Online-Marktplätzen. Kaufland plant nach eigenen Angaben, deren Vielfalt und sowie Angebot aus dem Eigensortiment „stärker an der Kundennachfrage orientieren“ und ausbauen zu wollen – was genau dies für Händler bedeutet, bleibt abzuwarten. Laut Schumann wolle man als nächsten Schritt sowohl Kunden- als auch Händler-Services ausbauen.

    Wer bisher auf dem Real-Marktplatz handelte, verkauft nun auf Kaufland.de: Das Unternehmen hat den Online-Marktplatz Real.de auf Kaufland.de integriert und schafft damit nach eigenen Angaben „die nahtlose Verbindung“ des Online- und Stationär-Handels. Die Integration und damit verbundene Umbenennung des Marktplatzes war bereits im Februar angekündigt worden.

    Durch die Integration sollen Kaufland zufolge die Filial- und Online-Welt voneinander profitieren: Kaufland will seine stationären Kunden für den Online-Marktplatz und die Online-Kunden für sein stationäres Angebot begeistern. Wie genau das im Detail realisiert werden soll, lässt das Unternehmen aber bisweilen offen und kündigt an, dass die Verbraucher künftig „einfach und bequem zwischen den Angeboten des stationären und des Online-Handels wechseln“ können.

    Kaufland will bald auch Eigenmarken online anbieten

    Der Kaufland-Marktplatz bietet nach Angaben des Unternehmens mehr als 25 Millionen Artikel in über 5.000 Produktkategorien. Das Sortiment reicht dabei von Haushaltsgeräten über Unterhaltungselektronik, Kleidung, Spielsachen, Sportgeräte, Fahrräder und Autozubehör bis hin zu Möbeln. Künftig sollen auch die Kaufland-Eigenmarken wie etwa Switch On, Newscential oder Spice&Soul online angeboten werden. Zudem plane das Unternehmen den weiteren Ausbau der Kunden- und Händler-Services auf der Plattform.

    Marktplatz real.de läuft jetzt unter dem Namen Kaufland.de

    Die Online-Plattform erweitert nun das stationäre Geschäft der Schwarz-Gruppe bzw. das Angebot für Kunden und Handelspartner. „Real.de ist ein wesentlicher Baustein unseres künftigen Angebots. Die Kombination aus stationärem Geschäft und Online-Handel wird uns zusätzliche Möglichkeiten eröffnen“, so Rolf Schumann, Vorstand Digitalisierung der Schwarz-Gruppe laut einer Unternehmensmeldung. Händlern und Kunden, die den Marktplatz real.de derzeit nutzen, sollen die bisherigen Angebote und Dienstleistungen „weiterhin wie gewohnt“ zur Verfügung stehen, heißt es.

    real.de heisst jetzt kaufland.de: Schriftzug auf Kaufland-Website

    © Kaufland

    Kaufland statt Real.de – Schwarz-Gruppe übernimmt Online-Marktplatz

    Etwa zwei Jahre lang zog sich der Verkauf der Metro-Tochter Real hin, am 25. Juni 2020 ging Real endgültig an die britischen Investoren SCP Group über, wie Anfang Juni bekannt wurde. SCP erwarb hierbei nicht nur die stationären Real-Märkte, sondern auch das komplette Digitalgeschäft mitsamt dem Marktplatz real.de. Diesen Geschäftsbereich inklusive der Online-Plattform hat nun die Schwarz-Gruppe erworben. Über den genauen Kaufpreis bewahrten der Dachkonzern von Kaufland und Lidl und die SCP Group Stillschweigen.

