Teilen Teilen Kommentare Drucken
Mehr als 20 Milliarden Euro

Bundeskartellamt gibt konkrete Zahlen zum Marktplatzumsatz auf Amazon preis

Veröffentlicht: 17.07.2019 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 22.07.2019
Amazon Karton

Amazon hat sich mit den Umsatzzahlen auf seinem Marktplatz stets bedeckt gehalten. Erst vor wenigen Wochen waren angebliche Zahlen durchgesickert, der an die Öffentlichkeit geratene Bruttoumsatz des deutschen Amazon-Marktplatzes von 10,2 Milliarden Euro soll nach Angaben des Unternehmens allerdings „in keiner Weise korrekt“ gewesen sein. Nun gibt es doch konkrete Zahlen, die vom Bundeskartellamt im Rahmen des Missbrauchsverfahrens und der erzielten Verbesserungen für Online-Händler jetzt veröffentlicht wurden.

Amazon.de führt Liste der europäischen Marktplätze klar an

Im vergangenen Jahr betrug das (netto) Handelsvolumen des deutschen Marktplatzes „weit mehr“ als 20 Milliarden Euro, wie das Bundeskartellamt in der entsprechenden Meldung schreibt. Insgesamt waren mehr als 300.000 Dritthändler aktiv, von denen ca. 300 Mio. verschiedene Artikel (ASIN) angeboten und rund 1,3 Mrd. Produkte verkauft wurden. 60-65 Prozent vom gesamten Handelsvolumen erwirtschafteten deutsche Händler, 20-25 Prozent außereuropäische und 10-15 Prozent Händler aus anderen europäischen Ländern. Von den fünf großen europäischen Marktplätzen führt Deutschland die Liste ganz klar an, gefolgt von Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien. 


Amazon Grafik 1

250.000 gesperrte Verkäufer-Konten

Im vergangenen Jahr haben 38 Millionen Kunden mindestens ein Produkt über amazon.de erstanden, mit 80 Prozent stammt der Großteil der Kunden aus Deutschland, fünf bis zehn Prozent sollen laut dem Bundeskartellamt aus Österreich kommen. Auch zu den Kontensperrungen hat die Behörde konkrete Angaben gemacht. Laut dem Bericht wurden 2018 mehr als 250.000 Verkäufer-Konten dauerhaft gesperrt, 30.000 Händler konnten zumindest vorübergehend nicht auf ihr Konto zugreifen. Zu den Gründen zählten allen voran Betrugsvorwürfe sowie die Verletzung gewerblicher Schutzrechte und Produktfälschungen.

Der gesamte Bericht des Bundeskartellamts kann an dieser Stelle eingesehen werden.

