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Gastartikel

6 Stolperfallen, die man beim Wechsel der E-Commerce-Plattform beachten sollte

Veröffentlicht: 19.09.2019 | Autor: Gastautor | Letzte Aktualisierung: 20.09.2019
Designer arbeitet an einem Modell

Nun ist er da. Der Moment, an dem man feststellt: „Mein Shop ist zu langsam, der Server unzuverlässig und meine Käufe werden immer abgebrochen!“. Aber was macht man, wenn die E-Commerce Plattform nicht mehr den eigenen Ansprüchen gerecht wird und jede Optimierung Zeit und Geld kostet? Es gibt unzählige Gründe, warum es so weit sein könnte, die Shop-Plattform zu wechseln. Doch einen laufenden Shop ohne Schwierigkeiten von einem System in ein anderes zu legen, ist leichter gesagt als getan.

Stolperfalle Nr. 1: Schlechte Gründe für die Migration

Es gibt unendlich viele Gründe, weshalb ein Händler seinen Shop migrieren möchte. Die Frage ist aber, ob die Gründe richtig oder falsch sind.

Durch den Wechsel auf eine neue Plattform wird der Händler nicht plötzlich über mehr interne Ressourcen verfügen, die ihm die Arbeit erleichtern. Ganz im Gegenteil wird es sogar viel mehr Arbeit für den Unternehmer und seine bestehenden Mitarbeiter geben.

Ha

 

t der Online-Shop gerade nicht viel guten Traffic, dann wird dies auch auf dem neuen System nicht anders sein. Man muss sich bewusst werden, dass der Wechsel auf ein neues Shopsystem nicht alle Probleme löst und schon gar nicht die, die der Händler selbst steuern kann. 

Folgende Gründe sind gute Gründe und wirklich nur dann kann ein Händler über eine Migration nachdenken:

  • die Kosten für den Shop sind zu hoch
  • man kämpft mit instabilen Servern und schlechter Performance 
  • der Support läuft in nächster Zeit aus und man ist zu einem Upgrade gezwungen

Wenn also die Weiterentwicklung des Shops aufgrund einer der Gründe zu teuer und zu zeitaufwendig wird, dann ist eine Shop-Migration äußerst sinnvoll.

Stolperfalle Nr. 2: „Meinen Shop migriere ich mal eben schnell am Wochenende.“

So wie der Umzug eines Haushalts, benötigt der Umzug eines Shops eine genaueste Planung. Wer sich im Vorfeld nicht ausgiebig vorbereitet, wird am Ende vermutlich ohne Shop und mit verlorenen Daten da stehen. 

Informiere dich über die Anforderungen des neuen Shopsystems. Benachrichtige deine Mitarbeiter über den bevorstehenden Umzug und stelle sicher, dass keiner zu diesem Zeitpunkt im Urlaub ist. Du wirst so schon genügend Stress haben, also versuche ihn im Voraus durch eine gute Vorbereitung zu minimieren.

Desweiteren solltest du einen realistischen Zeitplan für den Umzug festlegen. Je mehr Zeit du hast, desto besser kannst du planen. Empfehlenswert ist hier, einen Zeitpunkt zu wählen, bei dem man für gewöhnlich den niedrigsten Traffic aufweist. Das lässt sich leicht mit Google Analytics prüfen.

Stolperfalle Nr. 3: System an Prozesse anpassen, statt Prozesse an System

Nicht jede Integration und Anbindung, die man in seinem aktuellen Shop eingebettet hat, kann man mit auf die neue Plattform nehmen. Das System an die bestehenden Prozesse anzupassen, kann sehr aufwendig sein. Du solltest dich darüber informieren, auf welche Alternativen du umsteigen kannst und eventuell auch musst. 

Dies bietet dir außerdem die Möglichkeit, mal gründlich aufzuräumen und die Funktionen auszusortieren, die schon lange nicht mehr benutzt werden oder mit denen du ohnehin unzufrieden bist. 

Stolperfalle Nr. 4: Die gesamte Infrastruktur auf einmal umziehen zu wollen

Sei dir im Klaren, dass eine Shop-Migration nicht von heute auf morgen geschieht und es dich viel Arbeit kosten wird. Überlege dir, welche Funktionen am wichtigsten für dein Tagesgeschäft sind und mit welchen du am meisten Probleme hast. Denn diese ziehen zuerst um. 

