Sicher Bezahlen?

Polizei warnt vor Kreditkartenbetrug auf Ebay Kleinanzeigen

Veröffentlicht: 17.02.2022 | Geschrieben von: Melvin Louis Dreyer | Letzte Aktualisierung: 21.06.2022
Smartphone und Kreditkarte

Derzeit kommt es vermehrt zu Betrugsfällen auf Ebay Kleinanzeigen, deren Zielgruppe dort aktive Verkäufer sind. Das berichtet die Berliner Polizei in einer Warnung. 

Der vermeintliche Interessent gibt dabei vor, die Zahlung über die von Ebay Kleinanzeigen bereitgestellte Bezahlmethode „Sicher bezahlen“ abwickeln zu wollen, leitet an dieser Stelle jedoch den Betrug ein.

Neue Betrugsmasche auf Ebay Kleinanzeigen?

„Vorsicht bei der Nutzung von Ebay Kleinanzeigen“, warnt die Berliner Polizei zurzeit. Anlass dafür sind vermehrte Betrugsfälle, die sich nicht an Käufer, sondern an Verkäufer richten. Laut dem Hinweis laufe der Betrug dabei wie folgt ab: Ein vermeintlicher Interessent schreibt Verkäufer meist via WhatsApp an. Dabei gibt er an, die Zahlung über die Zahlungsmethode „Sicher bezahlen“ abwickeln zu wollen.  

Diese Zahlungsmethode wird auf Ebay Kleinanzeigen angeboten und soll Verkäufer und Käufer gleichermaßen schützen, indem der Kaufpreis zunächst von einem Treuhänder verwaltet wird. Auf unsere Anfrage hin teilte uns ein Sprecher von Ebay Kleinanzeigen mit, dass zum Schutz vor Betrug grundsätzlich eine persönliche Übergabe der Ware und eine Zahlung vor Ort empfohlen werde. „Kommt eine persönliche Übergabe nicht in Betracht, empfehlen wir die Verwendung unserer Bezahlfunktion ‚Sicher bezahlen‘, mit der wir Käufer und Verkäufer wirksam vor verschiedenen Risiken beim Online-Kauf schützen können. Dabei zahlt der Käufer den vereinbarten Betrag an unseren Partner Online Payment Platform (OPP). OPP verwahrt das Geld bis zur Auszahlung treuhänderisch, bis der Käufer den Erhalt der Ware bestätigt“, heißt es weiter. 

Betrüger erfragen Zahlungsdaten per Link über WhatsApp

Tatsächlich hat die Zahlungsmethode selbst wenig mit dem Betrug zu tun. Ebay Kleinanzeigen lässt wissen, dass diese direkt in die Website bzw. Apps des Portals integriert sind. „Bei ‚Sicher bezahlen‘ von eBay Kleinanzeigen werden alle Schritte direkt im Nachrichtenverlauf des Kontos angezeigt. Wir empfehlen Käufern und Verkäufern daher, die Abwicklung nur über die Nachrichtenfunktion unserer Website bzw. Apps zu vollziehen und Rufnummer, E-Mail-Adresse, sowie Zahlungsdaten vertraulich zu halten. Auf keinen Fall sollten Betroffene Zahlungsaufforderungen folgen, die nicht unmittelbar auf der Website bzw. in den Apps von eBay Kleinanzeigen angezeigt werden. eBay Kleinanzeigen verschickt im Zusammenhang mit ‚Sicher bezahlen‘ keine Nachrichten per SMS oder Messenger“, teilt man mit. 

In den Betrugsfällen allerdings verschickt der Täter dem Verkäufer einen Link, unter dem der Verkäufer seine Kreditkartendaten zum Erhalt der Zahlung angeben soll. Gegebenenfalls sei auch die Bestätigung eingehender Push-Benachrichtigungen der Bank nötig. Dies erfolge laut der Berliner Polizei meist über WhatsApp. Ebay Kleinanzeigen teilt mit, dass sich die Betrüger die Telefonnummern entweder erfragen würden oder diese aus den öffentlichen Angaben der Opfer auf der Plattform beziehen.