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Corinna Flemming

Kommentare  

#8 Dieter Brandes 2019-08-09 10:58
Also Herr Kollege Ströter,

wie blöd kann man sein, so einen Scheiss zu schreiben wie Du. Amazon ist einer der wichtigsten Absatzmärkte, die wir Onlinehändler haben. Wer dort nicht einstellt, der verspielt wohl irgendwas um 20-80% seines Umsatzes.
Dadurch bekommt man wohl immer schlechtere EK's und wird nicht so wettbewerbsfähi g sein und die Fluktuation von Containern die man z.B. evtl. ordert werden dann kleiner und man kommt mit den ohnehin schlechten Lieferzeiten bzw. Kapitalbindunge n nicht mehr so gut hin ...
Deine Aussage scheint also darauf zu basieren, dass Dein Geschäft alle diese Besonderheiten und Feinheiten nicht hat, du ein recht eindimensionale s Geschäft hast oder vielleicht gar keines. Das ist dann mal so die Vermutung.
Weisst Du das einfachste wäre ja, dass die Käufer Amazon und ebay als Suchplattform nutzen und dann den Händler selber googlen oder direkt aus dem Verkäufernamen die Händlerdomain usw. ablesen und dann dort kaufen und bestellen. Aber weit gefehlt, teils haben Händler ja nciht mal eine eigene Domain. Dies, weil das oft viel Geld kostet. Dies auch, weil das Marketing mit SEO-Agenturen, adwords usw. oft viel mehr Geld kostet, als bei Amazon und Co einzustellen. Und auf Rakuten, Yatego, REAl usw. verkaufst Du halt viel weniger als auf den grossen beiden.
Also bitte vorher Kopf einschalten.
Zitieren
#7 jan stöter 2019-08-08 18:52
Nur mal so, ist denn irgendjemand gezwungen bei Amazon zu verkaufen? Jeder Händler kennt die Machenschaften, jeder weiß eigentlich, daß Amazon sein Mitbewerber ist und trotzdem verkaufen dort so viele Händler und machen ihren eigenen Konkurrenten stark. Wie blöd muß man eigentlich sein?
Zitieren
#6 Dieter Brandes 2019-07-23 08:43
Genau das wäre auch mein Wunsch, dass dieser Unhold alles verliert. Zudem sollte der genauso wie ein dummer Schuljunge dastehen müssen wie der Facebookgründer derzeit vor der Presse. Und dann als Konsequenz sollte amazon gezwungen werden zur Reformierung und vor allem diese unendlichen 15-17% (und auch noch zu allem Überfluss auf die zumeist einzurechnenden Versandkosten, damit der Käufer noch weiter verarscht wird) sollten runtergesetzt werden auf max. 10%.
Und all die Unverschämtheit en, wie den Eigenverkauf, wo ja Tür und Tor geöffnet sind für Abzapfen von Knowhow von den regulären Verkäufern ... Amazon ist einfach an jeder Ecke und Kante geradezu kriminell und Drecksau auf vielen Gebieten. Ja nicht nur bei den eigenen Mitarbeitern.
Zitieren
#5 Stefan Inri 2019-07-22 09:49
Ich kann mich meinen Vorredner ebenfalls nur anschließen. Bei uns ist 2018 genau dasselbe passiert. Nur haben wir viel mehr Umsatz gefahren. Was ich dazu sagen kann, ich vermute das Mitbewerber bei uns hintenrum dafür gesorgt haben dass wir rausfliegen. Ich glaube es gibt Machenschaften und Vorgänge bei Amazon so das eine Gruppe von Leuten die Verkäufer ständig meldet wegen Plagiatsvorwürf e oder wegen anderer kleine verstoße und wenn man in diesen Sumpf hinein gerät interessiert es Amazon nicht ob man eine eigene Meinung oder Beweise dagegen hat man wird einfach gesperrt. So werden große Verkäufer ihre Mitbewerber auf ganz einfache Art und Weise los. Ich weiß auch von den Bewertungsmanip ulationen, da ich auch diverse Leute kannte die sowas durchführen. Da es ist doch nahe liegend das solche Leute auch genau das oben beschriebene machen damit unangenehme Mitbewerber entfernt werden. Für Geld ist alles käuflich Erwerb war


Mein Geld wurde komplett eingefroren, es waren aber nur 3000 bis 4000 € und diese wurden dann aufgebraucht durch Erstattungen etc. ich verstehe auch nicht wieso das Kartellamt hier nachgegeben hat. Meiner Meinung nach sind hier wahrscheinlich Schmiergelder geflossen. Normalerweise dürfte man nicht so lasch mit Wettbewerbsvers tößen und derartigen Verstößen die Amazon hier begangen hat umgehen.

Wenn man sich mal die Zahlen durch den Kopf gehen lässt. 250.000 Kontosperrungen alleine im Jahr 2018, da stimmt doch etwas nicht mit diesem Verein.

Nicht nur dass sie 17 % Verkaufsprovisi on nehmen bei vielen Kategorien nein man muss auch bei A bis Z Garantieanträge n sofort springen und hat immer verloren. Dann muss man fast jede Retoure selber bezahlen und muss auch noch innerhalb von ein bis zwei Tagen E-Mails antworten. Man wird als Sklave von Amazon auch noch von den Mitarbeitern am Telefon schlecht behandelt und hinterher rausgeworfen. Eigentlich ist man ein zahlender Kunde und das Amazon Imperium ist nur so groß geworden durch solche Verkäufer wie ich.