    Bundeskartellamt: Entscheidung über Zukunft der Real-Filialen

    92 Supermarktfilialen gehen demnach an Kaufland, weitere 24 können von der Globus-Gruppe übernommen werden. Auch Edeka hat beim Bundeskartellamt das Vorhaben angemeldet, insgesamt 72 Standorte zu erwerben. Hier will das Kartellamt in den nächsten Monaten eine Entscheidung fällen. Das hat die Bonner Behörde am 22.12.2020 mitgeteilt. In einer Pressemitteilung vom 17. März 2021 kommunizierte das Bundeskartellamt, eine Edeka-Übernahme von bis zu 72 Real-Standorten unter Auflagen freizugeben. Eine Übernahme von 21 Standorten sei aufgrund wettbewerbsrechtlicher Bedenken nicht möglich.

    Wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken verzichtet Kaufland auf die Übernahme von neun weiteren Standorten in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Kaufland gehört, wie etwa auch der Discounter Lidl, zur Schwarz-Gruppe. „Wir wollen für die Verbraucherinnen und Verbraucher dort, wo sie einkaufen, genügend Auswahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Lebensmittelhändlern erhalten. Deswegen erlauben wir Kaufland anstatt der 101 angemeldeten nur die Übernahme von bis zu 92 Real-Standorten“, erklärt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes.

    Ob Kaufland tatsächlich alle genehmigten 92 Filialen übernimmt, ist noch nicht klar. Auch, ob Globus wirklich 24 Standorte übernimmt. Man wolle „für eine Stärkung des Mittelstandes als wichtige Absatzalternative für die Hersteller und Lieferanten von Lebensmitteln in Deutschland“ sorgen, so Mundt. „Nach dem Verlauf des Veräußerungsprozesses war nicht davon auszugehen, dass mittelständische Händler ohne die Einflussnahme des Bundeskartellamtes überhaupt Standorte hätten erwerben können.“

    Kaufland übernimmt zudem 88 der bestehenden 275 Real-Standorte, wie das Unternehmen laut Handelsblatt schon Ende März verlauten ließ.

    Rechtstexte auf real.de müssen angepasst werden

    Für die bisherigen Händler auf dem Real-Marktplatz dürften nun zwei wichtige Fragen im Raum stehen: Was ist mit den Rechtstexten? Wie müssen sie wo geändert werden? Grundsätzlich ist eine Anpassung der Rechtstexte notwendig, die z.B. Händlerbund-Mitglieder einfach durchführen können, indem sie ihre Rechtstexte neu herunterladen und in ihrem Shop austauschen. Die notwendigen Änderungen sind in den neuen Rechtstexten bereits vom Händlerbund umgesetzt.

    Warum ist die Anpassung notwendig?

    Wer Online-Händler ist, weiß, dass er in AGB und Co. auf jedes Wort achten muss. Damit beispielsweise die AGB eindeutig sind, wird daher immer genau formuliert, für welche Plattform die Klauseln gelten sollen. Entsprechend findet sich in den Rechtstexten zu den bisherigen Real-Händlern auch oft das Wort „real.de“. So wird für jeden potentiellen Vertragspartner klar, dass die Rechtstexte auch tatsächlich nur für die Kaufverträge gelten sollen, die über die genannte Plattform oder Online-Shop geschlossen wurden. Entsprechend muss jetzt bedingt durch die Integration auch die Bezeichnung in den AGB angepasst werden. Wo bisher Real.de stand, muss nun Kaufland.de stehen.

    Ende des Kaufland-Lieferdienstes: Kaufland-Logo an Fassade von Filiale

    © WDnet Creation - Shutterstock.com

    Bundeskartellamt: Ermittlungen gegen Kaufland eingestellt

    Das Bundeskartellamt hat die Ermittlungen gegen Kaufland eingestellt. Im Raum stand der Verdacht des Missbrauchs der Marktmacht. Kaufland möchte 92 Standorte von Real übernehmen, 30 sind bereits zu Kaufland-Filialen umgebaut. Da Kaufland aber bereits knapp 700 Märkte hat, habe der Konzern bei Großflächenmärkten ohnehin schon eine dominante Position. Daher hatte das Kartellamt Kaufland unter Beobachtung. Nun gibt es eine Übereinkunft. Kaufland hat zugesagt, Forderungen an Lieferanten bei der Übernahme von Real-Märkten zu präzisieren, wie das Handelsblatt berichtet.