Die versprochene Zahlung erfolge dann aber nicht. Vielmehr komme es zu Abbuchungen von der Kreditkarte im Ausland, vor allem in Russland. Auch die Polizei Berlin weist darauf hin, dass Ebay Kleinanzeigen nie zur Eingabe von Kreditkartendaten bzw. dem Kontostand auffordere.

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Über den Autor

Melvin Louis Dreyer
Melvin Louis Dreyer Experte für: IT- und Verbraucherrecht

Melvin ist seit Mitte 2018 Teil des juristischen Redaktionsteams. Er hat schon während seines Rechtswissenschaft-Studiums leidenschaftlich gerne Beiträge verfasst und Fachwissen vermittelt. Jetzt berichtet er als Redakteur regelmäßig zu rechtlichen Neuigkeiten und Fragestellungen in der Welt des E-Commerce und verwirklicht damit nebenbei auch noch seine Interessen an Gesellschaft und Wirtschaft. 

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Melvin Louis Dreyer

Kommentare  

#24 Jörg 2022-07-13 17:13
Hallo,
da habe ich ja noch mal Glück gehabt, dass ich diesen Beitrag gefunden habe, BEVOR ich meine Kreditkarten-Da ten eingegeben habe!
Habe heute 2 Spielsachen bei eBay Kleinanzeigen eingestellt, für je 10,-- Euro. Leider auch meine Mobilnummer anzeigen lassen. Kurz nach der Veröffentlichun g der Annoncen erhielt ich zwei Anfragen über WhatsApp, höflich geschrieben und mit weiblichem Profilbild. Die eine wohnt angeblich in Köln, die andere in Dortmund. Beide wollten, dass die eBay-Funktion "Sicher bezahlen" genutzt wird und die Ware von einem Kurier abgeholt wird. Dann bekam ich jeweils eine SMS mit einem Link zu www.vooo.info/hidK und www.vooo.info/3P1L
Beiden Links folgend sollte ich zunächst meinen Namen und meine Rufnummer angeben, über WEITER dann meine Kreditkartendat en.
Als ich den beiden schließlich jeweils per WhatsApp mitteilte, dass ich meine Kreditkartendat en nicht online eingeben werde, kam keine Antwort mehr. Bei einer der Damen ist nun, nach ca. 10 Minuten, das Profilbild verschwunden, genau wie oben bereits beschrieben.
Auffallend ist im Nachhinein auch, dass die ganze Kommunikation, einschließlich der Links zur Eingabe der Daten, nicht über eBay Kleinanzeigen geschah, sondern ausschließlich per WhatsApp und per SMS.
Ich bin froh, diese Hinweise hier gelesen zu haben, und kann jedem nur raten, vorsichtig zu sein, und vor Eingabe irgendwelcher Daten einmal im Internet auf sie Suche zu gehen und sich zu erkundigen.
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#23 gi276 2022-06-13 16:57
unter Telefonnummer [Telefonnummer redaktionell entfernt] wurde ich auch aufgefordert meine Kreditkartennum mer preiszugeben

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Antwort der Redaktion

Lieber gi276,

bitte beachten Sie, dass diese Nummer nicht zwangsläufig zu den Betrügern gehört. Über Weiterleitungen nutzen diese oft gekaperte Nummern und Identitäten, um ihre wahre Identität zu verschleiern.

Generell sollten Sie Ihre Kreditkartendat en nur an Unternehmen und Personen weitergeben, denen Sie vertrauen.

Beste Grüße
die Redaktion
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#22 Steven 2022-06-08 10:03
Moin Leute,

hatte heute Kontakt mit der Betrugsmasche. Hatte versehentlich meine Handynummer in einer Anzeige als Sichtbar aktiviert und wurde auf WhatsApp angeschrieben von einer "Helga" mit entsprechenden Profilbild, vermutlich um die Seriosität zu steigern.
Da sich die Handynummern ohnehin immer ändern brauch ich diese hier jetzt nicht angeben. Verwundert war ich erst woher die Person überhaupt meine Nummer hat.

Es wurde gesagt, dass PayPal Konto sei blockiert (Redflag #1) und via Banküberweisung sei sie schonmal betrogen worden, weshalb sie den ebay Bezahlservice gerne nutzen wollte.

