Studie: Deutsche StartUps erhielten 2017 knapp 2,6 Mrd. Dollar Risikokapital

Veröffentlicht: 27.02.2018 | Geschrieben von: Christian Laude | Letzte Aktualisierung: 27.02.2018

Im letzten Jahr haben die Top 100 der StartUps aus Deutschland knapp 2,6 Milliarden US-Dollar an Risikokapital erhalten. Im Städtevergleich befindet sich Berlin vor Hamburg und München – bei den StartUps selbst konnte sich wiederum Delivery Hero vor der Auto1.com Group und der Kreditech Holding durchsetzen.

Geld häuft sich

© Singkham - Shutterstock.com

Der Run auf deutsche StartUps ist ungebrochen. Viel mehr noch: Investoren aus aller Welt haben im letzten Jahr dafür gesorgt, dass 2017 als weiteres Rekordjahr in Sachen finanzielle Unterstützungen für die hiesigen Jungunternehmen in die Geschichtsbücher eingehen wird. Zu dieser Erkenntnis kommt die aktuelle Studie „Fast growth in Germany: Tech-StartUps and investors setting new bechmarks“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY).

Delivery Hero & Auto1.com erhielten das meiste Wagniskapital

So haben die Top 100 der am höchsten finanzierten Tech-StartUps aus Deutschland seit ihrer Gründung bis zum Ende des letzten Jahres insgesamt 8,5 Milliarden US-Dollar an Risikokapital erhalten. Allein 2017 waren es laut der EY-Studie 2,6 Milliarden US-Dollar. Der Großteil des Wagniskapitals (70 Prozent bzw. 5,9 Milliarden US-Dollar) ging dabei an StartUps aus der Hauptstadt – gefolgt von Hamburg und München mit jeweils acht Prozent.

Neben der größeren Menge an Geld, das verteilt wurde, wuchs auch die Anzahl der Investitionsrunden von 458 im Jahr 2016 auf zuletzt 480. Die Lieferplattform Delivery Hero erhielt mit recht großem Abstand das meiste Geld, denn allein bis zum Börsengang Ende Juni 2017 sollen es 1,8 Milliarden US-Dollar gewesen sein. Dahinter befindet sich die Auto1.com Group mit immerhin noch 520 Millionen US-Dollar und die Kreditech Holding mit 497 Millionen US-Dollar.

Deutsche StartUps bei KI & Blockchain vorne

„Wir sehen verstärkt global agierende Finanzinvestoren, die mit großvolumigen Wachstumsfinanzierungen erfolgreiche StartUps börsenreif machen“, erklärt Dr. Thomas Prüver, Partner in der Transaktionsberatung von EY und zuständig für Venture Capital und Technologietransaktionen. „Die Tech StartUp-Szene in Deutschland hat sich etabliert. Sie ist zu einer eigenen Industrie geworden.“

Nach Auffassung von Prüver besteht jedoch ein großer Unterschied zwischen den Finanzierungsbedingungen in Deutschland und den USA: „Unternehmen, bei denen die Technologie der Kern des eigentlichen Geschäftsmodells ist – sogenannte Deep Tech-Geschäftsmodelle – haben es in Deutschland nach wie vor vergleichsweise schwer, hohe Finanzierungen zu akquirieren“, findet Prüver. Das Resulat: Hiesige Unternehmen aus diesem Bereich werden weitaus schneller in frühen Phasen verkauft. Gleichzeitig prognostiziert Prüver jedoch auch: „In der Projekt Pipeline sehen wir zunehmend kapitalsuchende Unternehmen mit Technologien aus den Bereichen Künstliche Intelligenz oder Blockchain. Deutschland wird kurz- und mittelfristig – falls der notwendige politische Rückenwind einsetzt – auch hier eine Vorreiterrolle spielen können.“

Die gesamte EY-Studie kann an dieser Stelle kostenfrei eingesehen oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.

 

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