    Durch die Entscheidung fühle sich das Unternehmen bestätigt, so eine Kaufland-Sprecherin. Man habe in den Gesprächen mit dem Kartellamt „wertvolle Hinweise erhalten, wie wir den Inhalt der mit den Lieferanten vereinbarten Gegenleistungen präzisieren können, um noch deutlicher zum Ausdruck zu bringen, dass wir unseren Lieferanten auch in diesem Fall ein faires und wirtschaftlich attraktives Angebot gemacht haben“, so die Unternehmenssprecherin. Die Lieferanten sollen nun zeitnah informiert werden.

    Konkrete Gegenleistung für Lieferanten

    Pro integriertem Real-Markt forderte Kaufland von den Lieferanten zusätzlich bis zu 0,02 Prozent des Umsatzes. Darüber gab es Beschwerden, weil die Lieferanten den Eindruck hatten, an den Kosten der Real-Übernahme beteiligt zu werden, allerdings ohne, dass für sie dabei ein Vorteil herausspringt. Ein solches Vorgehen wäre kartellrechtlich verboten. Kaufland habe nun eine konkrete Gegenleistung zugesagt und das, so Kartellamtschef Andreas Mundt, sei entscheidend. „Die Forderungen werden von Kaufland nur erhoben, wenn ein Lieferant auf diese Forderung eingeht und umgekehrt tatsächlich von einer Gegenleistung profitiert“, erklärte Mundt laut Handelsblatt.

    Es werde geprüft, ob der Umsatz eines Lieferanten nach der Kaufland-Übernahme tatsächlich gestiegen sei. Eine Umfirmierung eines Supermarktes auf eine starke Marke habe in der Vergangenheit oft automatisch zu steigenden Umsätzen geführt, auch wenn es im Markt und Sortiment kaum Veränderungen hab. Mit diesem Argument hatte Kaufland die Forderung nach einem Umsatzanteil begründet.

    Die Umstellung des Online-Marktplatzes Real.de auf Kaufland.de ging dagegen ohne größere Probleme vonstatten.

    Supermarkt-Lieferdienst von Kaufland: Online bestellen & nach Hause liefern lassen

    Update: Der Kaufland-Lieferdienst wurde 2017 in Deutschland eingestellt, mehr Informationen unter: Update: Das sind Kauflands Online-Pläne im Lieferservice

    Kaufland hat sich in die Gruppe der Supermärkte eingereiht, die ihre Kunden direkt beliefert und ihnen damit den Weg in den Markt erspart. Der Lieferdienst wird von Kaufland zunächst in Berlin getestet. Wir haben uns genauer angesehen, was das Lebensmittelunternehmen zu bieten hat.

    In dieser Woche hat Kaufland in Berlin den öffentlichen Testbetrieb seines eigenen Lieferdienstes aufgenommen, wie Supermarktblog berichtet. Kaufland ist damit die vierte große Handelskette, die ihren Kunden die Lieferung nach Hause anbietet. Bringmeister von Kaiser’s Tengelmann, Rewe und Real haben ähnliche Dienste bereits am Markt etabliert.

    Anders als die Konkurrenten lässt Kaufland die Bestellungen aber nicht in bestehenden Filialen kommissionieren und anschließend zum Kunden ausliefern. Das Unternehmen nutzt einen sogenannten Dark Store, ein Lieferlager, das im Süden Berlins gebaut wurde. Von hier aus will Kaufland Berlin-weit liefern. Supermarktblog betont, dass die Größe des Lieferlagers andeutet, wie ernst die Handelskette den Aufbau ihres Lieferdienstes angeht. Anbauen müsse das Unternehmen in absehbarer Zeit vermutlich kaum. Für die Auslieferung nutzt Kaufland eigene Kühlfahrzeuge, die vom Design her auch den Wagen des Konkurrenten Rewe ähneln: Rote Schrift auf weißem Grund mit frischen Lebensmitteln.

