Teilen Teilen Kommentare Drucken
Unseriöse Verkäufe

Deutscher Tierschutzbund fordert Ende des Tier-Handels bei Ebay Kleinanzeigen

Veröffentlicht: 30.08.2019 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 30.08.2019
Katze und Hund

Über Ebay Kleinanzeigen werden nicht nur Möbel, Spielzeug oder Waschmaschinen ver- und gekauft, sondern auch Tiere. Der Deutsche Tierschutzbund hat nun seine Kritik an der Praxis erneuert und appelliert an das Anzeigenportal, den Handel zu beenden. Ebay Kleinanzeigen ermögliche sowohl unseriöse Verkäufe als auch nicht sachkundige Spontankäufe. Damit werde das Tierwohl gefährdet. „Ebay Kleinanzeigen öffnet dem illegalen Tierhandel Tür und Tor. Käufer können die Identität der Händler online kaum überprüfen, ebenso wenig die bisherige Geschichte des Tieres. Nicht selten kommt es zu bösen Überraschungen im Nachhinein, etwa wenn der neue Welpe plötzlich krank ist, weil er aus illegaler Zucht im Ausland stammt“, sagt Lisa Hoth, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.

Wer ein Haustier haben möchte, sollte sich online lieber auf den Seiten und Facebook-Auftritten von Tierheimen und Tierschutzvereinen informieren, anschließend vor Ort beraten lassen und außerdem das Tier vorab kennenlernen. Bei Ebay Kleinanzeigen fehle eine Beratung über die Bedürfnisse des individuellen Tieres. Da die Preise im Kleinanzeigenportal zudem sehr niedrig ausfallen, sinke die Hemmschwelle für unüberlegte Spontankäufe. Das Tier müsse dann möglicherweise unter mangelhaften Haltungsbedingungen leben oder werde ausgesetzt, weil es die Erwartungen nicht erfüllt.

Ebay Kleinanzeigen verweist auf „Grundsatz der Einfachheit“

Schon mehrfach habe der Deutsche Tierschutzbund mit Ebay Kleinanzeigen über das Problem gesprochen, doch bislang sieht das Portal keine Veranlassung, die Möglichkeit des Tierverkaufs zu verbieten. Ebay folge dem „Grundsatz der Einfachheit“ und wolle die Barrieren für Registrierung möglichst gering halten. Stattdessen setzt das Portal auf die Aufklärung seiner Nutzer.

Im vergangenen Jahr kämpfte die Organisation Vier Pfoten mit einer Petition gegen den illegalen Tierhandel auf Ebay Kleinanzeigen und forderte strengere Regeln; etwa, dass sich Verkäufer in der Tier-Kategorie verpflichtend registrieren müssen. Ebay Kleinanzeigen lehnt das ab. „Zunächst gilt bei eBay Kleinanzeigen der Grundsatz 'Kostenlos. Einfach. Lokal.' – diesem fühlen wir uns insbesondere bei der Entwicklung von Maßnahmen verpflichtet. Eine zusätzliche Barriere wie eine (zwingende) Nutzer-Verifizierung steht nicht im Einklang mit unseren Grundüberzeugungen“, erklärte das Unternehmen im vergangenen Jahr.

An dem Grundsatz der Einfachheit stößt sich auch der Deutsche Tierschutzbund. Tiere sollten nicht möglichst einfach ver- und gekauft werden können. „Hier fehlt jedes Verantwortungsbewusstsein für Lebewesen“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Weil die Unternehmen keine Einsicht zeigen, sei der Gesetzgeber gefordert, den Tierhandel im Internet zu verbieten oder zumindest gesetzliche Regelungen festzulegen, die etwa die Anonymität der Händler aufheben und eine Erlaubnispflicht für Händler und Betreiber von Internetbörsen einführen.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Christoph Pech

Kommentare  

#1 Berta Kummer 2019-09-03 12:22
Es gehören endlich alle Tiere in privatem Besitz kastriert, der "Handel" nur über zugelassene und kontrollierte Züchter/Händler - fertig!

Es kann doch nicht angehen, das Privatpersonen - "weil sie das auch mal erleben möchten"! - unkontrolliert Hunde, Katzen und Co. vermehren.

Wenn es mit Vernunft nicht geht, dann eben mit der Keule des Gesetzes.
Zitieren

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.