Open Source

EU-Kommission will eigene Software öffentlich zugänglich machen

Veröffentlicht: 09.12.2021 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 09.12.2021
EU-Kommission

In einer Studie über die Auswirkungen von Open-Source-Software kam die EU-Kommission kürzlich zu dem Ergebnis, dass die Rendite bei Investitionen in quelloffene Systeme durchschnittlich viermal höher sei. Daraus zieht die Kommission nun Konsequenzen. Künftig sollen eigene Software-Lösungen leichter öffentlich für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen oder Behörden zugänglich gemacht werden. Die Veröffentlichung soll schneller und unbürokratischer geschehen.

In einer zentralen Datenbank soll Software quelloffen gesammelt und zur Verfügung gestellt werden – allerdings nicht, ohne vorher auf Sicherheits- und Vertraulichkeitsrisiken, Datenschutzaspekte oder potenzielle Verstöße gegen Rechte des geistigen Eigentums Dritter geprüft zu werden. „Die Kommission möchte beim digitalen Wandel in Europa mit gutem Beispiel vorangehen. Mit den neuen Vorschriften wird die Kommission für die Unternehmen, unter anderem für StartUps und Innovatoren, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger und die Verwaltungsbehörden einen erheblichen Mehrwert generieren“, erklärt Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend.

Innovationen ankurbeln

Mit dem Beschluss kurbele man außerdem dank öffentlich zugänglicher Quellcodes Innovationen an. Als Beispiel für die eigenen Open-Source-Projekte nennt die EU-Kommission die eSignature und LEOS. Die eSignature helfe öffentlichen Verwaltungen und Unternehmen, die Erstellung und Überprüfung elektronischer Signaturen zu beschleunigen, die in allen Mitgliedstaaten rechtsgültig sind. LEOS (Legislation Editing Open Software) wird bei der Kommission zur Abfassung von Rechtstexten genutzt und derzeit mit Deutschland, Spanien und Griechenland weiterentwickelt.

„Die neuen Vorschriften sorgen für mehr Transparenz, und die Kommission, die Bürgerinnen und Bürger, die Unternehmen und Behörden in ganz Europa werden von der Entwicklung quelloffener Software profitieren können“, so EU-Kommissar Johannes Hahn.

Mit dem Beschluss ist künftig kein Beschluss der Kommission mehr erforderlich, wenn Software im Rahmen einer Open-Source-Lizenz verbreitet werden soll. Die gesamte bereits bestehende Software soll schrittweise auf Anwendungen geprüft werden, die auch außerhalb der Kommission einen Mehrwert bringen können.

Digitale Dekade

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat dieses Jahrzehnt zur digitalen Dekade ausgerufen. Mit einer eigenen Digitalstrategie will die EU den digitalen Wandel vorantreiben und Europa klimaneutral machen. Teil des Programms „Digitales Europa“ ist auch die Open-Source-Strategie, die unter dem Motto „Offen Denken“ die Entwicklung von quelloffenen Lösungen fördern soll.

Über den Autor

Christoph Pech
Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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