    Kaufland schlägt Rewe bei den Lieferkosten

    Bestellungen sind vorerst nur für Kunden in Berlin möglich. Kaufland liefert von montags bis samstags zwischen 7 und 22 Uhr und bewirbt seinen Lieferdienst derzeit in seinen Märkten. Der Mindestbestellwert für den Online-Einkauf und die Lieferung liegt bei 40 Euro. Damit ist Kaufland gleichauf mit der Konkurrenz, schlägt aber zumindest Rewe in einer Hinsicht: Die Lieferung ist bei Kaufland ab 100 Euro Einkaufswert kostenfrei. Rewe hatte seine kostenfreie Lieferung erst kürzlich quasi abgeschafft. Wer keine 100 Euro bei seiner Bestellung zusammenbekommt, zahlt für die Lieferung bei Kaufland zwischen 2,75 und 4,75 Euro, je nach ausgewähltem Zeitfenster.

    Kaufland verspricht für die „über 10.000 Artikel“ in seinem Online-Shop zwar „Preise wie in der Filiale“, doch im Kleingedruckten weist das Unternehmen darauf hin, dass das kein allgemeingültiges Versprechen ist: Da die Preise in jeder Filiale leicht variieren können, zieht Kaufland einen Referenzmarkt in Berlin-Schöneberg, Bessemerstr. 57-58, hinzu. Das Versprechen gelte für die Preise in diesem speziellen Markt. Dazu erklärt Kaufland, dass Werbepreise gegebenenfalls abweichen können. Ob das langfristig zu Ärger führen wird, wird sich zeigen.

    Kaufland steigt jedenfalls noch rechtzeitig in den Markt ein und kommt zumindest Amazon zuvor: Das Unternehmen hat seinen Lieferdienst Amazon Fresh 2016 in Europa gestartet. In Deutschland fahren die grünen Fresh-Lieferwagen allerdings noch nicht.

    Kaufland stellt Lieferdienst ein: beleuchtetes Kaufland-Schild bei Nacht

    © JDzacovsky / Shutterstock.com

    Nach der Pilotphase: Kaufland verabschiedet sich endgültig von seinem Lieferservice

    Kaufland hat angekündigt, seinen Lieferservice in Berlin nach der Pilotphase einzustampfen. Scheinbar hat sich das Konzept für die Einzelhandelskette nicht wirklich rentiert. Was mit den Mitarbeitern passieren soll, die für den Lieferservice zuständig waren, wurde ebenfalls bekannt gegeben.

    Schluss, aus und vorbei: Kaufland hat offiziell bekannt gegeben, dass der Lieferservice in Berlin, der dort Anfang Oktober 2016 an den Start gegangen ist, nicht weitergeführt wird. Das Ende der Pilotphase ist für kurz vor dem Weihnachtsfest, also dem 23. Dezember angesetzt. Danach kann der Kaufland-Online-Shop von den Kunden nicht mehr genutzt werden.

    „Wir bedauern sehr, dass wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Berlin keine langfristige Perspektive bieten können und bedanken uns für ihren hervorragenden Einsatz in den vergangenen Monaten“, erklärt Kaufland-Vorstandsvorsitzender Patrick Kaudewitz in der Pressemitteilung. 300 Berliner Mitarbeitern aus den Bereichen Logistik und Auslieferung sollen laut Kaudewitz „sozialverträgliche Lösungen“ geschaffen werden – 80 Mitarbeiter in der Heilbronner Unternehmenszentrale wiederum, die ebenfalls mit dem Lieferservice vertraut waren, erhalten andere Funktionen innerhalb der Unternehmensgruppe.

