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Wie „Die Höhle der Löwen“ als Sprungbrett für StartUps in den Supermarkt dient

Veröffentlicht: 01.11.2017 | Autor: Christian Laude | Letzte Aktualisierung: 03.11.2017

Einige StartUps, die bei „Die Höhle der Löwen“ aufgetreten sind, lassen sich mittlerweile auch in diversen Supermärkten finden. Die Vox-Show scheint als eine Art Sprungbrett zu fungieren, die es Unternehmen ermöglicht, mit ihren Produkten sowohl on- als auch offline präsent zu sein.

Mann kauft im Supermarkt ein

© George Rudy - Shutterstock.com

Online, offline, Crosschannel, Multichannel, Omnichannel – vor lauter Begrifflichkeiten und möglichen Ausrichtungen sieht man als Händler oftmals den Wald vor lauter Bäumen nicht. Abgesehen von der Tatsache, dass es sich in den seltensten Fällen empfiehlt, gerade online auf lediglich einen Kanal oder Marktplatz zu setzen, schaffen es einige Hersteller, mit ihren Produkten sowohl im digitalen als auch im stationären Bereich präsent zu sein. Quasi die Königsdisziplin unter den Vermarktungsstrategien – schließlich kann man in der Form beide Welten vereinen und potenziell sämtliche Konsumenten mit den unterschiedlichen Shopping-Vorlieben erreichen. Doch wie ergibt es sich überhaupt, dass Produkte, die tendenziell eher aus dem digitalen Bereich bekannt sind, auch den Weg beispielsweise in den nächstgelegenen Supermarkt finden?

Vom Löwenkäfig ins Supermarktregal

Grundsätzlich fällt zunächst auf, dass viele Produkte und Unternehmen, die in diese Kategorien fallen, schon einmal in einer Folge der StartUp-Sendung „Die Höhle der Löwen“ zu sehen waren. Die Show kann damit zweifelsohne als (potenzielles) Sprungbrett in den nächstgelegenen Supermarkt bezeichnet werden. Dies verwundert bei genauerem Hinsehen kaum, denn mittlerweile wurden in den über drei Staffeln und 31 Folgen zusammengenommen knapp 200 StartUps vorgestellt, die allesamt ihre speziellen Produkte einem großen Millionenpublikum vorstellen durften. Auch die vierte Staffel feiert bislang ähnliche Erfolge, weswegen sich ein Ende des DHDL-Hypes noch in weiter, ja nicht einmal sichtbarer Ferne befindet.

Eine derartige Reichweite, wie sie „Die Höhle der Löwen“ erfährt, bleibt natürlich auch von Einzelhandelsketten nicht unbemerkt, die gerne einige der vorgestellten Produkte in ihren Läden haben wollen. Auf diese Art und Weise locken sie nicht nur DHDL-Zuschauer an, sondern können auch mit „dem Produkt von morgen“ als Aushängeschild werben. Dies lockt vor allem ein junges Publikum an, das die entsprechenden Ketten dann womöglich nicht mehr als altbacken, sondern eher als zukunftsorientiert betrachtet.

Genau in diese Kategorien fallen auch die meisten Produkte, die bei den Einzelhandelsketten wie Edeka und Rewe, aber auch in den Drogeriemärkten von dm ausliegen, von der grundlegenden Ausrichtung aber eigentlich eher im Online-Shop des jeweiligen Herstellers zu haben sind. Sie gehen nahezu allesamt auf einen Trend beziehungsweise Zeitgeist ein, der von der aktuellen Generation wohlwollend aufgenommen wird – sowohl on- als auch offline.

Einhorn-Kondome als zeitgemäßer Trend

Als Paradebeispiel kann hier das Unternehmen „Einhorn“ genannt werden, das Kondome verkauft und sich stets bewusst als zeitgemäß und dem Puls der Zeit entsprechend kleidet. Einhorn hat einen eigenen Online-Shop (Einhorn.my), doch die Kondome können auch in den Drogeriemärkten von Müller und dm, in einigen Bioläden und sogar in ausgewählten Supermärkten gekauft werden.

„Ich glaube, dass der Kunde dort kauft, wo er gerade ist“, meint Einhorn-Geschäftsführer Philip Siefer grundsätzlich zur On- und Offline-Präsenz seines Unternehmens. „Wer nicht da ist, wird nicht gekauft.“ Wenn sich ein Kunde dementsprechend bei dm befindet und Kondome kaufen will, sollte man als Unternehmen und Marke eben dort auch zu haben sein. „Na gut, wir machen auch Ausnahmen: Wenn der Kunde bei Aldi ist, dann gibt‘s uns da nicht, und das finden wir auch okay.“

„Wir haben uns versprochen, nicht mit Arschlöchern zu arbeiten.”

Doch wie sucht sich Einhorn überhaupt seine Kooperationspartner aus? Der Leitsatz kann durchaus als simpel bezeichnet werden: „Wir haben uns versprochen, nicht mit Arschlöchern zu arbeiten. Das läuft bis jetzt recht smooth“, so Siefer. Ein eigener stationärer Einhorn-Laden befinde sich dagegen vorerst nicht in Planung: „Vielleicht mal ein Pop-UpStore [.] Stationär zu gehen, ist für uns aber gerade kein Fokus. Einige Kunden kommen ins Büro. Das ist schön, aber Laden – nee“, erklärt Siefer.

Bereits an der Art und Weise, wie sich Einhorn im Interview präsentiert, wird deutlich, dass das Unternehmen eher einen modernen Ansatz verfolgt. Dieser deckt sich auch mit der bunten, kontrolliert-chaotischen grafischen Ausrichtung. Das Design fällt eben stets auf und spricht das junge Publikum an, was sich natürlich auch im Offline-Markt gut macht, denn das Produkt sticht schlichtweg massiv ins Auge. Hinzu kommt gerade bei diesem Beispiel die Tatsache, dass es sich beim Einhorn um ein modernes Phänomen handelt, das bereits seit einiger Zeit Kultstatus feiert. Einhorn-Schokolade, Einhorn-Bier, ja sogar Einhorn-Toilettenpapier – die Kunden reißen sämtlichen Herstellern die Produkte quasi aus den Händen, sobald dort das Fabelwesen auf der Verpackung zu sehen ist.


Oktoberausgabe Onlinehändler Magazin

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um einen Auszug aus unserem aktuellen Onlinehändler-Magazin (10/2017). Im weiteren Verlauf des Artikels werden unter anderem weitere StartUps thematisiert, die zunächst bei „Die Höhle der Löwen“ aufgetreten sind und mittlerweile auch im Supermarktregal zu finden sind. Dazu gehören beispielsweise Little Lunch und Lizza. Zudem gehen wir auf Veganz ein, das einen sehr speziellen Weg gegangen ist.

Neben Einblicken in die Welt der DHDL-StartUps erfahren Sie in der Oktober-Ausgabe 2017 auch mehr über die verschiedenen Shipping Service Provider, den digitalen Nachlass (Teil 2 unserer Kurzreihe) oder die so genannten „Teilzeit-Online-Händlern“. Daneben haben wir auch Artikel über Influencer Marketing, Repricing oder Bing SEO.

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