Der frühe Vogel

Gewinn von Ebay bricht ein

Veröffentlicht: 28.10.2021 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 28.10.2021
Ebay-Logo auf einem Gebäude

Ebay hat seine Zahlen für das dritte Quartal 2021 vorgelegt und die zeigen ein durchaus deutliches Wachstum beim Umsatz: Im Zeitraum Juli bis September kletterten die Erlöse um elf Prozent nach oben und erreichten einen Wert von 2,5 Milliarden Dollar. Damit konnte das Unternehmen laut einer Reuters-Meldung bei der WirtschaftsWoche die Erwartungen sogar übertreffen. Für den weiteren Verlauf des Jahres geht Ebay allerdings von einem deutlich langsameren Umsatzwachstum aus: Nach den aktuellen Prognosen wird das Umsatzplus im laufenden Weihnachtsquartal wohl nur noch in einer Spanne zwischen drei und fünf Prozent liegen.

Weniger rosig sieht es dagegen in Sachen Gewinne aus: Der Betriebsgewinn knickte laut Heise Online in Q3 2021 um mehr als die Hälfte ein und erreichte nur noch 283 Millionen Dollar. Noch deutlicher falle der Einbruch beim Nettogewinn aus – dieser liege bei rund 60 Prozent und 264 Millionen Dollar.

Eine Entwicklung, die auf die Zahlen des Online-Marktplatzes drückt, sei der rückläufige Pandemie-Effekt: Die Zahl der aktiven Käufer auf bei Ebay sei weiter zurückgegangen. Noch „im Pandemiejahr 2020 konnte sich Ebay über kontinuierlichen Zustrom bis auf 166 Millionen Käufer im ersten Quartal 2021 freuen“, heißt es bei Heise weiter. Im vergangenen Quartal habe die Zahl bei noch 154 Millionen gelegen, was einem Rückgang der aktiven Käufer um fünf Prozent entspricht.

Walmart holt seit Frühjahr 5.000 chinesische Händler zu sich

Ein aktueller Blick auf den US-amerikanischen Einzelhandelsriesen Walmart zeigt, dass Händler aus Fernost an neuen Möglichkeiten des Handels Interesse zeigen: Im Frühjahr, genauer gesagt im März, hatte Walmart seinen Marktplatz für internationale Händler geöffnet und diesen somit einen neuen Vertriebskanal bereitgestellt. Mittlerweile haben nach Informationen der InternetWorld rund 5.000 chinesische Händler das Angebot wahrgenommen: „Sie machen bereits mehr als 10 Prozent aller neuen internationalen Partner aus.“

Ähnlich wie das Fulfillment-Programm Amazon FBA bietet auch Walmart externen Partnern entsprechende logistische Services an: Die Walmart Fulfillment Services (WFS) würden bereits von einigen der neuen Händler genutzt. Zulauf erhalte Walmart demnach außerdem durch den Fakt, dass Amazon im Laufe des Jahres einige chinesische Händler von seinem Marktplatz verbannt hatte, da diese gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen hatten. Marken wie beispielsweise Mpow, Aukey, Tacklife oder Ravpower hätten sich als Alternative nun dem Marktplatz von Walmart angeschlossen.

Rewe öffnet Filiale ohne Kassen

Die Supermarktkette Rewe hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem kassenlosen Supermarkt zu arbeiten. Nachdem das Unternehmen dieses Vorhaben rund fünf Monate lang getestet hat, wurde in Köln nun der erste entsprechende Markt ohne Kassen eröffnet. Möglich wird der Service durch eine Kombination aus Überwachungskameras und Sensoren, die die Kunden genau im Blick behalten. Kunden nehmen sich dabei die gewünschten Produkte einfach aus dem Regal heraus, was durch die Technologie entsprechend registriert wird. Bezahlt wird schließlich über eine App, mit der sie sich beim Betreten des Supermarktes zuvor registrieren müssen. 

„Das Unternehmen verspricht, dass dabei nur die Daten erfasst werden, die für den Kaufvorgang benötigt werden. Es finde keine Gesichtserkennung statt und es sei nicht möglich, mit den Aufnahmen Personen nach dem Besuch im Markt wiederzuerkennen“, schreibt Golem mit Blick auf die Datensicherheit.