    Warum Kaufland seinen Lieferservice begräbt

    Doch warum unternimmt Kaufland überhaupt diesen drastischen Schritt? Kaudewitz gibt dezente Einblicke: „Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit, die Preis- und die Marktentwicklung sehen wir […], dass sich ein Lieferservice im Lebensmittelbereich auf Sicht nicht kostendeckend betreiben lässt.“ Gleichzeitig meint der Kaufland-Vorstandsvorsitzende, dass Preiserhöhungen im Online-Shop für die Einzelhandelskette nicht infrage kommen würden. „Auch im Internet sollen sich die Kunden auf unser Preisversprechen verlassen können.“

    Auch in anderen Städten abseits von Berlin will Kaufland, zumindest vorerst, keinen Lieferservice erproben, sondern sich stattdessen nach eigenen Angaben auf „digitale Innovationspotenziale im stationären Geschäft“ konzentrieren. Zumindest ansatzweise hatte sich dieser Schritt bereits Mitte Oktober angekündigt. Zu dem Zeitpunkt wurde verkündet, dass Kaufland nun doch nicht, wie ursprünglich geplant, mit seinem Lieferservice in Hamburg an den Start gehen wird. Der Einstieg in den Online-Handel in der Hansestadt wurde auf unbestimmte Zeit verschoben – und das scheint sich nach der aktuellsten Meldung in absehbarer Zeit auch nicht großartig zu ändern.

    Wie golem.de mit Verweis auf die Heilbronner Stimme schreibt, hat ein Unternehmenssprecher erklärt, dass man sich dazu entschieden habe, „den Start unseres Lieferservices in Hamburg zu verschieben“. Mit der Erklärung wurde jedoch nur das Offensichtliche endlich offiziell, denn eigentlich wollte Kaufland bereits vor mehreren Monaten in Hamburg starten. Doch statt Expansion, soll „die Effizienz des Lieferservices in Berlin weiter optimiert“ werden.

    Wie weit Kaufland, das zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm gehört, mit seinen Plänen für Hamburg war, zeigt auch die Tatsache, dass bereits für Hamburg eingestellte Beschäftigte Ersatzarbeitsplätze an anderen Standorten des Unternehmens oder sogenannte „sozialverträgliche Lösungen" angeboten bekommen sollen.

    Update: Das sind Kauflands Online-Pläne im Lieferservice

    In Deutschland gibt es den Kaufland-Lieferdienst inzwischen nicht mehr, aber in Osteuropa hat das Unternehmen sich wieder stärker auf den Online-Kanal konzentriert. Der Lieferdienst in Deutschland wurde 2017 eingestellt – nach einer, wie das Unternehmen erklärt, erfolgreichen Pilotphase, in der positive Erfahrungen gemacht wurden. So habe sich gezeigt, dass Kaufland viele Kunden bei der Lieferung von Lebensmittel habe überzeugen können.

    „Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit, die Preis- und Marktentwicklung stellten wir allerdings fest, dass sich ein Lieferservice im Lebensmittelbereich auf lange Sicht nicht kostendeckend betreiben ließ“, erklärt das Unternehmen das Aus seines Lieferdienstes. Die höheren Kosten durch höhere Preise im Online-Shop zu kompensieren, sei keine Option gewesen.

    In den vergangenen Monaten wurde Kaufland in Polen, Tschechien und Rumänien allerdings wieder mit Online-Angeboten aktiv. Hier werden die Online-Sortimente vor allem in Zusammenarbeit mit Partnern realisiert: In Tschechien bietet Kaufland etwa ein Sortiment von ca. 600 Eigenmarkenprodukten über den Online-Lieferdienst Košík.cz an, in Rumänien kooperiert Kaufland mit Glovo, um einen Lieferservice anzubieten. In Polen arbeitet Kaufland mit dem italienischen Online-Marktplatz Everli zusammen, wie kürzlich bekannt wurde. Menschen in 17 Städten können damit Lebensmittel aus dem Kaufland-Sortiment über die Everli-Plattform bestellen und zu sich nach Hause liefern lassen, berichtet EcommerceNews.eu. Über 4.000 Produkte sind damit verfügbar.

