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Konkurrenz für Amazon und Ebay

Facebook rollt Plattform für Online-Shops aus – und wird somit zum Marktplatz

Veröffentlicht: 20.05.2020 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 23.06.2020
Facebook-Logo auf einem Smartphone

Bereits in der Vergangenheit hat Facebook gezeigt, dass man sich immer weiter Richtung E-Commerce entwickeln möchte. Der nächste Schritt dahin wurde nun vollzogen: Facebook hat den Startschuss für Facebook-Shops gegeben. Mit dieser Funktion sollen Händler die Möglichkeit erhalten, ganz unkompliziert einen eigenen Online-Shop im sozialen Netzwerk zu erstellen, der dann nicht nur über Facebook selbst, sondern auch über das Tochter-Netzwerk Instagram erreichbar ist.

In der Branche wird gemunkelt, dass Facebook damit den Online-Handel kräftig „aufmischen“ könnte, heißt es beispielsweise in einer dpa-Meldung beim Handelsblatt. Denn der Netzwerkriese hat mit seinen Millionen Mitgliedern eine gigantische Reichweite vorzuweisen. Auch in Sachen Technik und Expertise (beispielsweise in der Online-Werbung) ist Facebook hervorragend aufgestellt. Neben dem standardmäßigen Verkauf von Waren hat Facebook Shops allerdings noch mehr zu bieten, nämlich „Live Shopping“. Dabei können Händler ihre Produkte in einem Live-Video-Stream verkaufen. Auch Augmented-Reality-Funktionen sollen dabei helfen, dass Kunden genau das finden und testen können, was sie suchen.

Facebook-Projekt wurde durch Corona stark beschleunigt 

Deutschland gehört zu den ersten Ländern, in denen Händler ihre eigenen Facebook Shops einrichten können. Seit Dienstagabend sei dies nun möglich. „Es ist etwas, woran ich schon länger interessiert war, aber als Covid-19 kam, wurde es wirklich kritisch und dringend“, zitiert das Handelsblatt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

Eigentlich war der Start von Facebook Shops für einen etwas späteren Zeitpunkt anvisiert. Doch durch die grassierende Coronapandemie und die Einbrüche für die Wirtschaft sei das Projekt extrem beschleunigt worden. Es zielt darauf ab, gerade kleineren Händlern die Möglichkeit zu geben, die schwierigen Zeiten der Coronakrise zu überstehen, indem die eigenen Produkte online über das Netzwerk verkauft werden können.

Shop-Erstellung soll für Händler kostenlos sein

Die Entwicklung hin zu einem Online-Marktplatz ist für Facebook nur stringent. Denn auf diese Weise kann der Konzern noch mehr über die Vorlieben, Gewohnheiten und Wünsche seiner Nutzer lernen und seine Expertise in Sachen Online-Werbung weiter ausbauen. „Wir werden sehen, mit welchen Shops sie interagieren, an welchen Produkten sie interessiert sind, was sie kaufen und so weiter“, wird Zuckerberg weiter zitiert. Allerdings verwies das Unternehmen darauf, dass diese sensiblen Daten nicht an Dritte weitergegeben würden.

Für Händler soll die Einrichtung eines Facebook-Shops kostenlos sein. Gebühren sollen erst mit Blick auf die nötigen Bezahlfunktionen entstehen. Allerdings gehe es nach Angaben von Zuckerberg hierbei vor allem darum, die eigenen Kosten zu decken. Grundsätzlich hat Facebook zahlreiche Funktionen, die den Handel und den Austausch zwischen Händlern und Kunden fördern könnten, geplant: So sei es etwa angedacht, dass Kunden einen Facebook-Shop nicht nur über den Facebook-Messenger kontaktieren können, sondern auch über andere Facebook-eigene Dienste wie WhatsApp oder die Chatfunktion von Instagram.

In einem kurzen, englischsprachigen Video hat Facebook die neuen Möglichkeiten noch einmal veranschaulicht:

Nachtrag: Händler melden aktuell noch fehlende Funktionen

Nachdem Facebook den Start der neuen Shops verkündet hat, haben sich in der Redaktion von OnlinehändlerNews zahlreiche Online-Händler gemeldet, die berichteten, dass sie die neuen Funktionen noch nicht nutzen können. Einige konnten über Facebook keine konkreten Informationen zur Shopeinrichtung finden, andere wollten hingegen schon Bankdaten im „Commerce Manager“ hinterlegen, erhielten dabei allerdings die Systemmeldung, dass dieses Feature „in deiner Region aktuell nicht verfügbar“ sei.

Facebook selbst wies in einer entsprechenden Pressemitteilung darauf hin, dass man am gestrigen Dienstag (19.05.2020) mit der Einführung von Facebook Shops begonnen habe und sie nun „nach und nach verfügbar“ mache. Es ist also davon auszugehen, dass es noch ein wenig dauert, bis sich tatsächlich alle hiesigen Händler anmelden bzw. einen Shop einrichten können.

Über die Autorin

Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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