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Studie

Amazon ist für ein Drittel der deutschen Online-Umsätze verantwortlich

Veröffentlicht: 03.12.2019 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 03.12.2019
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Wie viel setzt Amazon in Deutschland tatsächlich um? Wenn es um genaue Zahlen geht, gibt sich Amazon chronisch knauserig, darum muss man auf Annäherungen, Erhebungen und Schätzungen vertrauen. Das Online-Magazin Digital-Kompakt versucht sich nun ebenfalls an konkreten Zahlen und hat gemeinsam mit Metoda, der Universität St. Gallen und der Digitalberatung Etribes eine Studie durchgeführt, um die Marktmacht von Amazon zu ermitteln.

Dafür wurde der AMDI entwickelt, der Amazon Market Dominance Index, der Amazons Dominanz für jedes Segment zeigen soll. Dieser fußt auf Daten von Metoda, des Statistischen Bundesamtes und weiteren Marktdaten und setzt den Umsatz nach Kategorie und dessen Anteil am deuschen Gesamtmarkt ins Verhältnis. Je höher der sich daraus ergebende AMDI, desto höher Amazons Dominanz. Dem Marktreport zufolge kommt Amazon in Deutschland im ersten Halbjahr 2019 auf einen Umsatz in Höhe von 11,5 Milliarden Euro – das entspricht 37 Prozent aller Umsätze im deutschen Online-Geschäft. Amazon ist also für mehr als ein Drittel des deutschen E-Commerce verantwortlich.

Große Marktmacht mit Potenzial

In der Handelssparte „Spielzeug, Baby, Sport, Freizeit“ kommt Amazon auf einen Marktanteil von 15,8 Prozent. Mit einem geschätzten Umsatz von 1,32 Milliarden Euro ist sie aber nur die drittgrößte Sparte für Amazon. Davor liegen „Küche, Haushalt und Wohnen“ mit 2,09 Milliarden Euro (Amazon-Marktanteil: 8,5 Prozent) und „Elektronik und Computer“ mit 2,64 Milliarden Euro (Marktanteil: 14 Prozent). Die Sparte ist für fast ein Viertel (23 Prozent) des hiesigen Gesamtumsatzes von Amazon verantwortlich. Hinter diesen drei Kategorien folgen noch „Sonstiges" (inklusive Gewerbe) und Bekleidung, die auf mehr als eine Milliarde Euro Umsatz kommen.

Dahinter gibt es noch diverse Kategorien, die Amazon Entwicklungspotenziale bieten. Im Bereich Baumarkt etwa kommt Amazon nur auf einen Gesamtmarktanteil von 5,8 Prozent bei 0,88 Milliarden Euro Umsatz. Im lukrativen Geschäft Auto und Motorrad spielt der Marktplatz laut der Studie noch keine nennenswerte Rolle, das Lebensmittelgeschäft steckt ebenfalls noch in den Kinderschuhen. Interessant: Der ursprünglich als Buchhändler gestartete Konzern macht mit Büchern nicht einmal sechs Prozent seines Umsatzes. Der Anteil an allen Bestellungen ist mit fast 17 Prozent aber am höchsten.

Keine offiziellen Zahlen

Bei den Zahlen von Digital-Kompakt handelt es sich nicht um offizielle Amazon-Zahlen. Das Portal räumt ein, dass man „Schätzungen anstellen, Thesen entwickeln und unterschiedliche Datenquellen zusammenführen und intrapolieren“ musste. „Das Amazon-Thema erfordert also das Aufstellen von Hypothesen und lässt immer Raum für Interpretationen“, heißt es. Als kürzlich Berechnungen an die Öffentlichkeit gelangten, dass der Brutto-Umsatz des deutschen Amazon-Marktplatzes 10,2 Milliarden Euro betrage, war das Unternehmen schnell dabei, die Zahlen zu dementieren. „Diese Zahlen sind in keiner Weise korrekt“, hieß es von Amazon. Als gesichert gilt mittlerweile, dass das  Handelsvolumen (netto) des deutschen Marktplatzes deutlich über 20 Milliarden Euro beträgt. Diese Zahl veröffentlichte das Bundeskartellamt im Rahmen eines Verfahrens.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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Kommentare  

#2 Redaktion 2019-12-05 06:38
Hallo Rainer,

wir haben die Zahlen nicht errechnet, wir berichten über die Studie von Digital-Kompakt , die diese Zahlen hochgerechnet haben. Wie nah die Zahlen an der Realität sind, lässt sich nicht endgültig klären, wie im letzten Abschnitt des Artikel erklärt. Das sind keine Werte, die von Amazon selbst kommen. Auch inwieweit die Marktanteile stimmen, können wir nicht vollumfänglich bestätigen, aber die Marktanteile in den einzelnen Kategorien müssen für Amazons Marktmacht nicht alle bei 37 Prozent liegen, da die Kategorien unterschiedlich e Größen in absoluten Zahlen haben. Zumindest scheinen die Zahlen von Digital-Kompakt der Realität aber sehr nahe zu kommen. Zum Einen dementiert Amazon die Zahlen nicht, zum anderen decken sie sich in der Größenordnung zum Beispiel mit den kürzlich vom Bundeskartellam t veröffentlichte n (im Artikel verlinkt).

Mit besten Grüßen
die Redaktion
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#1 Rainer Matschurat 2019-12-04 10:21
Noch beim Lesen des Artikels fällt sofort auch, dass das ganze mathmatisch völliger Nonsens ist und der ganze Artikel damit wertlos. 37% Anteil am gesamten E-Commerce soll Amazon haben. Damit müssten dann auch die größten Teilbereiche, die fast den gesamten Umsatz von Amazon ausmachen, jeweils im Schnitt ganz grob einen Anteil im jeweiligen Segment von 37% haben.
Aber ich lese: 14%, 8,5%, 15,8%.... das ist im Schnitt sehr, sehr, sehr weit von 37% entfernt.
BITTE: das muss einem auffalen, wenn man so einen Artikel schreibt!
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