    Neustart in Deutschland mit dem Real-Marktplatz

    Ob Kaufland künftig auch wieder in Deutschland ein Lieferangebot auf die Beine stellt, ist nicht gewiss. Einen ersten Schritt zu einem möglichen Lieferdienst hat das Unternehmen aber vor wenigen Monaten vollzogen: Kaufland hat das Digitalgeschäft von Real.de, mitsamt dem Marktplatz, übernommen. Die Plattform sei „ein wesentlicher Baustein unseres künftigen Angebots“, kommentierte Rolf Schumann, Vorstand Digitalisierung der Schwarz Gruppe. So trägt der Online-Marktplatz nun auch den Namen Kaufland und ergänzt das Angebot des stationären Geschäfts.

    Kommentare  

    #13 Prof. Dr. Knut Ohls 2021-05-27 17:23
    Hallo: Ich habe am 04.05.2021 über Ihre Firma einen AQUAGART-Garten schlauch bestellt (Kunden-Nr.1157 176201), den ich auch gleich durch Überweisung bezahlt habe, was die Rechnung und der Lieferschein der Firma AQUAGART vom 06.05.2021 bestätigen. Von der schwedischen Bank KLARNA bekam ich über das Internet eine weitere Rechnung für den selben Schlauch. Auf meine Antwort wurde nicht reagiert. Stattdessen bekam ich eine weitere Zahlungsaufford erung mit Strafgebühr. Die Lieferung erfolgte reibungslos; die Bezahlung scheint jedoch zu umständlich zu sein. Ich hoffe sehr, die drei beteiligten Firmen bringen Ordnung in die Abläufe. Für mich ist der Einkauf mit der Bezahlung abgeschlossen. Es grüßt Sie dennoch Knut Ohls
    Zitieren
    #12 Brigitte Vogel 2021-05-13 00:43
    Kaufland Lieferdienst wäre genial bei uns im Landkreis Esslingen. Zusätzlich neue Arbeitsplätze. Weniger Umweltbelastung . Einfach klasse wäre das.
    Zitieren
    #11 Dietlinde Greiff 2021-04-14 20:56
    Liefert jetzt Kaufland wieder Lebensmittel mit online Bestellung?
    Zitieren
    #10 Antje Eggert 2020-12-30 21:59
    Gerade in Corona Zeiten keine gute Idee, keinen Online - Einkauf mit Abholservice anzubieten. Das macht REWE besser, schade!
    Zitieren
    #9 Andrea 2020-12-30 11:42
    Ich fand es sehr sehr schade, als der Kaufland-Liefer dienst eingestellt wurde, wir waren immer sehr zufrieden mit Kaufland und dann umso mehr auch mit dem Lieferservice. Ich hoffe sehr, dass in Berlin wieder beliefert wird.
    Liebe Grüße
    Andrea
    Zitieren
    #8 Volker Schmieder 2020-12-14 17:12
    Hallo, giebt es bei kaufland dallgow einen lieferdienst?
    Zitieren
    #7 MILAN 2020-12-10 12:55
    HALLO, GIBT'S AUCH FÜR RAUM GERMERSHEIMER RAUM LIEFERSERVICE.?
    LG.CONSPEED/BUNJEVAC
    Zitieren
    #6 Blüm-Lenkl 2020-12-07 19:59
    Gibt es auch im Großraum Worms einen EinkaufsService ?
    Zitieren
    #5 Erika-Maria Görtz 2020-12-04 09:08
    Gibt es auich in Köln ein Lieferdienst ?
    Zitieren
    #4 Jürgen Siwinski 2020-12-03 20:04
    Guten Tag,

    ist es geplant, in Stuttgart einen Lieferservice für Lebensmittel einzurichten? Ich bin in meiner Beweglichkeit eingeschränkt, habe mit Real gute Erfahrungen mit der Lieferung nach Hause gemacht und würde mich freuen, wenn Kaufland das fortsetzen könnte.

    MfG

    Jürgen Siwinski
    Zitieren

    Schreiben Sie einen Kommentar

    Newsletter
    Abonnieren
    Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.