Auf die Frage ob Ihr bewusst sei, dass Sie einen Artikel für einen Rechtslenker-Au to kaufe, ist sie null eingegangen (Redflag #2). Es ging um einen Betrag von 25€, auch wurde gar keine Versandkosten abgesprochen (Redflag #3).

Der Nutzer hat nach dem ebay-Bezahlserv ice erneut gefragt und einen Screenshot von einer fake-ebay Seite (mit Rechtsschreibfe hlern) geschickt (Redflag #4). In dieser fake-Seite wird der Bezahlservice von ebay angeblich erklärt. Dort steht geschrieben, dass man einen Link erhält um Kreditkartendet ails anzugeben (Redflag #5).

Das alleine kam mir schon spanisch vor und da ich sowieso nicht von den üblichen Bezahlmethoden abweiche und ich auch den original ebay Bezahlservice für unnötig halte hab ich den Nutzer blockiert. Selbst ebay gibt an, dass alles im hauseigenen Chat geklärt werden soll und nicht auf WhatsApp (Redflag #6).

Zu dem war interessant, dass der Nutzer dauerhaft Online war, ohne Unterbrechung, vermutlich PC Client (Redflag #7).

Das Schema ist ausgelegt einfach Daten zu Sammeln, in diesem Fall Kredikarteninfo rmationen und zwar so schnell und einfach wie möglich.
Daher keine Handynummern angeben bei kleinanzeigen und Wachsam bleiben.

Falls jemand ähnliche Erfahrungen hat wäre ich interessiert, es gibt sehr viele Redflags aber sehr unterfahrene Leute können das vielleicht nicht erkennen.
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#21 Annie 2022-06-05 23:24
Ich bin gerade dabei, nach langer Zeit mal wieder Brauchbares bei Ebay-Kleinanzei gen einzustellen. Schon nach den ersten drei Anzeigen habe ich zwei WhatsApp-Nachri chten bekommen mit der Frage nach Zahlung über Ebay und Kurier holt ab. Auf die erste habe ich noch geantwortet, PayPal und Postversand angeboten, dann kam nichts mehr, also doch mal gegoogelt. Tatsächlich waren auch hier Bildchen von jungen Frauen im Profilbild, Anfragen waren nett geschrieben und mit Smileys dazwischen. Nach meiner Absage waren die Profilbilder weg.
Naja, nun werde ich auf die ehrlichen Menschen warten und auf solche Nachrichten nur noch "NEIN" antworten - das sollte jeder sofort tun.
Allen Bescheißenden auf dieser Welt wünsche ich, dass sie Hirn und Gewissen vielleicht noch aufgeräumt bekommen...
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#20 Markus 2022-05-31 12:24
Hallo Rosa,

ich kann leider nicht direkt auf deinen Kommentar antworten, deswegen über diesen Weg:

Ob die Käufer Betrüger sind, lässt sich vorab an einigen Indizien feststellen:
Kontakt per WhatsApp, nicht über die eBay-Kontaktpla ttform. Dir wird ein Link geschickt, in dem du deine Kreditkarteninf os angeben sollst (niemals fremde Links anklicken und niemals Kreditkartendat en an Fremde schicken). Die Betrüger sitzen praktisch immer im Ausland und nutzen zur Kommunikation per WhatsApp meist Google Translate, also hier auf Sprach- und Rechtschreibfeh ler achten (muss nichts heißen, aber es kann ein Indiz sein). Bei einem Dreiecksbetrug soll das Produkt (meist ein Smartphone) immer ins Ausland geschickt werden (meist England).

Ob es sich tatsächlich um einen Betrug handelt ist auch einfach festzustellen: Sobald Beträge abgebucht wurden, die Du entweder nicht autorisiert hast oder du aufgefordert wirst, deine Kreditkarteninf os anzugeben, ist es natürlich ein Betrug. In deinem konkreten Fall bin ich mir zu 99,9% sicher, dass es sich hier selbstverständl ich um einen Betrug handelt...wenn sehr viele Beträge sofort abgebucht werden, dann ist es doch Betrug...damit hast du jetzt Geld verloren. Oder wolltest du es so, dass viel Geld abgebucht wird? Mit Sicherheit nicht, oder? Also hat die Bank es auch zurecht gesperrt. Glück für Dich, denn sonst hätten die Betrüger ja noch mehr Geld abgebucht...

