Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen

Shopify warnt FBA-Händler vor „Buy with Prime“-Service

Veröffentlicht: 02.09.2022 | Geschrieben von: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 02.09.2022
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Die E-Commerce-Plattform Shopify wehrt sich jetzt gegen Amazons neue Funktion „Buy With Prime“. Der im April vorgestellte Service erlaubt es Online-Händlern, die Fulfillment by Amazon nutzen, eine "Buy With Prime"-Schaltfläche auf ihrer Website einzubauen und somit den eigenen Traffic zu erhöhen. Kunden können beim Check-out die Daten ihres Amazon-Kontos nutzen sowie von den schnellen Lieferoptionen des Marktplatzes profitieren. 

Nun hat sich aber Shopify zu Wort gemeldet und warnt seine Händler davor, die entsprechende Schaltfläche auf ihrer Website zu installieren. Laut des kanadischen Konzerns verstößt diese nicht nur gegen die eigenen Geschäftsbedingungen, sie soll auch erhebliche Sicherheitsrisiken mit sich bringen.

Sicherheitsrisiken für Händler und Käufer

Wie cnbc berichtet, hat Shopify seine Händler darüber informiert, diese im Falle möglicher betrügerischer Bestellungen nicht zu schützen, sollten sie „Buy with Prime“ auf ihrer Website integriert haben. In der Mitteilung warnt die E-Commerce-Plattform außerdem davor, dass Kundendaten gestohlen und falsche Rechnungen verschickt werden könnten. Gegen diese Behauptung hat sich jetzt ein Amazon-Sprecher gewehrt und versichert, dass „die über Buy with Prime gesammelten Informationen, einschließlich der Käuferdaten, im Einklang mit den hohen Sicherheitsstandards von Amazon“ geschützt werden. Weiter heißt es, dass die Händler jederzeit die vollständige Kontrolle über die Preise hätten, sowie das, was dem Kunden berechnet würde.

Buy with Prime vs. Shop Pay

Noch vor wenigen Monaten zeigte sich Shopify-CEO Tobi Lutke erfreut über die Einführung von „Buy with Prime“ und betonte nach Angaben von cnbc, das Unternehmen sei „glücklich“, die Funktion in seine Plattform zu integrieren. Hinter verschlossenen Türen dürfte die E-Commerce-Plattform allerdings deutlich weniger erfreut über Amazons neuen Service gewesen sein, da dieser in direkter Konkurrenz zu Shopifys eigenem Checkout- und Zahlungsdienst Shop Pay steht. Laut den Nutzungsbedingungen des Konzerns wird von den Händlern verlangt, Shopifys Check-out „für alle Verkäufe im Zusammenhang mit Ihrem Online-Shop“ zu verwenden. Alternative Check-out-Methoden würden demnach gegen diese verstoßen.

Ob Shopify hier wirklich zuallererst Sicherheitslücken befürchtet oder in erster Linie die Nutzung von Shop Pay sicherstellen möchte, ist unklar, laut dem Marktforschungsunternehmen Marketplace Pulse könnte diese Warnung allerdings einige Händler dazu bringen, die Prime-Funktion zu überdenken.

Über die Autorin

Corinna Flemming
Corinna Flemming Expertin für: Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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