Über die Autorin

Tina Plewinski
Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#10 Rene 2021-12-08 11:49
Spätestens mit deer Einführung der neuen Zahlungsmethode war für mich bei Ebay auch endlich Schluss ! Das wird der Todesstoß für diese immer wieder auf das neue verschlechterte Onlinplattform. Da war mal alles richtig gut und übersichtlich bis man sich immer und immer wieder von irgendwelchen internen "Verbesserern" den totalen Dschungel der Unübersichtlich keit zulegte. Die sogenannte Zusammenfassung ist für jeden Verkäufer eine absolute Totur und der mittlerweile dritte Rückschritt zu noch mehr Kompliziertheit und Unübersichtlich keit beim Wiedereinstelle n abgelaufener Artikel oder verkaufter Artikel. Das muss man doch als erfahrenes Management begreifen das hier mit jeder Neuerung nur Verunsicherung und undurchsichtigk eit geschaffen wurde statt die bestehenden Werte und Einfachheiten sowie den Durchblick zu stärken.
Jeder von uns wusste mit Ebay umzugehen und es war einfach und bequem bis man uns zwang Überweisung und Co gegen einen Freischein über Ebay - direktabwicklun g einzutaschen und man setzte uns die Pistole auf die Brust "Entweder Kontodaten rausgeben und über Ebay abwickeln oder Sperrung in Kauf nehmen" ! Das sind die Methoden die man mit uns langjährigen treuen Verkäufern die regelmäßig Gewinne in das Ebay- Imperium spülten durchsetzen wollte.
Ach ja ...und dann war da ja noch die erhöhte Verkaufsprovisi on weil man den Hals nicht schnell genug voll bekommen konnte .......ich hoffe nur der Laden geht den Bach runter und andere bisher unterdrückte Plattformen kommen dafür akls Ersatz und machen nicht die selben Fehler !!!
Ebay - Never !!!!
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#9 gunnar 2021-11-29 09:49
zum kommentar von Janek:
11% hört sich ja noch gut an. die meisten haben ohne zusatzleistunge n wie werbung usw bei 16 - 18% ebay kosten.
mal bei ebay die berichte statiken usw durchlesen.
wenn jemand sich auf die 11% verläßt, der kann bei einer kalkulation von 5-10% gewinn gleich insolvenz anmelden.
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#8 gunnar 2021-11-29 09:44
wer wundert sich da.??
die shop´s ist seit der letzten ,, tollen verbesserung ,, der absolut letzte verwirrende zeitraubende müll.!
nur noch suchen, immerwieder das gleiche anklicken, die lupe selbst geht nicht als suche starten, die shopkategorien werden erst nach klicken auf ,, alle artikel ,, gezeigt.!!
wenn man was sucht und es war nicht das richtige = wieder zur shop startseite zurück, um neuen suchbegriff zu starten. immerwieder neu auf ,, bald endende artikel zuerst zeigen,, umstellen, damit man überhaupt alle artikel vom verkäufer sieht und nicht nur ,,ebays beliebteste,, ( hat nicht mit beliebteste der käufer zu tun !! ) usw.
ich habe das suchen in shops letzte woche aufgegeben.
und direkt auf ebay suchen, hatte 3 stichworte eingegeben, wovon mindesten 10000 artikel einen davon drin haben = es kam ,, keine artikel für die suche gefunden ,, und dann nur sachen die absolut nichts mit meiner suche zu tun hatten, als ersatz möglichkeiten.
ebay sollte mal ein paar normale durchschnittbür ger für die probe der entwicklungen einstellen und vorher testen, was für müll da in der it stelle so raus kommt.
bei vielen verkäufern werden die -350.- shopgebühren wohl bald der einzige umsatz sein, der da noch generiert wird.
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#7 Jürgen Bobsien 2021-11-27 16:46
Momentan in der besten Verkaufszeit geht der Umsatz runter. Der November war für uns seit jeher der beste Monat im Jahr. Wir haben ca. 2500 Artikel. alle in der Anzeigen Werbung mit 20-30%. Ohne Anzeigen Werbung verhungert man bei Ebay. Auf meinem Traffic Report kann man sehen. dass die Klickraten
mit heutigem Datum um 10% gefallen sind, die Angebotsaufrufe um 16% nach unten. Und bei einem Support Anruf wird man seit einiger Zeit gelobt, dass man Ebay die Treue hält.
Das sind klare Anzeichen dafür, dass die Ebay die Käufer weglaufen.
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#6 Udo Auchter 2021-11-01 21:47
Der nächste Schritt zur Gewinnoptimieru ng könnte bei Ebay bald kommen. Seit einiger Zeit verlangt Ebay sporadisch den Kauf der Rücksendelabels über Ebay, natürlich "preisintensive r". Das kann ja irgendwann - analog zu den Gepflogenheiten von Amazon - auch auf den Versand umgestellt werden. Dass die Ebay-Labels nur für einen günstig sind, dürfte ja klar sein.
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#5 Janek 2021-11-01 09:33
Kein Wunder , eBay hat sich selbst ins Bein geschossen. Erst Erhöhung der Verkaufs-Gebühr en auf 11% und dann noch die neue Zahlungsabwickl ung. Ich habe Anfang des Jahres meine Firma aus eBay komplett zurückgezogen, kein Beinbruch. Seit dem bombardieren die mich mit Mails.