Aber Verkäufer die eine eigene Meinung haben und auch mal gegen den Strom schwimmen werden kurzerhand aussortiert und gesperrt. Meiner Meinung nach sollte das Kartellamt den Machenschaften von Amazon ein sofortiges Ende bereiten und diese Verkaufsplattfo rm komplett sperren und schließen. So dass der reichste Mann der Welt auch mal der ärmste wird.
Zitieren
#4 Dieter Brandes 2019-07-20 10:21
Eigentlich sollten wir Händler auf Amazon uns mal alle zusammentun und einen einzigen Tag unsere Angebote rausnehmen und das publizieren. Wenn das nicht wirkt, Zwei oder ähnliches.
Oder es sollten mehr Leute einfach auf den Foren, Youtube usw. amazon mit einer Diskreditierung überwerfen, die dann den Marktplatz da hin bringen würde, wo er formell hingehört, nämlich auf das Abstellgleis der Geschichte. Dieser Bezos ist doch kein Wohltäter der Menschheit, sondern ein seelischer Krüppel, der seinen Marktplatz nicht mehr im Griff hat und dem alles egal ist.
Alternativ sollten alle Händler klage und der Händlerbund oder andere Organisationen sollten dafür die Kosten übernehmen. Da lässt sich doch bestimmt ein neuer Konkurrent finden oder ein anderer kleinerer Marktplatz, der sowas finanzieren würde....
Zitieren
#3 Martina 2019-07-18 12:05
Tja, amazon hat es geschafft, fast alle Online-Händler an seinen Tropf zu hängen. Selbst große Händler, die vorher erfolgreiches Marketing betrieben haben, haben sich selbst das wasser abgegraben. Gratulation.
Zitieren
#2 Sylvia 2019-07-18 09:05
Da stimmt etwas mit den Zahlen gesperrter Konten nicht!
Zitieren
#1 Kritikus456 2019-07-17 17:20
Sperrung eines AMAZON Kontos eines Verkäufers
Besonders wirksam scheint die Aktion des Bundeskartellam tes nicht gewesen zu sein. Ein Beispiel. Seit 15 Jahren verkaufe ich auf EBAY und habe es bei tausenden von Bewertungen geschafft, nur 3 negative Bewertungen zu erhalten. Im letzten Jahr 2018 Sommer habe ich damit begonnen, auch auf AMAZON zu verkaufen. Bis Januar 2019 hatte ich 100 Prozent und ohne grossen Aufwand 3500 € Umsatz im Monat und keine einzige negative Bewertung. Das Konto wurde trotzdem ohne jede Angabe von Gründen durch AMAZON gesperrt. Der Vorwurf: ich würde angeblich Plagiate eines bekannten Herstellers anbieten. Der Hersteller hat mir schriftlich bestätigt, das alle in meinem Lager (und das könnte auch ein Vielfaches im Monat umsetzen nur nicht über AMAZON oder EBAY) befindlichen Produkte original sind. Trotzdem verlangte AMAZON noch Rechnungen und Lieferscheine aller von mir eingekauften Produkte. Dies lehnte ich ab, aus Fällen anderer Händler ist mir bekannt, das AMAZON unverzüglich die übermittelten Lieferanten kontaktiert und aquiriert. Daraufhin fror AMAZON mein Guthaben ein. Es folgte eine Wartezeit von 120 Tagen, in denen mir AMAZON schriftlich versicherte, das Geld nach Ablauf der 120 Tage frei zu geben.
Nach 140 Tagen war dies allerdings immer noch nicht erfolgt. Daraufhin erwog ich eine Strafanzeige (von dem Kartellverfahre n war mir nichts bekannt) und teilte AMAZON mit, die Angelegenheit gerichtlich klären zu wollen (notfalls auch in Luxemburg). Informationen zum Fall oder warum diese abstrusen Behauptungen - verkauft wurde kein einziges angegebenes Produkt - bei AMAZON zur Kontensperrung führten, blieben erfolglos. Bei der Vorbereitung auf eine Klage musste ich dann fest stellen, das mein Konto deaktiviert wurde. Kein einziger Beleg und kein Kontoauszug kann mehr nachgesehen werden, obwohl AMAZON gesetzlich dazu verpflichtet ist, die Daten zu verwahren. Rein vorsorglich habe ich dies dem zuständigen Wohnsitzfinanza mt mitgeteilt. Beim Versuch, die Abteilung Verkäuferperfor mance- ansonsten ist bei AMAZON niemand zuständig- zu kontaktieren, kommt die Fehlermeldung "E-Mail-Adrese gehört zu keinem Verkäuferkonto" . Nicht nur für mich sieht dies nach planmässigem Betrug durch AMAZON aus und es ist mir ein Rätsel, warum das Kartellamt derart nachsichtig mit so einem Moloch verfährt. Bei mir geht es zwar nicht um viel Geld, aber um´s Prinzip.
Zitieren

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.

Meistgelesene Artikel