Wenn du dein Warenwirtschaftssystem, deine Buchhaltungssoftware und deine Marketingautomatisierung umziehen willst, dann mache dies schrittweise. Den kompletten Umzug auf einmal zu erledigen, ist oftmals sehr zeit- und kostenintensiv. Außerdem ist das Erlernen der neuen Software nicht ganz ohne. Deine Mitarbeiter werden viel Zeit damit verbringen müssen und froh sein, wenn es dann nur eine und nicht zehn Neuerungen gibt.

Stolperfalle Nr. 5: SEO-Fehler und keine 301-Redirects

Viele Online-Händler vergessen, dass sie nicht nur die Produkte, sondern auch die Seiteninhalte von einem Shop auf den anderen migrieren müssen. Lasse also auf keinen Fall die Suchmaschinenoptimierung außer Acht. Denn dies wird dich am Ende ganz viel Traffic kosten.

Eine neue Plattform verleitet dazu, die komplette Struktur umzuwerfen. Das kann deinem Shop aber mehr schaden als nützen. Versuche daher, deinen Shop von der Struktur her gleich aufzubauen. Dadurch erkennen dich Suchmaschinen wieder und du verlierst keinen wertvollen Traffic. 

Besonders wichtig ist es, die einzelnen Seiten deines alten Shops über eine 301-Weiterleitung auf deinen neuen Shop zu lenken. Das sollte am besten für jede Seite einzeln ausgeführt werden, damit es am Ende nicht zu Problemen kommt. 

Mindestens genauso wichtig ist es, doppelten Content zu beseitigen. Bei zwei identischen Seiten wird Google die mit der neuen URL benachteiligen. Um der Suchmaschine verständlich zu machen, dass beide URLs zur selben Seite führen, solltest du Canonical-Tags einfügen. 

Zu guter Letzt solltest du auch überwachen, wieviele Seiten mit 404-Fehler dein Shop nach der Migration meldet und diese beseitigen.

Stolperfalle Nr. 6: Vor lauter Umzugsstress die Kunden vergessen

Hat man nun all seine Daten übertragen, denkt man leichthin man sei fertig. Doch auch die Kundendaten dürfen nicht vergessen werden.

Stoße deine Kunden mit dem Shop-Umzug nicht vor den Kopf. Investiere in die Kundenkommunikation und benachrichtige sie über den Wechsel und über das, was mit ihren Daten passiert. Falls sie aufgrund dessen ihre Kundenpasswörter ändern müssen, dann schicke diese Information in einer freundlichen E-Mail raus. Dabei darfst du ruhig den ein oder anderen Bonus bei rausspringen lassen, um die Umstände auszugleichen. 

Genauso verhält es sich mit Rabattcodes, die für einzelne Bestandskunden generiert wurden. Informiere sie darüber, ob die Codes im neuen Shop nach wie vor gültig sind oder schicke ihnen einen neuen Code, falls dies nicht der Fall sein sollte. So verlierst du deine Kunden nicht und sicherst dir ihr Vertrauen.

Fazit zur Shop-Migration

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Stelle sicher, dass du dir über die einzelnen Schritte, die eine Shop-Migration mit sich bringt, Gedanken gemacht und für alle Eventualitäten eine Lösung zur Hand hast. 

Solltest du dir diesen technischen Schritt und die damit einhergehende Projektplanung alleine nicht zutrauen, dann nimm professionelle Hilfe in Anspruch. Eine Migration ist nicht einfach, daher macht es Sinn, sich einen erfahrenen Partner zur Seite zu ziehen. Dadurch sparst du dir enorm viel Zeit und Stress und kannst den Fokus auf die Dinge legen, die du besonders gut kannst.

Steffi Konkel

Über die Autorin

Stefanie Konkel arbeitet seit Mai 2019 bei Eshop Guide im Marketing. Mit dem Wissen aus über 400 erfolgreich abgeschlossenen Projekten bieten die Shopify Experten intelligente Shopify Lösungen für Online-Shop-Betreiber.

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