Die Käufer erscheinen meistens "echt", damit die Betrugsmaschen auch echt wirken und somit funktionieren. Nein, sie wurde mit Sicherheit nicht betrogen, sondern ist selbst eine Betrügerin (wobei ich hier stark davon ausgehe, dass es sich um einen Mann handelt. Es werden meist Frauen bzw. Frauennamen verwendet, weil Frauen generell als vertrauenswürdi ger angesehen werden).
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#19 Rosa 2022-05-30 22:30
Mir ist das auch gerade passiert, die Bank will das zurückbuchen und da sehr viele Beträge sofort abgebucht wurden, wurde die Karte ohnehin sofort mit Betrugsverdacht gesperrt. Meine Frage ist: sind die Käufer eigentlich zwangsläufig Betrüger? Ich habe mit einer Käuferin normal übers WhatsApp gesimst und mir schien sie „echt“. Hat sie mich betrogen? Oder wurde sie auch betrogen? Sie fragt sich jetzt auch, wo ihr Geld bleibt, das sie mir schickte und ich nie erhalten habe.. wo meldet man das eigentlich? Die Polizei wird das doch niemals verfolgen oder? Viele Grüße

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Antwort der Redaktion

Liebe Rosa,

es kommt ganz drauf an, was genau für eine Betrugsmasche hier vorliegt.
Hat die "nette" Verkäuferin Ihnen denn den Link zur Kreditkartenzah lung geschickt? Vielleicht ist sie auch nur nett, weil sie weiterhin auf Geld hofft.

Allerdings gibt es auch den so genannten Dreiecksbetrug. Dabei wird beispielsweise die Adresse einer Person und das Bankkonto bzw. die Kreditkarte einer weiteren Person von einer dritten Person (der/die Betrüger) ausgenutzt.

Was genau hier bei Ihnen vorgeht, lässt sich von außen schlecht beurteilen.
Jedoch sollten Sie den Betrug definitiv bei der Polizei zur Anzeige bringen.

Beste Grüße
die Redaktion
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#18 Markus 2022-05-25 14:02
Hallo Marion, ich habe das gleiche Problem. Die Bank erstattet mir nichts, weil sie argumentieren, dass man die Zahlung ja selber autorisiert habe. Ich habe mir einen Anwalt genommen, aber mir wurde gleich von Beginn an gesagt, dass die Erfolgsaussicht en gering seien. Es gibt noch die Möglichkeit, einen Vergleich auszuhandeln, also dass die Bank zumindest einen Teil der Kosten erstattet. Das versuche ich derzeit mit meinem Anwalt zu erreichen, wir wissen aber nicht, ob das klappt. Ich warte noch auf eine Rückmeldung der Bank. Da die Betrüger in Russland sitzen, ist es praktisch unmöglich, die Hintermänner zu ermitteln.
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#17 Marion 2022-05-24 12:11
Hat jemand Erfahrungen mit einem Anwalt? Ich wurde auch Opfer und meine Bank möchte ebenfalls nichts erstatten. Bei mir geht es um viele Tausende Euro. Ich bin nervlich am Ende. Kann mir jemand einen Tipp geben oder hat sein Anliegen gerichtlich verfolgt? Hat jemand diese betrügerrischen Abbuchungen erstattet bekommen und wenn ja, in Bezug auf welches Gesetz o.ä.? Vielen Dank an die Community
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#16 Henry Gründler 2022-05-23 14:53
ja, wollte ein Samsung Handy verkaufen, und dann auch diese Bezahlmasche. Nachdem sie meinen Kontostand von der Debitkarte hatten, 183,-Euro, haben sie 165 abgebucht. und dann hat die Frau im Chat noch eine weitere Karte haben wollen, um das Geld zurückzubuchen. Kann mich aber nicht erinnern, es autorisiert zu haben.
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#15 Claudius 2022-05-21 22:03
Das Problem des Kleinanzeigen Sicher Bezahlen Betrugs besteht darin,das vermeintliche echte Verkäufer wie ich keine Informatinen über das Bezahlsystem selbst bzw über das einrichten finden können,und das ist das eigentliche Problem,dieses Versäumnis bzw Aufklärungs bzw Erklärungslücke nutzen die Betrüger einfach aus.
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