MfG JW
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#4 Bodo 2021-10-31 09:52
Dass bei eBay die Gewinne einbrechen, hat sicherlich nicht nur mit der Umstellung auf die neue Zahlungsabwickl ung zu tun, die den Händlern allein schon wesentlich teurer zu stehen kommt als vorher. Auch diese Massenüberflutu ng durch chinesische Händler lässt meiner Meinung nach viele Käufer von eBay abspringen und zu Onlineshops wechseln. Gefühlt 99 von 100 Produkten, die man bei eBay angezeigt bekommt - selbst wenn man nach Standort Deutschland filtert - sind von einem Chinesen, der teilweise immerhin als gewerblicher Verkäufer angemeldet ist und teilweise auch als privater Verkäufer mit dennoch eindeutig gewerbsmäßigem Hintergrund. Zudem habe ich auch oft das Gefühl, dass viele Chinahändler dutzende eBay-Konten haben, die sie betreiben, die komischerweise alle dieselben Produkte mit teils nur äußerst geringfügig anderen Preisen anbieten. Sowohl ich selbst als auch meine Familie und im Freundeskreis springen immer mehr von eBay ab und kaufen vermehrt in Onlineshops, da man man es bei eBay und auch bei Amazon in erster Linie mit Chinahändlern zu tun hat. Dass Walmart jetzt auch massenweise Chinahändler auf den Markt lässt, lässt mich ehrlich gesagt wieder einmal mehr erschaudern. Am Ende geht es den Betreibern solcher Marktplätze doch nur um eines: Umsatz und Gewinn steigern. Dabei spielt es für die offenbar keine Rolle, von welchem Händler sie die Gebühren einstreichen. Hauptsache ist doch nur noch, dass Gebühren bezahlt werden. Mittlerweile macht es auf den großen Marktplätzen wirklich keinen Spaß mehr, dort einzukaufen. Und zu verkaufen schon gleich gar nicht wegen der immer weiter steigenden Verkaufsprovisi onen.
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#3 Claudia 2021-10-28 12:55
Ich stimme Gunnar voll zu. Ebay hat sich mit seiner Angleichung an den "großen Bruder" - und das nicht nur im Zahlungssystem - selbst ins Aus geschossen.
Wir verzeichnen einen mehr als deutlichen Rückgang, vor allem an älteren Kunden bzw. langjährigen "Paypal-Kunden" .
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#2 Stratmann 2021-10-28 09:27
Nicht nur der Gewinn bei Ebay bricht ein,
bei den Händlern sieht es ähnlich dramatisch aus.
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#1 gunnar 2021-10-28 08:31
bei ebay liegt es vielleicht auch am neuen zahlungssystem.
viele ältere im bekanntenkreis kaufen jetzt wieder in onlineshops, die auch überweisungen erlauben.
die wollen sich nicht mehr umstellen, auch wenn es zb mit paypal viel sicherer ist.
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