Streit um Provision für In-App-Käufe

Epic Games erzielt vor Gericht Teilsieg gegen Apple

Veröffentlicht: 26.08.2020 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 26.08.2020
Epic Games

In dem Streit zwischen dem Gaming-Unternehmen und dem derzeit wertvollsten Konzern der Welt gab es eine erste Entscheidung des zuständigen US-Bezirksgerichts in Kalifornien. Dabei können sich zunächst beide Kontrahenten freuen, wie techcrunch berichtet.

Apple vs. Epic Games: Kampf um Provision bei In-App-Käufen

In dem Verfahren geht es grundsätzlich um die Provision, die Apple für In-Game-Transaktionen auf seinen Geräten kassiert. Epic Games hatte in einer Mobilversion seines Erfolgs-Spiels „Fortnite“ eine neue Zahlungsmethode eingeschmuggelt und somit gegen die Bedingungen in Apples App Store verstoßen. Apple schmiss daraufhin das Spiel aus dem Store, außerdem sollte Epic Games aus Apples Entwicklerprogramm fliegen – Epic Games' Grafik-Technologie Unreal Engine wäre somit auf künftigen Apple-Betriebssystemen kaum noch nutzbar. Das hätte auch Folgen für andere App-Anbieter wie Microsoft, die ebenfalls auf dieses Framework für Computerspiele zurückgreifen. Epic Games klagte. Der Vorwurf: Apple nutze seine Marktmacht aus und kassiere zu hohe Gebühren. Diese liegen bei den In-App-Käufen bei 30 Prozent.

Geteiltes Urteil: Unreal Engine darf bleiben, „Fortnite“ nicht

Die Richterin Yvonne Gonzalez Rogers entschied nun über zwei Sachverhalte. Einerseits darf Apple die Grafik-Plattform Unreal Engine nicht aus seiner Entwickler-Plattform entfernen – Punkt für Epic Games. „Die Akten zeigen einen potentiellen signifikanten Schaden, sowohl für die Unreal-Engine-Plattform selbst, als auch für die Spieleindustrie im Allgemeinen, einschließlich Drittentwickler und Spieler“, erklärte die Richterin. 

Andererseits darf „Fortnite“ nicht zurück in Apples App Store – Punkt für Apple. Epic Games hatte in einer einstweiligen Verfügung beantragt, den Rauswurf wieder rückgängig zu machen. Die Richterin sagte, Epic Games habe bewusst gegen die Regeln verstoßen. Das Spiel könne jedoch wohl wieder angeboten werden, wenn es Apples Richtlinien für den App Store einhalte.

Das Verfahren geht im September in das nächste Level und wird von der boomenden Gamingbranche mit Argusaugen beobachtet werden.

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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