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Vorstoß gegen Verschwendung

Grüne wollen Online-Händlern verbieten, Retouren zu vernichten

Veröffentlicht: 11.06.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 11.06.2019
Viele Pakete unterschiedlicher Größe

Die Grünen beklagen die absurden Ausmaße der Verschwendung, die der E-Commerce hervorgebracht hat. Einige Unternehmen sollen regelmäßig riesige Mengen an retournierten Produkten und Neuwaren vernichten. Besonders große und namhafte Unternehmen und Luxushersteller waren aus diesem Grund in den vergangenen Monaten in die Kritik geraten.

Vernichtet werden Produkte im Millionenwert

Für großes Aufsehen hatte beispielsweise der Fall von Amazon im vergangenen Sommer gesorgt: Das ZDF-Fernsehmagazin Frontal21 hatte damals auf Grundlage eigener Recherchen berichtet, dass eine tonnenweise Vernichtung von Waren wie Möbeln, Handys oder auch elektrischen Großgeräten an der Tagesordnung sei. Eine Mitarbeiterin hatte sich unter anderem geäußert, „dass sie jeden Tag Waren im Wert von mehreren zehntausend Euro vernichtet habe“ (wir berichteten).

Auch das Luxuslabel Burberry wurde dafür kritisiert, dass es allein im Geschäftsjahr 2017/18 nicht verkaufte Kleidung im Wert von 32 Millionen Euro verbrannt hatte. Mit solchen Strategien wollen die Hersteller beispielsweise verhindern, dass retournierte Produkte verbilligt verkauft werden und somit die Marke verwässert bzw. beschädigt wird.

Warenvernichtung als „Perversion der Wegwerfgesellschaft“

Wie Heise Online berichtet, bezeichnete Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt gegenüber der Funke-Mediengruppe solche Strategien als „Perversion der Wegwerfgesellschaft“. Geht es nach ihrer Partei, so soll es Unternehmen wie Amazon oder Otto künftig verboten werden, retournierte Ware, die noch funktionsfähig und neuwertig ist, zu zerstören. Um dies zu erreichen, müsse auch der Staat handeln. Entsprechende Waren könnten beispielsweise über Sozialkaufhäuser verschenkt werden, so Göring-Eckardt.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen der Universität Bamberg würden etwa vier Prozent der retournierten Produkte im Müll landen, so Heise weiter. Während 79 Prozent wieder als A-Ware verkauft werde, würden 13 Prozent zumindest noch als B-Ware angeboten. An industrielle Verwerter oder gemeinnützige Institutionen gehen demnach drei Prozent.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#8 Koch 2019-06-15 16:35
Verbote, Verbote, Verbote und massenhaft Eingriffe in die persönlichen Freiheiten - das und nichts anderes ist von der grün-roten Verbotspartei zu erwarten. Sollte diese Partei einmal in Deutschland das Sagen haben (oder andere ultralinke Kräfte), dauert es nicht lange und die dt. Wirtschaft ist kaputt. Nichts anderes ist meiner Meinung auch deren Ziel.
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#7 Frank Eckert 2019-06-15 14:35
@ Udo Heimes
Die Hinsendekosten sollten bei einem Widerruf auch nicht erstattet werden.
Die Dienstleistung ist schließlich erfolgt.
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#6 sandra 2019-06-11 18:45
Widerrufsrecht abschaffen - Problem gelöst

Vorteil: Käufer müssen sich bewusst mit dem Artikel auseinander setzen.
Und dürfen endlich mündig sein
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#5 Berta Kummer 2019-06-11 13:08
Na klar drischt man wieder auf die Händler ein, weil den geneigten deutschen Verbraucher in seinen Verwöhnrechten einschränken geht ja gar nicht!

Dieser ganze Irrsinn kommt davon, wenn man Gesetze/Vorschr iften erlässt, ohne mal die Konsequenzen durchzudenken (weil man eigentlich gar keine Ahnung von der Materie hat!).
Darin sind unsere Politiker ja ganz große Klasse.
Ein Blödsinn folgt dem nächsten, Woche für Woche.
Wenn ich hier manche Beiräge in den News lese, denke ich, die Redaktion hat sich im Datum geirrt und es ist 1. April, ist aber leider Realsatire ala Deutschland.
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#4 Torsten Wolf 2019-06-11 12:55
Da kann ich als "Ex-Amazoni" nur zustimmen! Solange jeder Depp alles ohne Sinn und Verstand bestellen kann, da es ihn ja nichts kostet, einfach zurück zu schicken, wird sich nichts an der Situation ändern! Diese Verschwendung und der damit verbundene Größenwahn unserer westlichen "Zivilisation" kommt uns alle teuer zu stehen! Gerade die "Grünen" mit ihrer Pseudo-FDP-Wirt schaftspolitik aktuell sind da ganz sicher der richtige Ansprechpartner - ich lache mich tot!
Nun ist Amazon sicher kein fairer Player und alles andere als umweltbewusst und sozial korrekt, aber am Wahnsinn der Bevölkerung sind sie wohl nicht alleine schuld! Wir entscheiden doch als Kunde, wo und wann Produkte bestellt werden!!! Und "Geiz ist doch so geil" hilft da keinen Zentimeter weiter, wohl aber ein klein wenig Mäßigung des eigenen Konsumverhaltens!
Auch unsere selbsternannten Verbraucherschü tzer sollten dringend aus Wolkenkuckucksh eim hier auf den Boden der Realität zurück kommen! Was da teilweise läuft, würde ich Begünstigung nennen wenn nicht gar Anstiftung!
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#3 Andree Stratmann 2019-06-11 11:59
@Udo Heimes,dieser Vorschlag käme aber beim gemeinen Wähler nicht so
gut an.Da kann man besser dem Händler wieder in die Geschäftspoliti k reinreden.
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#2 James 2019-06-11 11:38
Den Eigentümer zu verbieten, mit seinen Gütern umzugehen wie ihm/ihr beliebt, ist eindeutig falsch! Der Hebel muß an anderer Stelle angesetzt werden:
Rückversand muß teurer werden (kostenloser Rückversand ist Unfug),
der Import billiger Ware sollte anders bepreist/bezoll t werden (es sollte keine wirtschaftliche Überlegung sein, daß Vernichtung und Neuimport günstiger ist als Refurbish/B-War e),
insgesamt muß dieses Vorgehen wirtschaftlich unattraktiv werden bzw öffentlich und transparent (dann erleiden die Firmen zumindest entsprechenden Imageverlust und überlegen es sich)
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#1 Udo Heimes 2019-06-11 08:25
Die sogenannten " GRÜNEN " sollten lieber dafür Sorgen, das Rücksendungen für den Käufer versandkostenpf lichtig werden. Das würde das Rücksendeproble m gewaltig einschränken, weil
vorsichtiger und mit Verstand bestellt wird.
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